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Bayerns Niederlage gegen Arsenal Unbesiegbar? Nicht in London

Sie können doch noch verlieren: Der FC Bayern musste sich dem FC Arsenal geschlagen geben. Manuel Neuer hielt erst überragend, dann unterlief ihm ein entscheidender Fehler. Alles Wichtige zum 0:2 der Münchner.

Ausgangslage: Der Nächste, bitte. Zwölfmal in Folge hat der FC Bayern wettbewerbsübergreifend gewonnen, darunter Großkaliber wie Leverkusen (3:0), Wolfsburg (5:1) und Dortmund (5:1) weggefiedelt. Die Münchner zeigen sich seit Wochen so konstant, dass sie eine Aura der Unbesiegbarkeit umgibt. Aber: Auswärts beim formstarken FC Arsenal antreten zu müssen, könnte sich als die bislang schwierigste Aufgabe erweisen.

Ergebnis: Sie können doch noch verlieren: 0:2 (0:0) unterlagen die Bayern bei den "Gunners". Olivier Giroud (77. Minute) brachte Arsenal in Führung, Mesut Özil stellte den Endstand her (90.+4).

Irrglaube des Spiels: "Sie wollen den Ball genauso sehr wie wir", meinte Bayern-Trainer Josep Guardiola vor dem Spiel über Arsenal zu wissen, und auch Thomas Müller glaubte, die Engländer würden sich "nicht hinten reinstellen". Falsch. Am Ende hatten die Bayern 73 Prozent Ballbesitz.

Die erste Hälfte: Arsenal zog sich in die eigene Hälfte zurück. Der Plan der Gastgeber: Das Zentrum vor dem eigenen Strafraum verdichten und warten, bis die Münchner riskante Pässe wagen, um dann zu kontern. Das klappte, weil mit Aaron Ramsey, Santi Cazorla, Alexis Sánchez und Mesut Özil geballte Pressingresistenz im Mittelfeld vorhanden war. Bayerns Gegenpressing ging oft ins Leere, doch die "Gunners" spielten ihre Angriffe nicht gut aus oder scheiterten an Manuel Neuer. Für den Deutschen Meister vergaben Thiago (11.) und Arturo Vidal (28.) gute Chancen.

Die zweite Hälfte: Guardiola wäre nicht Guardiola, wenn er nach einer suboptimalen Vorstellung seines Teams einfach so weiterspielen lassen würde. Er wies Douglas Costa und Müller an, die Positionen zu tauschen, beorderte Thiago etwas tiefer ins Zentrum und Vidal nach rechts. Und siehe da, die Bayern wirkten fortan stabiler. Dadurch wurde das Spiel chancenärmer, die einzige klare Gelegenheit aus dem Spiel heraus vergab Münchens Robert Lewandowski (75.). Kurz darauf traf Giroud nach einem Standard, ehe Özil den Schlusspunkt setzte.

Zirkusnummer des Spiels: Stammte von Douglas Costa, der Arsenals Rechtsverteidiger Hector Bellerín mit einem Gemisch aus Innenseite und Außenrist, gepaart mit Übersteiger, Körpertäuschung und Richtungswechsel aussteigen ließ, dann aber an Torwart Cech scheiterte.

Parade des Spiels: Ach was, des Jahres! Die 33. Minute, Arsenals Nacho Monreal flankt den Ball von linksaußen vor das Tor der Bayern. Dort steht Theo Walcott vollkommen frei, die Hereingabe landet auf seinem Schädel, der Stürmer muss nicht mal zum Kopfball hochsteigen, er wuchtet das Leder aus fünf Metern aufs Tor. Dass er nicht jubelnd abdrehen darf, liegt an Manuel Neuer. Bayerns Keeper reißt den Arm hoch, irgendwie erwischt er den Ball und hat damit schon im Oktober den Titel für die Parade der Champions-League-Saison so gut wie sicher.

Patzer des Spiels: Während sie bei Sky und Twitter noch damit beschäftigt waren, Neuers Tat in epischen Ausmaßen zu feiern, flog der Nationaltorwart an einem Cazorla-Freistoß vorbei und ermöglichte Giroud, den Ball ins Tor zu bugsieren. Der Franzose nahm dabei zwar die Hand zur Hilfe, stieß dabei aber längst nicht in andreasensche Dimensionen vor.

Erkenntnis des Spiels: Stammte von Philipp Lahm, der sagte, Neuers Parade gegen Walcott "schafft auf der Welt kein anderer Torwart". Und Neuers Patzer? "Kann passieren." Das gilt wohl auch für das Ergebnis der Partie. Die Bayern bleiben von sich überzeugt. Die erste Niederlage seit mehr als zwei Monaten ändert daran nichts.