Betrugsskandal Italiens Wettpate kämpft gegen seine Verurteilung

Nachspiel im italienischen Manipulationsskandal: Wettpate Luciano Moggi soll für mehr als fünf Jahre ins Gefängnis. Der 74-Jährige will dieses Urteil aber nicht akzeptieren und kündigte den Gang in die Berufung an.

Wettpate Moggi: Berufung gegen das Urteil der Richter in Neapel
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Wettpate Moggi: Berufung gegen das Urteil der Richter in Neapel


Hamburg - Fußball-Pate Luciano Moggi sieht sich als Justiz-Opfer und kämpft gegen die drohende Gefängnisstrafe. Der als Drahtzieher des italienischen Betrugsskandals 2005/2006 nun zu fünf Jahren und vier Monaten Haft verurteilte Ex-Sportdirektor von Rekordmeister Juventus Turin will Berufung einlegen. "Big Luciano", der wegen seiner Rolle in der Wett- und Manipulationsaffäre bereits lebenslang als Fußball-Funktionär gesperrt ist, ging am Mittwoch nach dem Urteilsspruch in die Offensive.

"Das war nur die erste Runde. Ich kämpfe weiter und hoffe jetzt auf eine wahrhaftige Justiz", sagte der 74-jährige Moggi dem italienischen TV-Sender "Sky Sport 24". Die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" verglich die Affäre um Moggi und weitere verurteilte Fußball-Bosse gar mit der aktuellen Staatskrise um Regierungschef Silvio Berlusconi.

Die Richter waren im Fall Moggi der Auffassung, dass der Ex-Manager als Kopf einer kriminellen Vereinigung das italienische Fußballsystem manipuliert hat. Er habe sich der systematischen Hilfe korrupter Schiedsrichter bedient, urteilten die Richter. Tausende Telefonate waren abgehört worden.

"Ich werde alles versuchen"

"Juve gewann damals, weil sie eben die Stärksten waren", sagte Moggi im Fernsehen, wies die massiven Manipulationsvorwürfe weit von sich und kündigte den Gang in die Berufung an. "Ich kämpfe für mich und für all jene, die von diesem Prozess zerstört worden sind. Offensichtlich muss ich weiterkämpfen: wenn Gott mir die Stärke geben wird, werde ich alles versuchen, das Gegenteil zu beweisen", erklärte Moggi. Die Staatsanwaltschaft in Neapel hatte eine Strafe von fünf Jahren und acht Monaten gegen den umtriebigen Funktionär gefordert.

Wegen illegaler Beeinflussung der Spiele waren Juventus Turin die Meistertitel 2005 und 2006 aberkannt worden. Vor fünf Jahren war Inter Mailand danach zum Titelträger erklärt worden, Juventus musste den Zwangsabstieg in die Liga B antreten.

Wegen der nachgewiesenen Manipulationen im größten Skandal der italienischen Fußball-Geschichte ("Calciopoli") fällte die italienische Justiz weitere Urteile: Der ehemalige Schiedsrichter-Koordinator Paolo Bergamo wurde zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt, sein Kollege Pierluigi Pairetto zu 16 Monaten.

Auch Clubverantwortliche wurden für schuldig befunden. Claudio Lotito, Präsident von Miroslav Kloses Verein Lazio Rom, wurde wegen Sportbetrugs zu 15 Monaten Haft verurteilt, die Besitzer des AC Florenz, Andrea und Diego Della Valle, aus dem gleichen Grund ebenfalls zu 15 Monaten. Leonardo Meani, ehemalige Manager des AC Mailand, kam mit einem Jahr Haft davon.

aha/dpa



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