Boca-Juniors-Spieler im Krankenhaus Finale der Copa Libertadores nach Angriff auf Mannschaftsbus verschoben

Auf dem Weg ins Stadion haben Fans von River Plate den Bus der Boca Juniors attackiert. Mehrere Profis werden medizinisch behandelt - der "Superclásico" soll Sonntag nachgeholt werden.


Das Team der Boca Juniors ist vor dem Finale der Copa Libertadores von Fans des Stadtrivalen River Plate angegriffen worden. Der Bus, mit dem die Profis zum Rückspiel fuhren, wurde am Samstag bei der Ankunft am River-Plate-Stadion in Buenos Aires mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen, die mindestens vier Fenster des Fahrzeuges zerstörten.

Es drang zudem Pfeffer- oder Tränengas in den Bus ein. Wie genau, darüber gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Lokale Medien berichten, die Polizei habe Tränengasbomben eingesetzt, um die Angreifer zurückzudrängen. Diese hätten die Bomben dann selbst benutzt und damit den Bus attackiert.

"Sie haben uns mit allem Möglichen beworfen", sagte Stürmer Darío Benedetto. Auch er sprach von "Pfefferspray". Bocas Superstar Carlos Tévez erreichte das Stadion mit Atembeschwerden, wie der TV-Sender TNT zeigte. Auch andere Fußballer und Betreuer rieben sich die Augen. Mittelfeldspieler Pablo Pérez ist nach Angaben der Zeitung "Clarín" ins Krankenhaus gebracht worden.

Bocas Generalsekretär Christian Gribauldo sagte, dass sich einige Spieler bei dem Angriff Schnittwunden zugefügt hätten. Diese seien "nicht in der Lage zu spielen", erklärte er weiter. Vereinspräsident Daniel Angelici bat darum, das Spiel vorerst abzusagen. Der südamerikanische Fußballverband CONMEBOL hatte den Anpfiff zunächst mehrfach verschoben und die Partie schließlich auf Sonntag verlegt.

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Copa Libertadores: Straßenschlacht statt Fußballfest

BVB vs. Schalke wirkt dagegen harmlos

Das Spiel war mit besonderer Spannung erwartet worden. Die Copa Libertadores sind der wichtigste Klubwettbewerb Südamerikas. Erstmals in der Copa-Geschichte kommt es in diesem Jahr zu einem rein argentinischen Duell. River Plate und Boca Juniors kommen sogar aus derselben Stadt, Buenos Aires. Die Rivalität der Klubs, insbesondere der beiden Fanlager, ist legendär. Ein Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke wirkt dagegen harmlos.

Das Hinspiel im Boca-Stadion war 2:2 (2:1) ausgegangen. Vor dem Rückspiel, bei dem 2100 Polizisten im Einsatz sind, gingen Bilder einer öffentlichen Trainingseinheit der Juniors um die Welt, bei der rund 50.000 Fans zuschauten.

Im Rückspiel dürfen sie nicht dabei sein. Seit 2013 dürfen in ganz Argentinien wegen zahlreicher Gewalttätigkeiten keine Gästefans mehr ins Stadion. Rund um die Arena kam es zu Schlägereien zwischen rivalisierenden Fan-Gruppen.

Schon als sich beide Teams vor drei Jahren im Achtelfinale der Copa begegneten, war es zu Ausschreitungen gekommen. Damals hatten Boca-Fans River-Profis mit Pfefferspray attackiert. Anschließend wurde Boca aus dem Wettbewerb ausgeschlossen.

mon/dpa/sid/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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mutburger 24.11.2018
1. heftig
ein beispiel mehr, wie verkommen dieses fussballgeschäft ist. normalerweise müsste das spiel abgesagt und boca zum sieger erklärt werden (kein ehrenhafter sieg, ist klar). wird nicht gemacht, weil zuviel geld im spiel ist. so wird auf teufel komm raus gespielt. ist auch klar...wenn selbst bei bombenattentaten ein spiel höchstens um einen tag verschoben wird...sowas schafft maßstäbe...
Affenhirn 25.11.2018
2. Ist der Bericht nur für Eingeweihte?
Falls nicht, dann wäre es der Allgemeinheit gegenüber sicherlich nicht zu viel verlangt, bereits im vorderen Teil des Artikels zu erwähnen, dass es sich um einen Vorfall in Argentinien handelt. Jedenfalls schließe ich das daraus, dass gelegentlich immerhin die Stadt Buenos Aires erwähnt wird und relativ am Ende auch schon mal das Wort "Argentinien" auftaucht. Stört vielleicht nicht jeden - mich schon.
palerider78 25.11.2018
3. Und das alles
wegen Fussball. Beknackt.
Kezman9 25.11.2018
4. Infantino sieht nur Geld.
Infantino hat mit einer Sperre gedroht falls Boca nicht Antritt. Nach diesen Bildern wäre es verständlich gewesen, wenn das Team nicht auf's Feld gegangen wäre. Nur weil sie gut verdienen, muss man nicht alles über sich ergehen lassen.
jaka778 25.11.2018
5. Kontext bitte - wenigstens ganz kurz
Leute, wenn man den Artikel erst zur Hälfte gelesen haben muss, bis man erstmal eine Information bekommt wo sich das Ereignis denn zugetragen hat (und dafür muss man dann auch schon wissen wo Buenos Aires liegt) stimmt echt bei den Basics was nicht - oder eure Chefs sollten mal Eure Schlagzahl überdenken - das ist echt nicht gut.
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