Neues Sharing-Modell Borussia Dortmund bekommt zweiten Trikotsponsor

Evonik wird beim BVB bald nur noch in den Pokalwettbewerben die Brust zieren. In der Bundesliga wirbt der Klub mit einem anderen Hauptsponsor. Das hat es im deutschen Profifußball noch nicht gegeben.
Erling Haaland sorgt derzeit dafür, dass Hauptsponsor Evonik viel Werbefläche in der Champions League bekommt

Erling Haaland sorgt derzeit dafür, dass Hauptsponsor Evonik viel Werbefläche in der Champions League bekommt

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SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX

Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund wird ab der kommenden Saison ein neues Sponsoring-Modell einführen und in verschiedenen Wettbewerben mit unterschiedlichen Trikotsponsoren auflaufen. Das gab der Klub bekannt. In der Champions League und im DFB-Pokal wird weiterhin der Essener Chemiekonzern Evonik auf der Brust der BVB-Profis zu sehen sein, in der Bundesliga wird das Kommunikationsunternehmen 1&1 als weiterer Hauptsponsor die Werbefläche auf dem Trikot übernehmen.

Dass ein Fußball-Klub in verschiedenen Wettbewerben mit unterschiedlicher Trikotwerbung aufläuft, ist im deutschen Profifußball kein Novum. Dass sich zwei unterschiedliche Unternehmen den Platz teilen hingegen schon. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nannte den Schritt einen "Meilenstein auf dem Weg der wirtschaftlichen und damit auch sportlichen Weiterentwicklung des BVB". Der Klub steigert mit dem Split-Modell seine jährlichen Einnahmen aus dem Trikotsponsoring.

Evonik ist seit 2006 Hauptsponsor der Borussia, 2014 wurde die Zusammenarbeit bis 2025 verlängert. Bislang überwies der Konzern dem Klub jährlich bis zu 20 Millionen Euro für seine exklusive Präsenz als Trikotsponsor. Nach Informationen des SPIEGEL wird der Vertrag zwischen dem BVB und Evonik angepasst, die Unterstützung für den Klub soll ab der neuen Saison um die Hälfte reduziert werden und damit bis zu rund zehn Millionen Euro jährlich betragen.

"In Deutschland ist der BVB fest in der Liga-Spitze etabliert und unsere Marke auch deshalb sehr bekannt", sagte Evonik-Chef Christian Kullmann dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der Konzern wolle sich nun stärker auf die internationale Präsenz fokussieren. 1&1 sicherte sich die Werbepräsenz auf dem deutschen Markt und soll Bundesliga Dortmund dafür Berichten zufolge erfolgsabhängig pro Jahr 12 bis 15 Millionen Euro zahlen.

Neben den Zahlungen soll ein weiteres Detail der Zusammenarbeit mit dem neuen Sponsor bereits im Vorfeld geklärt worden sein: 1&1 wird darauf verzichten, in den Firmenfarben Blau und Weiß auf dem BVB-Trikot zu werben.

Den Vertrag mit Ausrüster Puma hatte Borussia Dortmund im November bis in das Jahr 2028 verlängert. Der Sportartikelhersteller soll dafür rund 250 Millionen Euro zahlen.

tip/dpa