Bayers Talfahrt Leverkusen trennt sich von Skibbe

Im Winter gefeiert, im Frühjahr gefeuert: Bayer Leverkusen hat Trainer Michael Skibbe entlassen. Der Club hatte in einem dramatischen Saisonfinale den Einzug in den Uefa-Cup verpasst.

Hamburg - Bayer Leverkusen hat auf die sportliche Talfahrt der vergangenen Wochen reagiert und sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Michael Skibbe getrennt. Das berichtet der "kicker". "Aufgrund der letzten Bundesliga-Resultate und des verpassten Saisonziels Uefa-Cup entschlossen wir uns gemeinsam mit der sportlichen Führung, die sofortige Trennung von Michael Skibbe vorzunehmen", begründete Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die Entscheidung.

Leverkusen hatte am letzten Spieltag durch ein 0:1 gegen Werder Bremen den Einzug in den Uefa-Cup verspielt. Zudem blieb Skibbe zuletzt mit seinem Team deutlich unter den Erwartungen: Nur sieben Punkte aus den vergangenen zehn Spielen bedeuteten Platz sieben. Für die hoch gesteckten Ansprüche des Clubs war das zu wenig.

"Ich bedauere, dass wir in den letzten Wochen die sportlichen Erwartungen nicht erfüllen konnten. Ich freue mich aber trotzdem über die Entwicklung der Mannschaft, speziell einzelner Spieler wie René Adler, Gonzalo Castro, Simon Rolfes oder Tranquillo Barnetta", sagte Skibbe bei seinem Abschied.

Der 42-Jährige übernahm das Traineramt in Leverkusen im Oktober 2005 von Klaus Augenthaler. Zuvor hatte er zwischen 1998 und 2000 Borussia Dortmund trainiert, ehe er als Bundestrainer Rudi Völler bei der Nationalelf unterstützte. Aus dieser Zeit resultiert auch die gegenseitige Wertschätzung zwischen dem heutigen Leverkusener Sportdirektor und Skibbe.

Es scheint, als habe ihm zuletzt auch die Unterstützung seines größten Fürsprechers nichts mehr genutzt. "Wie sich jeder vorstellen kann, war das für uns alle eine sehr schwierige Entscheidung. Durch mein langjähriges persönliches Verhältnis zu Michael Skibbe für mich selbstverständlich ganz besonders", sagte Völler.

Die Beurlaubung Skibbbes ist auch eine Schlappe für Völler, der sich bis zuletzt anerkennend über die Arbeit des Fußballlehrers geäußert hatte und besonders dessen Handschrift gelobt hatte. Unter ihm habe das Team "den schönsten Fußball der Liga" gespielt.

In der Tat hatte die junge Mannschaft in der Hin- und zu Beginn der Rückrunde streckenweise begeisternden Fußball gespielt und sich in dieser Phase sogar begründete Hoffnungen auf die Champions-League-Qualifikation gemacht. Umso überraschender wirkte dann der Leistungsabfall in der Schlussphase der Saison.

Zuletzt hatte sich Leverkusens ehemaliger Mittelfeldspieler Sergej Barbarez hinter Skibbe gestellt. "Was die Fans mit dem Trainer gemacht haben, ist schon sehr ungerecht", hatte der ehemalige bosnische Nationalspieler in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung gesagt.

Skibbe ist nach Thomas Doll der zweite Trainer, der nach Ende der abgelaufenen Saison nicht mehr im Amt ist. Doll hatte am Montag nach wochenlangen Diskussionen um seine Arbeit seinen Rücktritt bei Borussia Dortmund erklärt.

mig/ruf/dpa

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