Betrugsskandal in Italien Verdacht gegen früheren Profi Signori erhärtet

Der ehemalige Nationalspieler Giuseppe Signori gerät stärker unter Verdacht, in Spielmanipulationen verwickelt zu sein. Der frühere Lazio-Stürmer wurde stundenlang von der Polizei verhört. Signori selbst beteuert seine Unschuld.
Ex-Nationalspieler Signori: "Alles spricht gegen ihn"

Ex-Nationalspieler Signori: "Alles spricht gegen ihn"

Foto: ALESSANDRO GAROFALO/ REUTERS

Hamburg - Trotz seines Dementis steht der ehemalige italienische Nationalspieler Giuseppe Signori weiter unter Betrugsverdacht. "Alles spricht gegen ihn", titelte die "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag. Der frühere Lazio-Rom-Kapitän hatte in seinem Verhör bei der Staatsanwaltschaft Cremona am Mittwochabend jegliche Beteiligung an Spiel-Manipulationen bestritten. Er musste aber zugeben, dass eine in seiner Wohnung beschlagnahmte "Anleitung" zur Abgabe von mutmaßlich unlauteren Wetten von ihm persönlich geschrieben worden war.

Die Verhöre wurden am Donnerstag in Cremona fortgesetzt. Zeitungsberichten zufolge ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft Neapel. Sie vermutet bei drei Spielen des SSC Neapel Einflussnahmen der Camorra. Neapel und alle anderen im Zusammenhang mit dem Wettskandal genannten Clubs wiesen jegliche Beteiligung von sich. Die Fans des ins Zwielicht geratenen Aufsteigers Atalanta Bergamo kündigten für Donnerstagabend eine Demonstration an.

Fußballverbandspräsident Giancarlo Abete kritisierte, dass immer mehr Spieler und Clubs ohne stichhaltige Beweise in den Skandal hineingezogen würden. Das sei ein "Massaker". Die Kritik richtete sich nicht nur gegen vorschnell berichtende Medien, sondern auch gegen Staatsanwalt Roberto Di Martino. Dieser habe "ohne Beweise" zu haben, seinen "Eindruck" geäußert, wonach in der Serie A Clubs untereinander Ergebnisabsprachen treffen. Italiens Innenminister Roberto Maroni drohte unterdessen, Spiele im Notfall abzubrechen, wenn es klare Hinweise auf Manipulationen gibt.

aha/dpa
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