Besuch auf neuem DFB-Campus Scholz bleibt bei Equal-Pay-Forderung für Fußballerinnen

Wie kann man noch mehr Mädchen für eine Karriere im Fußball begeistern? Kanzler Scholz will bei der Bezahlung ein politisches Zeichen setzen, DFB-Präsident Neuendorf argumentiert anders.
Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Bei einem Besuch auf dem neuen DFB-Campus in Frankfurt am Main hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seine Forderung nach gleichen Prämien für die Männer- und Frauen-Nationalmannschaft bekräftigt. Es gehe »um die Frage: Wie kann man mehr Mädchen für Fußball begeistern? Und dabei spielen die Prämien eine Rolle«, sagte der 64-Jährige bei seinem Besuch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

»Mein Standpunkt ist bekannt. Das ist aus meiner Sicht etwas Politisches und etwas anderes als bei Gehaltsverhandlungen«, sagte Scholz. Die Debatte über Equal Pay beim DFB hatte im Zuge des Erfolges der Frauen-Nationalmannschaft bei der EM an Fahrt aufgenommen. »Wir haben 2022. Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden. Das gilt auch für den Sport, besonders für Nationalmannschaften«, hatte Scholz während der Gruppenphase getwittert. Anschließend hatte er das EM-Finale gegen England besucht.

Die DFB-Frauen hätten für den EM-Titel eine Prämie von 60.000 Euro pro Spielerin bekommen, die Männer hätten im Vorjahr pro Person allerdings 400.000 Euro erhalten. Er sei »froh, dass die Idee offen aufgenommen wurde«, sagte der SPD-Politiker.

Neuendorf betont Orientierung der Prämien am Markt

DFB-Präsident Bernd Neuendorf zeigte sich gesprächsbereit. »Ich bin bereit, in unseren Gremien zu diskutieren, ob unser Prämiensystem noch zeitgemäß ist, oder ob man das anpassen sollte«, sagte der 61-Jährige. Auch mit Kräften aus der Politik wolle er sich zu diesem Thema »weiter unterhalten«.

Neuendorf schränkte aber auch ein: »Unsere Prämien definieren wir über den wirtschaftlichen Erfolg eines Wettbewerbs. Da sind wir europaweit nicht rückständig.« Schon im kommenden Monat wolle er im Kanzleramt vorstellig werden und den Austausch »vertiefen«.

Es sei »toll, dass es das erste Treffen gibt«, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im »Aktuellen Sportstudio« des ZDF am Samstag. Prinzipiell spreche auch nichts gegen gleiche Titelprämien, sagte Voss-Tecklenburg – aber eben nicht auf dem gigantischen Niveau der Männer. Sondern »bei den Männern ein bisschen weniger, bei den Frauen ein bisschen mehr«, betonte die Bundestrainerin.

vgl/sid
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.