Krawalle bei BVB vs. Leipzig 32 Strafverfahren gegen Randalierer eingeleitet

Die Krawalle von Anhängern Borussia Dortmunds beim Spiel gegen den RB Leipzig haben Folgen. Kritik an der Einsatzplanung weist die Polizei von sich.

Polizeieinsatz in Dortmund
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Polizeieinsatz in Dortmund


Die Randale vor dem Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig hat Folgen: Nach Aussage des Inspekteurs der NRW-Polizei, Bernd Heinen, sind 32 Strafverfahren eingeleitet worden. 17 Verfahren betreffen den Strafbestand der Körperverletzung. Das sagte Heinen im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags zu den Ausschreitungen von Samstag, bei denen Steine und Flaschen auf RB-Anhänger flogen.

Eine achtköpfige Ermittlungskommission arbeite zudem die Geschehnisse rund um das Westfalenstadion auf, die Staatsanwaltschaft prüfe die strafrechtliche Relevanz der Schmäh- und Hassbanner auf der Südtribüne.

Die NRW-Polizei sei nach ihrer Darstellung mit 237 Beamten und "nachalarmierten" Kräften richtig aufgestellt gewesen. Zum Vergleich: Beim Derby gegen Schalke 04 waren zuletzt in der Regel rund 1500 Beamte im Einsatz.

Die Polizei habe auch auf eine Bitte der Geschäftsführung von RB Leipzig um besonderen Schutz für den Mannschaftsbus mit umfangreichen Schutzmaßnahmen reagiert, so der hohe Beamte des NRW-Innenministeriums. Weil die nach Polizeiangaben bis zu 400 Dortmunder Ultras nicht an den sicher umgeleiteten Bus herankamen, habe sich die Gewalt eruptiv gegen normale Fans gerichtet.

Das Leipziger Fanprojekt hatte hingegen nach der Partie in Dortmund bemängelt, dass es keinen ausreichenden Polizeischutz gegeben habe. "Das Sicherheitskonzept war von vorne bis hinten katastrophal", hieß es.

"WAZ" und "Westfälische Rundschau" hatten von einem Schreiben der RB-Leipzig-Spitze vom November 2016 berichtet, in dem das NRW-Innenministerium vor möglichen Ausschreitungen gewarnt worden sei. Das Bundesland sei um besseren Schutz bei den noch anstehenden Auswärtsspielen in Dortmund, Mönchengladbach und Schalke gebeten worden. Im September und November 2016 war es zu Attacken gegen den Leipziger Mannschaftsbus in Köln und Leverkusen gekommen.

Dortmunds Kapitän entschuldigt sich per Videobotschaft:

BVB total

mon/dpa

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loverslane 09.02.2017
1. Wo bleibt das Bedauern der Fans?
Gestern beim Spiel gegen Hertha BSC hielt zwar ein Teil der Fans Schilder gegen Gewalt hoch. Ein Wort der Selbstkritik oder des Bedauerns der Fans suchte man vergeblich. Dabei waren es ja wohl größtenteils dieselben, die ein paar Tage vorher auf Plakaten noch zum Pflastersteinwurf oder ähnlichem aufgefordert hatten...
minga1972 09.02.2017
2. Verharmlosung
Da hat ein Dortmunder Mob von ca. 500 Leuten Jagd auf Frauen, Kinder und Polizisten gemacht. Angestachelt wurde der Mob von Herrn Watzke (wie auch Löw klar gesagt hat, Chapeau für diese Ehrlichkeit). Und im Stadion sind 25000 Unterstützer, die ohne Probleme "Pflastersteine auf die Bullen"-Banner hochhalten und sich noch für die tolle Stimmung feiern. Seit Samstag die Wand der Schande... Watzke muss zurück treten und der Verein muss hart bestraft werden.
movfaltin 09.02.2017
3.
Wenn ich schon wieder die verharmlosenden Statements der Leute vom NRW-Jäger lesen muss. Nein, die Polizei hat augenscheinlich keine hinreichenden Maßnahmen getroffen, hat versagt. Alles andere ist eine dreiste Lüge der Polizei ins Gesicht der Opfer. Genau wie folgendes Zitat aus dem Artikel: ---Zitat--- Weil die nach Polizeiangaben bis zu 400 Dortmunder Ultras nicht an den sicher umgeleiteten Bus herankamen, habe sich die Gewalt eruptiv gegen normale Fans gerichtet. ---Zitatende--- Warum "weil"? Begründet oder rechtfertigt die Abschirmung eines Busses etwa Gewalttaten gegen Dritte? Was ist denn das für ein Rechtsverständnis der NRW-"Polizei"? Leute, die solche Aussagen machen und damit sagen, es sei ehernes Gesetz und ganz normal, dass Bürger andere verletzten, sollten dringend unehrenhaft entlassen werden. Kriminalität und Verteidigung von Straftaten in Reihen der Ordnungskräfte geht gar nicht.
viceman 09.02.2017
4. selten solch einen blödsinn
Zitat von minga1972Da hat ein Dortmunder Mob von ca. 500 Leuten Jagd auf Frauen, Kinder und Polizisten gemacht. Angestachelt wurde der Mob von Herrn Watzke (wie auch Löw klar gesagt hat, Chapeau für diese Ehrlichkeit). Und im Stadion sind 25000 Unterstützer, die ohne Probleme "Pflastersteine auf die Bullen"-Banner hochhalten und sich noch für die tolle Stimmung feiern. Seit Samstag die Wand der Schande... Watzke muss zurück treten und der Verein muss hart bestraft werden.
gelesen. aber wie bitte schön, soll herr watzke daran schuld sein ? weil er etwas gegen die spaßmannschaft des brausemilliardärs gesagt hat ? sind sie evtl. noch beim kindergartenniveau -große gruppe - sitzengeblieben ? die schuldigen an den ausschreitung gehören selbstverständlich bestraft, dafür gibt es ja nun mal die polizei. die muß das eben im rahmen der gesetze ermitteln... anschließend müssen die verantwortlichen für die sicherheit in der stadt dortmund , zusammen mit dem club entsprechende veränderungen realisieren, damit so etwas nicht wieder vorkommt...
solltemanwissen 09.02.2017
5.
Zitat von minga1972Da hat ein Dortmunder Mob von ca. 500 Leuten Jagd auf Frauen, Kinder und Polizisten gemacht. Angestachelt wurde der Mob von Herrn Watzke (wie auch Löw klar gesagt hat, Chapeau für diese Ehrlichkeit). Und im Stadion sind 25000 Unterstützer, die ohne Probleme "Pflastersteine auf die Bullen"-Banner hochhalten und sich noch für die tolle Stimmung feiern. Seit Samstag die Wand der Schande... Watzke muss zurück treten und der Verein muss hart bestraft werden.
Ja ja, da ist der Hass aus dem Süden wieder ganz groß. Als der eigene Mob Nürnberger Fans auf dem Weg zur Allianzarena attackierte, einer Frau bei einem Rastplatzüberfall ein Auge zerstörte oder auf Schalke zusammen mit Bochum Hools zur Heimkurve zog, um sich zu Prügeln, habe ich von Ihnen keine Rücktrittsforderungen gelesen. Wenn zwei das gleiche... Ach Sie wissen schon
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