Bedenken des Ethikrats "Die Bundesliga wird sehr gehätschelt"

Vom Deutschen Ethikrat gibt es Kritik am geplanten Neustart der Bundesliga. Dass die Liga eventuell bald schon wieder anfangen könne, sei das Ergebnis von "geschicktem Lobbying".
Gibt es bald wieder Geisterspiele? Der Ethikrat bleibt skeptisch

Gibt es bald wieder Geisterspiele? Der Ethikrat bleibt skeptisch

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Roland Weihrauch/ DPA

Im Deutschen Ethikrat gibt es Skepsis hinsichtlich einer schnellen Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga. Dass in die Debatte über die Bundesliga "so viel Energie" gesteckt werde, sei "ein Beispiel für geschicktes Lobbying", sagte Ethikrat-Mitglied Steffen Augsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Rechtsprofessor nannte es "sinnvoller, darauf hinzuarbeiten, dass Kinder wieder gemeinsam draußen spielen können und etwa die Gastronomiebranche schnellstmöglich wieder in die Gänge kommt".

Der Fußball werde in den Planungen für die Lockerung der Corona-Restriktionen "doch sehr gehätschelt", kritisierte Augsberg. Für die Gesamtbevölkerung sei es nicht sonderlich relevant, ob Bundesligaspiele stattfänden oder nicht. Selbst wenn alle Jobs einbezogen würden, die an der Branche hängen, habe der Fußball "eine überschaubare wirtschaftliche Bedeutung". Andere Teile der Bevölkerung seien "viel erheblicher und existenzieller" von der Coronakrise betroffen. Der Deutsche Ethikrat berät Bundesregierung und Bundestag.

Die Sportminister der Bundesländer hatten in der vergangenen Woche eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs der ersten und zweiten Bundesliga ab Ende Mai gebilligt. Allerdings soll es nur Geisterspiele ohne Zuschauer im Stadion geben.

aha/afp
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