kicker.tv

25-Millionen-Euro-Offerte BVB und Bayern streiten um Lewandowski

Vier Tore! Die Vorstellung von Robert Lewandowski beim Sieg gegen Real Madrid war sensationell. Der Stürmer könnte bald für weitere Schlagzeilen sorgen: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gibt es von Bayern München erstmals ein mündliches Angebot für den Polen - doch um den Zeitpunkt des Transfers ist ein Streit entbrannt.

Die deutsche Fußballwelt schaute an diesem Abend erst mal nur auf ihn: Mario Götze. Wie würde der Nationalspieler gegen Real auftreten? Wie würde er von den Dortmunder Fans empfangen werden? Das waren die Fragen, die nach Götzes Sensationstransfer zum FC Bayern München nach Antworten verlangten - und die doch im Verlauf der begeisternden Champions-League-Nacht von einer anderen spektakulären Personalie verdrängt wurden.

Robert Lewandowski schoss alle vier Tore gegen Madrid, eine historische Leistung des polnischen Mittelstürmers. Und wie es aussieht, wird Lewandowski in den kommenden Tagen Mario Götze noch einmal aus dem Rampenlicht verdrängen - auf dem Transfermarkt. Es kündigt sich die endgültige Antwort auf die Frage an, wie es nach dem Wechsel des Offensivmannes Götze mit dem Offensivmann Lewandowski weitergeht, der sich seit Monaten ebenfalls mit dem FC Bayern einig ist.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat der FC Bayern München am vergangenen Samstag, kurz vor dem Spiel des BVB gegen Mainz, eine erste Offerte für Lewandowski abgegeben. Über einen Mittelsmann, so bestätigen es dem Münchner Vorstand nahestehende Personen unisono, wurde Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sowie dem BVB-Sportdirektor Michael Zorc die Ablösesumme von 25 Millionen Euro für einen Wechsel des Stürmers zum FC Bayern München zur kommenden Saison angeboten.

"Es gibt ein sehr interessantes Angebot für Robert"

Fotostrecke

BVB-Gala gegen Real Madrid: Lewandowski, Lewandowski, Lewandowski, Lewandowski

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Die Summe, so erklärt es ein Insider dieses Deals, sei zwischen den Parteien über einen Vermittler schon vor Wochen festgelegt worden. Genauso wie die Deadline für den Abschluss des Transfers, welche am 15. Mai endet. Umso überraschter waren die Münchner Verantwortlichen nun, als Zorc und Watzke das mündlich überbrachte Angebot zurückwiesen. Und Lewandowski stattdessen erneut ein neues, hochdotiertes Vertragsangebot unterbreiteten. Dieses hat die Lewandowski-Seite allerdings unweigerlich abgelehnt.

Die Absage, so ist aus München zu hören, hänge mit dem Wechsel von Götze zusammen. Der BVB wolle seine Mannschaft nicht auseinander sprengen und den polnischen Starstürmer bis zum Vertragsende halten. Lewandowskis Berater Maik Barthel wollte sich nicht konkret zu den Vorgängen äußern. Er ließ allerdings mitteilen: "Es gibt ein sehr interessantes Angebot für Robert, welches den vom BVB auferlegten Kriterien in vollem Umfang entspricht und auch die Ansprüche von Robert befriedigt. Der BVB hat uns zugesichert, dass Robert unter diesen Bedingungen am Ende der Saison wechseln darf. Wir halten uns an Absprachen, nun müssen die Vereine für Klarheit sorgen."

Fotostrecke

Dortmund in der Einzelkritik: Prellbock Subotic, cooler Götze

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Dass es sich um ein Angebot des FC Bayern München handelt, ließ Barthel unkommentiert. Die BVB-Verantwortlichen waren für SPIEGEL ONLINE nicht zu erreichen, der Club hatte aber zuletzt öffentlich durchblicken lassen, Lewandowski bis zu dessen Vertragsende 2014 halten zu wollen. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Watzke: "Diese Störfeuer aus einem ganz bestimmten Teil der Republik stören uns überhaupt nicht. Es ist unser expliziter Wunsch, dass Robert in der nächsten Saison für uns spielt. Dafür verzichten wir auch auf eine Ablösesumme", so Watzke.

"Wir werden uns weiter darum bemühen, dass Robert Lewandowski zur kommenden Saison nach München wechselt", sagt ein Kenner des FC Bayern, der das Dortmunder Veto als "reine Pokerei" abtut. In den kommenden Tagen werde dem BVB demnach ein offizielles, schriftliches Angebot für den Stürmer zugesandt werden. Rund um das Bundesliga-Spiel zwischen dem alten Meister BVB und dem neuen FCB in Dortmund Anfang Mai werden die Verantwortlichen des FC Bayern versuchen wollen, den Transfer des Polen zum Abschluss zu bringen.

Bereits im vergangenen Herbst schrieb SPIEGEL ONLINE erstmals über ein konkretes Interesse des FC Bayern an Lewandowski. Der Angreifer und der Rekordmeister sind sich zudem seit Ende des vergangenen Jahres über einen Wechsel einig. "Der BVB wird Lewandowski diese Chance nicht nehmen. Der Spieler will wechseln, kein Verein der Welt will einen unzufriedenen Stürmer haben", sagt eine in diesen Transfer involvierte Person.

Ob dies tatsächlich ein schlagendes Argument für Borussia Dortmund ist oder ob der Verein, der inklusive der Götze-Einnahmen sowie der Champions-League-Prämien über eine Investitionssumme von knapp 100 Millionen Euro verfügt, erstmals seine Muskeln spielen lässt und sich einem Angebot des FC Bayern München widersetzt, werden die kommenden Tage zeigen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.