Beckenbauer-Urteil Kahn auf dem absteigenden Ast

Er ist einer der Fürsprecher Oliver Kahns im Streit um die Nummer eins der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Aber auch Franz Beckenbauer hat inzwischen eingesehen, dass die Leistungskurve des Bayern-Keepers seit geraumer Zeit nach unten geht.


DFB-Keeper Kahn: "Er hält nicht mehr jeden Unhaltbaren"
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DFB-Keeper Kahn: "Er hält nicht mehr jeden Unhaltbaren"

Hamburg - Kahn sei 2002 in der Form seines Lebens gewesen, sagte Beckenbauer in einem "Sport Bild"-Interview. "Da war er im Zenit. Was er bei der WM bis aufs Endspiel gehalten hat, war unmenschlich. Das geht gar nicht", sagte der Münchner Vereinsboss, "wäre Kahn nicht drin gestanden, wären sie in der Vorrunde augeschieden." Doch so erreichte die DFB-Auswahl das Finale gegen Brasilien - und verlor dieses mit 0:2. Kahn leitet die Niederlage mit einem Fehler vor dem Führungstreffer ein.

Trotz aller Bedenken hält Beckenbauer ("Die Leistung bei der WM ist nicht zu toppen") Kahn weiterhin für die Nummer eins unter den deutschen Torhütern. "Er ist immer noch der Beste, aber er hält nicht mehr jeden Unhaltbaren." Für die Disharmonie innerhalb der Nationalmannschaft macht Beckenbauer Jens Lehmann verantwortlich, der beim englischen Meister FC Arsenal das Tor hütet. "Diese Diskussion ist doch nur aufgekommen, weil er sich aus London gemeldet hat. Dieses Störfeuer kam immer aus London."

Nationalcoach Jürgen Klinsmann hat sich bislang noch nicht öffentlich geäußert, welcher deutsche Torwart bei der WM 2006 im eigenen Land die Nummer eins sein wird. Der neue Torwart-Bundestrainer Andreas Köpke hat alle Beteiligten zu einem fairen Miteinander aufgefordert. Im Länderspiel heute Abend gegen Kamerun (3:0) stand verabredungsgemäß Lehmann im Kasten der DFB-Auswahl.



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