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10. März 2018, 18:56 Uhr

Bayerns nächster Kantersieg gegen den HSV

"Das ist kein Fußball, den ich sehen will"

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Same procedure as every year: Der HSV holt sich seine Klatsche in der Münchner Arena ab, der Abstieg wird immer wahrscheinlicher. Trainer Hollerbach war schon nach 20 Minuten bedient. Darf er weitermachen?

Zahl des Tages: Sechs. Diesmal "nur" sechs Gegentore für den Hamburger SV. So absurd das klingt - damit lagen die Norddeutschen am Ende sogar knapp unter dem Schnitt (6,3) der vergangenen sieben Jahre. Der Trend zeigt für den HSV also aufwärts.

Das Ergebnis: 6:0. Der FC Bayern verprügelt den Hamburger SV. Alles wie immer. Hier geht's zur Meldung.

Die erste Hälfte: "Uns gegenseitig helfen, dass wir die Flügel dicht kriegen." Das hatte HSV-Trainer Bernd Hollerbach vor dem Spiel gefordert, es klappte aber nur sieben Minuten lang. Dann setzte sich auf dem rechten Flügel (!) Robert Lewandowski durch, Gotoku Sakai grätschte den Ball unglücklich in den Lauf von Franck Ribéry, der wiederum HSV-Keeper Christian Mathenia umkurvte und zum 1:0 einschob. Ab hier nahmen die Dinge ihren erwarteten Gang.

Ungleiches Duell: Nach nicht einmal 20 Minuten war dieses Bundesligaspiel entschieden - weil Lewandowski machte, was Lewandowski eben so macht: seine Saisontreffer 21 und 22. "Und dann war das Spiel gelaufen", sagte Hollerbach nach Spielende. Kurz vor dem Abpfiff legte Lewandowski sogar noch einmal mit der Nummer 23 nach. Zur Einordnung: Alle HSV-Profis zusammen haben in der aktuellen Saison fünf Treffer weniger erzielt als der polnische Torjäger des FC Bayern.

Auf den Punkt: Sky-Experte Lothar Matthäus wurde nach einer knappen halben Stunde für eine kurze Einschätzung zugeschaltet. So schwach seine Konsonanten, so scharf sein Urteil über den Tabellenvorletzten. "Sie verdeidigen naiv. Oder sie verdeidigen gar nicht", sagte Matthäus. Er wirkte nicht wütend, sondern seltsam enttäuscht. "So spielt ein dybbischer Absteiger." Recht hatte er.

Umstellung: Ein Spiel, in dem ein Trainer nicht mehr viel richtig machen kann? Au contraire! Hollerbach nahm nach nur 24 Minuten Dennis Diekmeier vom Feld, beorderte stattdessen Sakai auf die rechte Abwehrseite, auf der David Alaba und Ribéry sich zuvor ausgetobt hatten. Das stabilisierte die HSV-Defensive, wenn auch auf weiter niedrigem Niveau.

Die zweite Hälfte: Begann wie die erste - mit einem frühen Bayern-Tor. Robben drosch den Ball nach einem Fehler von Rick van Drongelen ins Netz. Der - Spoiler-Warnung! - Deutsche Meister 2018 verwaltete seine Überlegenheit locker ins Ziel. Ribéry krönte seinen starken Auftritt noch mit einem sehenswerten Dribbling zum 5:0. Gegen richtige Gegner wäre das allerdings deutlich schwerer gewesen als gegen das Trio Josha Vagnoman, Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos. (Vagnoman? Wer?)

100: Lewandowski brachte schließlich in der Nachspielzeit seinen zweiten (!) Foulelfmeter im Netz unter. Und durfte damit doch noch sein Jubiläum feiern.

Und nun? "Die Art und Weise", sagte Hollerbach nach dem Spiel am Sky-Mikrofon, "das ist kein Fußball, den ich sehen will. Man kann verlieren, aber dann muss man auch zur Sache gehen." Das als fußballerischer Ausblick auf die kommenden Wochen.

Abschiedstour: Acht Spiele bleiben dem HSV noch, um den ersten Bundesligaabstieg der Vereinsgeschichte irgendwie abzuwenden. (Spoiler: Das wird diesmal nicht klappen.) Welcher Trainer aber darf/soll/muss den HSV über die Schwelle begleiten? Hollerbach, der auch im siebten Anlauf ohne Sieg blieb? "Stand heute halte ich einen Trainerwechsel nicht für möglich", hatte Frank Wettstein, der neue - kommissarische - Vorstandschef des Tabellenvorletzten, noch am Donnerstag betont. Das ist allerdings auch schon wieder zwei Tage und sechs Gegentore her.

Bayern München - Hamburger SV 6:0 (3:0)
1:0 Ribéry (8.)
2:0 Lewandowski (12.)
3:0 Lewandowski (19.)
4:0 Robben (55.)
5:0 Ribéry (81.)
6:0 Lewandowski (90. Foulelfmeter)
München: Ulreich - Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba - Martinez, Vidal (45. Tolisso, 65. Rudy) - Robben (63. Robben), Müller, Ribéry - Lewandowski
Hamburg: Mathenia - Diekmeier (24. Janjicic), Sakai, Papadopoulos, van Drongelen, Santos - Jung, Walace (70. Vagnoman) - Hunt (87. Jatta) - Kostic, Schipplock
Schiedsrichter: Christian Dingert
Gelbe Karten: Vidal / Van Drongelen, Santos
Besonderes Vorkommnis: Lewandowski verschießt Foulelfmeter (86.)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

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