Bayern-Präsident Hoeneß teilt gegen Blatter und Zwanziger aus

Wieder Klartext von Uli Hoeneß: Der Bayern-Präsident hat Fifa-Boss Joseph S. Blatter scharf kritisiert. Demnach seien bei der Fifa "viele Entscheidungen nicht mit rechten Dingen zugegangen". Hoeneß lästerte zudem über den früheren DFB-Boss Theo Zwanziger und dessen Englischkenntnisse.
Bayern-Präsident Hoeneß: Kritik an Blatter und Zwanziger

Bayern-Präsident Hoeneß: Kritik an Blatter und Zwanziger

Foto: Bongarts/Getty Images

Hamburg - Uli Hoeneß hat in einem Rundumschlag Fifa-Boss Joseph S. Blatter und Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger gerüffelt. Auf einer Tagung der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche in Hamburg teilte der Bayern-Präsident kräftig aus. In Bezug auf Blatters Amtszeit sagte Hoeneß laut "Süddeutscher Zeitung", dass schon oft "aus größten Freunden die größten Feinde geworden sind. Wenn man keinen Dreck am Stecken hat, passiert so etwas nicht".

Zu angeblichen Ambitionen Blatters auf einen Nobelpreis sagte Hoeneß: "Wenn der den Friedensnobelpreis bekommt, werde ich Generaldirektor der Metropolitan Opera in New York." Der Präsident des FC Bayern übte zudem harsche Kritik an der Politik der Fifa in der Vergangenheit: "Viele Entscheidungen in den vergangenen zehn, 15 Jahren sind nicht mit rechten Dingen zugegangen." Zu einer möglichen fünften Amtszeit des jetzt 76-jährigen Blatter als Fifa-Präsident ab 2015 kommentierte Hoeneß: "Gott bewahre!"

Kritisch beurteilt Hoeneß die Rolle von Fifa-Exekutivmitglied Zwanziger. Dieser habe zwar "hehre Absichten, aber er hat nicht mehr den DFB hinter sich, deshalb fehlt ihm die Macht. Ich habe gehört, dass wir von ihm nicht allzu viel erwarten müssen". Zwanziger habe keine Chance, "die haben ihn umgarnt, und er lässt sich beschmusen". Ob der 66-jährige Zwanziger eine "lame duck" (lahme Ente), also ohne große Einflussnahme sei, verneinte Hoeneß zwar, ergänzte aber: "Für ihn ist es ja schon ein Problem, lame duck zu übersetzen, weil er kein Englisch kann."

Hoeneß kann sich eine konzertierte Aktion der Europäer vorstellen, um die verkrusteten Fifa-Strukturen aufzubrechen: "Wenn die europäischen Verbände sich endlich zusammensetzen, könnte sich was ändern." Schließlich stammten 80 oder 90 Prozent der Milliardenumsätze der Fifa aus dem europäischen Fußballmarkt. Hoeneß richtete einen Appell an England, Frankreich und Deutschland, "auch mal auf politischer Ebene dafür zu sorgen, dass die Fifa-Verantwortlichen nach unseren rechtsstaatlichen Vorstellungen ihre Geschäfte machen".

mib/sid