Bayern oder Bye-bye Sagnol kann sich nicht entscheiden

Erst wollte er bleiben, dann hatte sich der FC Bayern München schon auf seinen Weggang eingestellt. Nun erklärte Willy Sagnol, Außenverteidiger des Meisters, dass sein Abschied noch gar nicht feststehe. Manager Uli Hoeneß hört das gern, Trainer Felix Magath hingegen ist der Verzweiflung nah.


Bayern-Profi Sagnol (l., mit Mehmet Scholl): Doch nicht vor dem Abflug?
DPA

Bayern-Profi Sagnol (l., mit Mehmet Scholl): Doch nicht vor dem Abflug?

München - "Es ist noch nicht sicher, dass ich weggehe", sagte Sagnol nach dem Sieg des FC Bayern gegen den FC Brügge in der Champions League (1:0). Der Franzose, der den Meister am Saisonende ablösefrei verlassen kann, ersucht nun um einen weiteren Gesprächstermin mit Manager Hoeneß. "Wir müssen uns im Dezember noch mal treffen."

Hoeneß hatte nach den Abwanderungsgedanken von Sagnol erklärt, er sei "geradezu schockiert". Zugleich äußerte der Manager den Verdacht, "dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist". Geld spiele diesmal jedenfalls keine Rolle, versicherte Hoeneß. Tatsächlich habe der FC Bayern Sagnol ein "wahnsinniges Angebot" gemacht, das diesen "vom Hocker gehauen hat". Der Club wolle das Angebot nun aufrechterhalten ("Die Tür ist noch nicht zu"), auch wenn er derzeit wenig Sinn darin sehe, "mit ihm noch einmal zu reden", so Hoeneß.

Magath zeigte sich vom Wankelmut seines Abwehrspielers stark irritiert. Sagnol habe ihm mitgeteilt, dass er den FC Bayern aus persönlichen Gründen verlassen wolle, aber bis zum Saisonende alles geben werde, "weil er noch kein Angebot hat", berichtete der Coach. "Für mich ist der Käse gegessen." Die überraschende Aussage Sagnols, er wolle seine Entscheidung nun noch einmal überdenken, quittierte Magath mit einem Kopfschütteln. "Dann hätte er sich sparen können, uns zu sagen, dass er geht."



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