Bestechungsskandal Fifa eröffnet Verfahren gegen zehn karibische Fußball-Funktionäre

Der Bestechungsskandal im karibischen Fußballverband zieht weite Kreise. Mitte Oktober hatte die Fifa vier Funktionäre gesperrt, nun eröffnete sie ein Verfahren gegen zehn weitere Verdächtige. Sie sollen Geschenke des ehemaligen Blatter-Herausforderers Bin Hammam angenommen haben.

Fifa-Logo am Hauptquartier in Zürich: Strafen im Skandal um Bin Hammam
DPA

Fifa-Logo am Hauptquartier in Zürich: Strafen im Skandal um Bin Hammam


Hamburg - Die Ethikkommission des Weltverbands Fifa hat ein Verfahren gegen zehn weitere Funktionäre der karibischen Fußballunion CFU eröffnet. Es geht um mögliche Bestechungen bei einer CFU-Sondersitzung am 10. und 11. Mai in Trinidad und Tobago.

Die Ethikkommission hat die zehn Funktionäre - Raymond Guishard (Anguilla), Damien Hughes (Anguilla), Everton Gonsalves (Antigua und Barbuda), Derrick Gordon (Antigua und Barbuda), Lionel Haven (Bahamas, CFU), Patrick John (Dominica), Philippe White (Dominica), Vincent Cassell (Montserrat), Tandica Hughes (Montserrat), Oliver Camps (Trinidad und Tobago) - für weitere Befragungen vorgeladen.

Im Bestechungsskandal um den ehemaligen Fifa-Präsidentschaftskandidaten Mohammed Bin Hammam hatte der Weltverband Mitte Oktober bereits vier Sperren gegen CFU-Offizielle wegen Verstößen gegen das Ethikreglement verhängt.

Franka Pickering (Britische Jungferninseln) wurde für 18 Monate für jegliche Tätigkeit im Fußball gesperrt und mit einer Geldstrafe von 500 Schweizer Franken (rund 400 Euro) belegt. Horace Burrell aus Jamaika wurde für sechs Monate gesperrt, drei Monate wurden allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Osiris Guzman (Dominikanische Republik) und Ian Hypolite (St. Vincent und die Grenadinen) wurden jeweils für 30 Tage suspendiert, 15 Tage wurden zur Bewährung ausgesetzt. Weitere CFU-Offizielle erhielten kleine Geldstrafen und Ermahnungen.

Der inzwischen lebenslang gesperrte Bin Hammam soll bei einer Sondersitzung am 10. und 11. Mai in Trinidad und Tobago versucht haben, CFU-Funktionäre mit Geldgeschenken in Höhe von jeweils 40.000 Dollar zu bestechen. Damit soll er versucht haben, Stimmen für die Wahl gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter zu kaufen.

Bin Hammam, der die Vorwürfe stets bestritt, hatte kurz vor der Wahl gegen den Schweizer seine Kandidatur zurückgezogen. Blatter war daraufhin ohne Gegenkandidat für eine vierte Amtszeit als Fifa-Boss bestätigt worden. Bin Hammam war im Juli dieses Jahres vom Weltverband Fifa wegen Korruption lebenslang gesperrt worden.

luk/sid



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