»Nicht das, was wir uns vorstellen« Bayern-Präsident Hainer übt Kritik – stellt sich aber hinter Trainer Nagelsmann

Nach vier Bundesligaspielen ohne Sieg herrschte beim FC Bayern schon vor dem Besuch des Oktoberfests Katerstimmung. Trainer Julian Nagelsmann soll trotz der Krise nicht zur Diskussion stehen – eine Entlassung wäre wohl teuer.
Sahen schon mal glücklicher aus: Sportdirektor Hasan Salihamidžić, Trainer Julian Nagelsmann mit seiner Lebensgefährtin Lena Wurzenberger, Svenja Kahn und Oliver Kahn auf der Wiesn

Sahen schon mal glücklicher aus: Sportdirektor Hasan Salihamidžić, Trainer Julian Nagelsmann mit seiner Lebensgefährtin Lena Wurzenberger, Svenja Kahn und Oliver Kahn auf der Wiesn

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Trotz der 0:1-Pleite in Augsburg und nun schon vier Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg hat Präsident Herbert Hainer Trainer Julian Nagelsmann beim FC Bayern München den Rücken gestärkt. »Wir sind von Julian Nagelsmann und unserer ganzen Mannschaft komplett überzeugt. Nach der Länderspielpause werden wir wieder richtig angreifen, wie man es vom FC Bayern kennt. Die Saison hat gerade erst begonnen, und wir wissen, dass wir das Potenzial haben, um unsere großen Ziele zu erreichen«, sagte Hainer den Zeitungen »Münchner Merkur« und »tz«.

»Vier sieglose Bundesligaspiele sind beim FC Bayern selbstverständlich nicht das, was sich unsere Fans und wir alle uns vorstellen. Allerdings sehen wir auch die Vielzahl an Torchancen, die sich unsere Mannschaft in jeder Begegnung erspielt und die sich aktuell nicht in unseren Ergebnissen spiegelt«, sagte Hainer.

Herbert Hainer, hier bei der Jahreshauptversammlung im November 2021

Herbert Hainer, hier bei der Jahreshauptversammlung im November 2021

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kolbert-press/Ulrich Gamel / imago images/kolbert-press

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn hatte am Sonntag gesagt, dass sich der Verein »nicht mit irgendwelchen anderen Trainern« beschäftige. »Wir sind von Julian total überzeugt«, sagte der frühere Nationaltorwart beim Besuch des deutschen Fußball-Rekordmeisters auf dem Oktoberfest.

Eine Entlassung von Julian Nagelsmann wäre ohnehin nicht einfach. Die Bayern holten den Trainer vor der vergangenen Saison für eine hohe Ablöse aus Leipzig und statteten ihn mit einem Fünfjahresvertrag aus.

Ein vorzeitiges Vertragsende käme den Verein einem Bericht der »Bild« zufolge teuer zu stehen. Erst nach dem zweiten Vertragsjahr gebe es eine festgeschriebene Abfindung. Innerhalb der ersten zwei Jahre sei diese dem Bericht zufolge frei verhandelbar – und mutmaßlich teuer. Noch befindet sich Nagelsmann mitten in seinem zweiten Vertragsjahr.

Die Ergebnisse stimmen nur in Europa

Nagelsmann selbst sagte nach dem Augsburg-Spiel sichtlich angefressen: »Es muss sich vieles ändern.  Ich mach mir meine Gedanken, und dann gucken wir, wie es weitergeht. Ich denke über alles nach. Über mich, über Situationen, über alles.«

Die Münchner sind in der Champions League mit zwei Siegen voll im Soll, in der Bundesliga belegen sie nach dem 0:1 beim FC Augsburg mit einem Rückstand von fünf Punkten auf Tabellenführer 1. FC Union Berlin aber nur Rang fünf. Vier sieglose Spiele in der Bundesliga gab es für den FC Bayern seit rund 20 Jahren nicht mehr.

Nach der Länderspielpause geht es in der Bundesliga weiter mit einem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Danach folgen der Ligagipfel bei Borussia Dortmund und ein Heimspiel gegen den SC Freiburg.

kjo/dpa
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