Bayern Münchens Fußballerinnen in der Champions League Arena-Premiere endet in bitterer Pleite

Große Bühne für die Spielerinnen des FC Bayern: Im Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris lief das Team erstmals im Stadion der Bayern-Männer auf. Doch eine PSG-Spielerin sollte die große Party vermiesen.
Lina Magull gegen PSG-Spielerin Sandy Baltimore

Lina Magull gegen PSG-Spielerin Sandy Baltimore

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IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel / IMAGO/kolbert-press

Der deutsche Fußball-Meister muss um den Verbleib in der Champions League bangen. Sein Viertelfinal-Hinspiel verlor der FC Bayern trotz guter Leistung 1:2 (0:1) gegen Paris Saint-Germain. Die Begegnung fand für die Spielerinnen des Münchner Klubs in der Allianz-Arena statt, in der sonst die Männer des FC Bayern ihre Heimspiele austragen. Beide Pariser Treffer erzielte Marie-Antoinette Katoto (19. Minute/71.), Klara Bühl sorgte in der 84. Minute für das wichtige Anschlusstor. Das Rückspiel findet am 30. März statt.

Normalerweise laufen die Münchnerinnen in ihren Heimspielen im Stadion am Campus des FC Bayern auf. Den Umzug in die Allianz-Arena nannte Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn einen »Meilenstein« für die Frauenabteilung des Vereins.

Die Idee war, den Münchnerinnen mehr Sichtbarkeit zu ermöglichen und ihre Leistungen zu würdigen. An der Seite von Klubpräsident Herbert Hainer und dessen Vorgänger Uli Hoeneß verfolgte Kahn das Duell gegen PSG von der Tribüne. Auch Bayern-Coach Julian Nagelsmann und Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg waren anwesend.

Die rund 12.000 Fans in der Arena (in der Bundesliga haben die Münchnerinnen einen Zuschauerschnitt von 750 Fans pro Heimspiel) sahen eine unterhaltsame Begegnung, mit spielerischen Vorteilen für den FC Bayern. Für den ersten größeren Aufreger sorgte Bühl, die mit einem Flachschuss im Strafraum das schnelle 1:0 nur knapp verpasste (13.). Immer wieder zeigte der FC Bayern ansprechende Vorstöße, doch wirklich gefährliche Torszenen blieben danach selten.

Die Münchnerinnen schienen die Partie unter Kontrolle zu haben, doch der Gegner schlug zu. Nach einem Eckball von der früheren Bayern-Spielerin Sara Däbritz köpfte Kadidiatou Diani an die Latte, anschließend konnte der FC Bayern nicht klären. Katoto nutzte das Durcheinander und traf aus kurzer Distanz zum 1:0 (19.). Für Mitvorbereiterin Däbritz endete die Partie vorzeitig, nach einem Zusammenprall musste die deutsche Nationalspielerin in der 41. Minute ausgewechselt werden.

Plötzlich jubelt PSG

Plötzlich jubelt PSG

Foto: Sven Hoppe / dpa

Auch in der zweiten Hälfte blieb das Tempo hoch, das lag vor allem an der eingewechselten Sydney Lohmann. In der 63. Minute kam die 21-Jährige ins Spiel, drei Minuten später verpasste die Münchnerin den Ausgleich bei einem Schuss an den linken Außenpfosten. Eine Minute später erneut Lohmann: Diesmal legte die Mittelfeldspielerin für Bühl auf, doch PSG-Keeperin Barbora Votikova wehrte den Schuss der Bayern-Stürmerin herausragend ab.

Dann wurde es bitter: Paris traf erneut, diesmal fast aus dem Nichts. Nach einem Eckball blieb Torhüterin Janina Leitzig beim Klärungsversuch zu zögerlich, und Katoto erhöhte per Kopf zur Vorentscheidung (71.). In der Schlussphase sollte die starke Lohmann mit einem Kopfball erneut in Erscheinung treten – doch auch der ging an den Pfosten.

Kurz vor Schluss durfte die Münchner Arena dann aber über ein Tor des FC Bayern jubeln: Dank eines direkt verwandelten Freistoßes von Bühl darf der Klub noch auf das Weiterkommen ins Halbfinale hoffen.

Das Endspiel der Königsklasse findet am 22. Mai im Juventus-Stadion in Turin statt. Titelverteidiger ist der FC Barcelona, der in seinem Viertelfinale auf Real Madrid trifft – und im Rückspiel in einer Woche (30. März) vor 85.000 Fans im Camp Nou auflaufen wird. Auch noch im Wettbewerb vertreten ist der VfL Wolfsburg, Gegner am Mittwoch ist der FC Arsenal. Die Übersicht zur Champions League finden Sie hier.

jan
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