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Bayern-Aus gegen Real Falsche Entscheidungen

Schiedsrichter Viktor Kassai erwischte im Rückspiel zwischen Real und Bayern einen schlechten Tag. Aber auch Carlo Ancelotti und Arturo Vidal trafen fragwürdige Entscheidungen. Das Wichtigste zum Spiel.

Ausgangslage: Nach der 1:2-Niederlage in München brauchten die Bayern ein kleines Fußballwunder, um das Halbfinale zu erreichen. Noch nie waren die Münchner in der Champions League nach einer Heimpleite im Hinspiel weitergekommen. Zumindest die Personallage entspannte sich vor der Partie: Neben Robert Lewandowski meldeten sich auch Jérôme Boateng und Mats Hummels rechtzeitig fit.

Ergebnis: Die Bayern kämpften sich in die Verlängerung, verloren dann aber 2:4 (2:1, 0:0). Hier geht es zum Spielbericht.

Aufstellungen:
Real: Navas - Marcelo, Ramos, Nacho, Carvajal - Kroos (115. Kovacic), Casemiro, Modric - Ronaldo, Benzema (64. Asensio), Isco (71. Vázquez).
Bayern: Neuer - Alaba, Boateng, Hummels, Lahm - Alonso (75. Müller) - Ribéry (71. Costa), Thiago, Vidal, Robben - Lewandowski (88. Kimmich).

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Champions League: Elfmeter, Eigentor, Dreierpack

Foto: Matthias Hangst/ Bongarts/Getty Images

Alter vor Schönheit: Bayern-Coach Carlo Ancelotti setzte mit seiner Startformation auf Erfahrung. Für Philipp Lahm und Xabi Alonso, die ihre Karrieren nach dieser Saison beenden werden, waren es die letzten Auftritte in der Königsklasse.

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Die erste Hälfte: War extrem temporeich. Die Bayern begannen stark und wären in der 9. Minute fast in Führung gegangen. Doch Thiago und Arjen Robben vergaben eine Doppelchance. Ab der 25. Minute spielte dann aber nur noch Real und kam in der letzten Viertelstunde vor der Pause fast im Minutentakt zum Abschluss. Allein Toni Kroos (34. Minute/38./45.) und Cristiano Ronaldo (36./42.) hätten die "Königlichen" in Führung bringen müssen. Doch es ging beim Stand von 0:0 in die Kabinen.

Pausen-Aufreger: In der Halbzeit kam es zu einem Polizeieinsatz im Gästeblock. Was im Vorfeld passierte, ist nicht klar. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die Bayern-Fans vor und rissen Banner herunter. Schon vergangene Woche war die Madrider Polizei in die Schlagzeilen geraten, als es im Rahmen der Partie zwischen Atlético und Leicester zu Zusammenstößen mit englischen Fans kam.

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Die zweite Hälfte: Hatte nicht mehr so viel Tempo wie die erste, dafür fielen Tore. Zunächst fiel aber Robben. Casemiro war leichtsinnig genug, dem Niederländer im Strafraum zu nahe zu kommen. Lewandowski verwandelte den Strafstoß sicher (53.). Ronaldo nutzte ein Mismatch im Kopfballduell gegen Lahm zum Ausgleich (76.). Doch die Bayern gingen im direkten Gegenzug wieder in Führung, weil Sergio Ramos eine Brustablage des eingewechselten Thomas Müller ins eigene Tor stolperte (77.). Kurz vor Ende der regulären Spielzeit sah Arturo Vidal Gelb-Rot (84.). Der Platzverweis war umstritten, Vidal hätte aber vorher schon des Feldes verwiesen werden können.

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Bayern München in der Einzelkritik: Kampfeslustiger Krieger

Foto: OSCAR DEL POZO/ AFP

Déjà-vu: Wie im Hinspiel brachten sich die Bayern durch einen Platzverweis um ein besseres Ergebnis. Aus der unnötigen Aktion von Javí Martinez hatte Vidal offenbar nichts gelernt.

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Wechselspiele: Ancelotti wechselte in der 71. Minute Franck Ribéry (für Douglas Costa) und in der 75. Minute Xabi Alonso (für Müller) aus. Den früh vorbestraften Vidal ließ er auf dem Feld. Nach dem Platzverweis gegen den Chilenen blieb dem Italiener dann nur noch eine Handlungsoption. Keine einfache Situation angesichts einer bevorstehenden Verlängerung mit drei angeschlagenen Spielern auf dem Feld. Ancelotti nahm Lewandowski aus der Partie. Boateng und Hummels mussten durchspielen.

Die Verlängerung: Brachte die Entscheidung durch Fehler des Schiedsrichtgespanns um Viktor Kassai. Ronaldo traf erst nach Flanke von Ramos (104.) und dann nach einem Solo von Marcelo, der ungestört durch die Bayern-Defensive marschierte (109.). Beim 2:2 stand der Portugiese klar, beim 3:2 knapp im Abseits. Für den Schlusspunkt sorgte Marco Asensio mit einem sehenswerten Solo (112.).

Hunderter: Real-Kapitän Ramos bestritt seine 100. Champions-League-Partie. Das Jubiläumsspiel wird der Welt- und Europameister so schnell nicht vergessen. Durch sein unglückliches Eigentor ging es in die Verlängerung. Dann leitete er mit seiner Flanke die Vorentscheidung ein. Auch Ronaldo wird der Abend in guter Erinnerung bleiben. Nachdem er schon im Hinspiel sein 100. Tor im internationalen Wettbewerb insgesamt erzielt hatte, wurde er mit dem Dreierpack im Bernabéu zum ersten Spieler mit 100 Champions-League-Treffern.

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Fazit: Nach Abpfiff beschwerten sich die Münchner verständlicherweise über die Abseitstore. Es greift aber zu kurz, das Ausscheiden nur Schiedsrichter Kassai anzulasten. Die Bayern trugen durch eigene falsche Entscheidungen in Hin- und Rückspiel dazu bei, dass sie zum vierten Mal in Folge gegen ein spanisches Team aus der Champions League ausgeschieden sind. Zum ersten Mal seit 2011 gehören sie nicht zu den vier besten Teams Europas.

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