FC Bayern München Sammer kontert Klopps Bösewicht-Vorwürfe

Die Sticheleien vor dem Finale gehen in die nächste Runde. Bayern-Sportchef Matthias Sammer hat sich gegen Jürgen Klopps Vorwurf gewehrt, den Münchnern käme im Endspiel die Rolle des Bösewichts zu. Außerdem erinnerte Sammer an ganz besondere Wettschulden, die Klopp nicht beglichen habe.
Sammer, Klopp: "Auch eine Form der Bescheidenheit"

Sammer, Klopp: "Auch eine Form der Bescheidenheit"

Foto: AFP

Hamburg - Der FC Bayern als Bösewicht im Champions-League-Finale? Diese von Dortmunds Trainer Jürgen Klopp im Interview mit dem "Guardian" vorgenommene Rollenverteilung möchten die Münchner nicht gelten lassen. Matthias Sammer hat Klopps Sticheleien süffisant gekontert: "Die ganze Welt hinter sich zu wähnen, ist auch eine Form der Bescheidenheit", sagte der Bayern-Sportchef auf Sport1. Klopp hatte die neutralen Fans in aller Welt aufgefordert, den BVB im Finale (Samstag, 20.45 Uhr ZDF/Sky, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zu unterstützen.

Sammer übt sich in Zurückhaltung, kann sich einen spöttischen Unterton in Richtung Klopp aber nicht verkneifen: "Wir haben Meinungsfreiheit in Deutschland. Er äußert sich zu gewissen Themen - und wir nicht."

Außerdem spielte der Sportchef des neuen deutschen Meisters auf Klopps Aussagen vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona an. Klopp hatte gesagt, er würde seinen "Arsch darauf verwetten", dass Sammer mit dem früheren Barça- und künftigen Bayern-Coach Pep Guardiola "sehr wohl sprechen" werde. Sammer dazu: "Ich kann hier sagen, wir haben nicht telefoniert. Da hat einer sein Hinterteil darauf verwettet - aber wo ist es denn?"

Sammer ist seit dem vergangenen Sommer als Sportvorstand beim deutschen Fußball-Rekordmeister aktiv. Bei der Bewertung seiner Rolle äußerte sich Sammer zurückhaltender. "Meine Arbeit können am Ende wirklich nur Zwei auch richtig darstellen. Das sind der Trainer und meine Person, aber ich eigentlich weniger", erklärte der 45-Jährige. "Selbst Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge, die einen fantastischen Job machen, sind eigentlich viel zu weit weg, um in der täglichen Arbeit wirklich bewerten zu können, was man in so einer Situation zu leisten hat oder nicht."

buc/sid