Bayern-Trainer Hitzfeld "Das Risiko mit Toni hat sich gelohnt"

Erstes Spiel, erster Sieg: Für Ottmar Hitzfeld lief der Bundesliga-Start perfekt. Im Interview spricht der Bayern-Trainer über gelungene Premieren, erfolgreiche Schachzüge - aber auch Probleme. Der Gegner aus Rostock, kritisiert Hitzfeld, habe zu viele Tormöglichkeiten bekommen.


Frage: Herr Hitzfeld, Sie und Ihre Mannschaft haben sich viel vorgenommen für den Auftakt. Ist der Auftrag erfüllt worden?

Hitzfeld: Ich glaube schon, dass wir unsere Pflicht erfüllt haben. Wir waren ja gewarnt nach dem Spiel in Burghausen, dass man auch gegen Mannschaften verlieren kann, die nicht diese tollen Spieler haben wie der FC Bayern. Und Rostock hat ja in der Vergangenheit schon dreimal in München gewonnen. Wir waren sehr konzentriert und haben sehr gut begonnen in den ersten Minuten. Da hätten wir schon 1:0 führen können.

Bayern-Stürmer Toni: Noch keine Topleistung erwartbar
AP

Bayern-Stürmer Toni: Noch keine Topleistung erwartbar

Frage: Die Führung durch Luca Toni wurde bereits in der 14. Minute erzielt, aber danach fielen auch ein paar Nachlässigkeiten auf.

Hitzfeld: Nach der Führung hat auch Rostock ganz gut mitgespielt. Rostock ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft. Das 1:0 zur Halbzeit war sicherlich verdient. Aber auch Rostock hatte vier, fünf Kontermöglichkeiten, die sie zwar nicht abschließen konnten - aber sie haben die Möglichkeiten gehabt, und das hat mir überhaupt nicht gefallen. Da haben wir ihnen zu viel Freiraum gelassen in der offensiven Entwicklung über die Seiten, da waren wir schlecht organisiert. Da müssen wir uns absolut verbessern.

Frage: Wie zufrieden waren sie mit der Abstimmung der einzelnen Mannschaftsteile?

Hitzfeld: Auch in der zweiten Halbzeit war das Spiel nicht so einfach. Das 2:0 fiel ziemlich spät. Da mussten wir immer hellwach sein. Aber unsere Abwehr, Lucio, Demichelis, hat sehr stark gespielt, die beiden waren unheimlich konzentriert. Lahm und Jansen haben sich auch in der Offensive hervorragend eingeschaltet. Und Zé Roberto und Mark van Bommel waren im Zentrum des Mittelfelds sehr stabil.

Frage: Überraschend haben Sie auch Luca Toni von Beginn an aufgeboten. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Hitzfeld: Ich freue mich, dass das Risiko aufgegangen ist, Luca Toni aufzustellen. Da habe ich mir auch lange Gedanken gemacht. Er hatte ja erst zwei Wochen wieder trainiert und am Donnerstag zum ersten Mal mit der Mannschaft. Da konnte man natürlich noch keine Topleistung von ihm erwarten. Aber er hat sich gut integriert und war ein Unruheherd. Er ist ein großer Spieler, der den Ball unheimlich geschickt blocken und auflegen kann. Und somit kommt auch Klose besser zur Geltung. Dieses Risiko hat sich gelohnt. Ich glaube, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen.

Frage: Haben Sie Franck Ribéry kurz vor Schluss auch ausgewechselt, um ihm den Sonderapplaus zu gönnen?

Hitzfeld: Es ging nicht um den Applaus, sondern mehr darum, dass er sehr viel läuft und fast über seine Grenzen geht. Da er ja auch in den letzten Spielen noch Muskelprobleme hatte, wollte ich vorbeugen. Denn wir haben ja (das Abschiedsspiel von Mehmet Scholl in) Barcelona am Mittwoch und Bremen am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Aufgezeichnet von Maik Rosner, sid



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