Bielefeld Meuterei gegen Gerland

Wenige Tage vor Beginn der Rückrunde probten die Spieler von Arminia Bielefeld den Aufstand gegen ihren Trainer. Mit dessen Rückendeckung durch den Vorstand haben sie allerdings nicht gerechnet.


Umstrittener Hermann Gerland: "Jeder muss Kritik vertragen können"
AP

Umstrittener Hermann Gerland: "Jeder muss Kritik vertragen können"

Bielefeld - Die Profis von Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld sind mit einer Revolte gegen Trainer Hermann Gerland gescheitert. Wie mehrere Zeitungen übereinstimmend berichten, hat der Spielerrat mit Kapitän Bruno Labbadia am Montagabend beim Vereinsvorstand den Rauswurf des Trainers gefordert. Am Dienstag schmetterten Präsident Hans-Hermann Schwick und Manager Heribert Bruchhagen in einer Krisensitzung mit der Mannschaft den Vorstoß ab. "An unserem Entschluss vom 20. Dezember ändert sich nichts. Gerland bleibt unumstritten", sagte der Sprecher des Verwaltungsrates Rainer Ludwig der "Neuen Westfälischen".

Auslöser des Spieler-Aufstandes waren die peinlichen Auftritte der Mannschaft bei den Regionalligisten LR Ahlen (1:1) und Eintracht Braunschweig (1:2) am vergangenen Wochenende, die keine Hoffnung auf einen gelungenen Start in die Rückrunde gegen den FC Schalke 04 am Samstag auf der Bielefelder Alm aufkommen ließen. Doch die Grundlage für die Unzufriedenheit wurde bereits in der sportlich katastrophal verlaufenen Hinrunde gelegt. Als Tabellenschlusslicht mit acht Punkten Rückstand auf einen rettenden Mittelfeldplatz, haben die Bielefelder nur noch minimale Chancen, den Verbleib in der Bundesliga zu sichern.

Gerland selbst reagierte geschockt. "Unsere ohnehin schon schwere Aufgabe wird dadurch nicht leichter", sagte der Trainer, der trotz der Rückendeckung durch den Vorstand geschwächt aus der Krise hervorgeht. "Jeder muss Kritik ertragen können", sagte Präsident Schwick. Und auch Bruchhagen zeigte Verständnis für die Aktion der Profis. "Wir müssen alle besser werden. Das ist klar", betonte der Manager.



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