Bayern-Schlappe Real gewinnt Poker um van Nistelrooy

Bis zuletzt hatte der FC Bayern München gehofft, Torjäger Ruud van Nistelrooy von Manchester United an die Isar locken zu können. Doch der niederländische Nationalstürmer entschied sich heute für einen Wechsel zum spanischen Rekordmeister.


Hamburg - Van Nistelrooy einigte sich mit Real Madrid auf einen Dreijahres-Vertrag und wird bereits morgen zum medizinischen Check in der spanischen Hauptstadt erwartet. Am Mittag waren noch Gerüchte aufgekommen, auch der englische Club Tottenham Hotspur sei in den Poker um den Niederländer eingestiegen. Als Ablöse zahlt Real wohl 15 Millionen Euro an Manchester United.

Stürmer van Nistelrooy: Dreijahres-Vertrag bei den "Königlichen"
AFP

Stürmer van Nistelrooy: Dreijahres-Vertrag bei den "Königlichen"

Nach entsprechenden Berichten spanischer Medien hatten sich die Bayern schon am Nachmittag praktisch geschlagen gegeben. "Wenn das so ist, können wir das nicht ändern", sagte Münchens Manager Uli Hoeneß im Trainingslager des Rekordmeisters in Rottach-Egern.

Die Bayern waren zuletzt davon ausgegangen, bessere Chancen zu haben als Madrid. "Er will zu uns", hatte Hoeneß zu Wochenbeginn erklärt und signalisiert, dass nun noch die Höhe der Ablösesumme zu verhandeln sei.

Auch Bayern-Trainer Felix Magath kommentierte den geplatzten Transfer gelassen. "Ich bin jetzt nicht traurig", sagte der 53-Jährige, er sei "immer davon ausgegangen, dass wir mit dieser Mannschaft in die Saison gehen und unsere Ziele erreichen werden."

Das Ringen um Van Nistelrooy war indes verwirrend. Manchester verlangte angeblich etwa 22 Millionen Euro Ablöse für den Niederländer, der sich zum Ende der vergangenen Saison mit Teammanager Alex Ferguson überworfen hatte und deswegen schriftlich um einen Transfer ersuchte.

Seit Montag trainierte der Niederländer aber wieder in Manchester. "Es hat sich nichts Entscheidendes geändert", sagte Ferguson, nachdem Real nach eigenen Angaben sein Angebot für "Van the Man" am Mittwoch auf mutmaßlich 15 Millionen Euro erhöht hatte. "Es ist leicht erhöht worden", sagte der Schotte über die Offerte, "aber in Wahrheit ist das nichts." Für einen Spieler wie Van Nistelrooy müsse schon ein anständiger Preis herausspringen, ergänzte er.

Am Abend erfolgte schließlich die Einigung. Van Nistelrooy ist nach Italiens Weltmeister Fabio Cannavaro sowie dem Brasilianer Emerson, die beide von Italiens zum Zwangsabstieg verurteilten Rekordmeister Juventus Turin kommen, der dritte Neuzugang der "Königlichen".

bri/sid/dpa



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