Anschlag auf BVB-Bus Was wir wissen - und was nicht

Die Detonationen dreier "ernst zu nehmender Sprengsätze" am Mannschaftsbus des BVB haben Dortmund erschüttert. Die Champions-League-Partie wurde abgesagt, ein Spieler musste ins Krankenhaus. Vieles ist noch ungeklärt. Die Fakten.

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Vor dem Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und der AS Monaco hat es am Dienstagabend einen Angriff auf den Mannschaftsbus des BVB gegeben. Hier sind die Fakten im Überblick:

Was wir wissen:

  • Am Mannschaftsbus des BVB hat es laut Polizei am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr drei Explosionen gegeben.
  • Der Bus wurde an zwei Stellen stark beschädigt.
  • Der Vorfall ereignete sich auf dem Weg der Mannschaft vom Teamhotel zum Stadion, in unmittelbarer Nähe zur Hotelausfahrt im Stadtteil Dortmund Höchsten, knapp zehn Kilometer vom Stadion entfernt.
  • Laut Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange gehen die Sicherheitskräfte davon aus, "dass es sich um einen gezielten Angriff gegen die Mannschaft des BVB" gehandelt hat.
  • Laut Polizei handelte sich um "ernst zu nehmende Sprengsätze".
  • Vor Ort wurde ein weiterer verdächtiger Gegenstand gefunden, der nicht gezündet hat. Er entpuppte sich nach Polizeiangaben bei genauerer Untersuchung als Unrat.
  • BVB-Profi Marc Bartra wurde bei der Explosion verletzt ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde der Spanier wegen einer gebrochenen Speiche im Arm erfolgreich operiert. Ein Polizist, der den Bus auf einem Motorrad begleitet hatte, erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.
  • Für den Nachholtermin am Mittwoch (18.45 Uhr) sind spezielle Sicherheitsvorkehrungen für beide Teams sowie die Zuschauer vorgesehen.
  • Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Ermittelt wird wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts.
  • Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen. Insgesamt gebe es zwei Verdächtige, teilte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit. Die Wohnungen der Personen wurde durchsucht. Die Sprecherin sagte auch, dass Spuren in die islamistische Szene führen.
  • Der Fund von drei gleichlautenden Bekennerschreiben mit islamistischen Inhalten wurde bestätigt.

Was wir nicht wissen:

  • Zu den Hintergründen der Tat ist noch nichts öffentlich bekannt.
  • Die Ermittler von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt befassen sich derzeit intensiv mit zwei Bekennerschreiben. Ein Schriftstück, das in Tatortnähe gefunden wurde, erweckt den Anschein, dass der Anschlag einen islamistischen Hintergrund haben könnte. Zuvor war im Internet ein zweites Schreiben aufgetaucht, das den Anschein erweckte, aus der antifaschistischen Szene zu stammen. Die Echtheit wird jedoch stark angezweifelt. Es gebe sehr viele Gründe, ziemlich skeptisch zu sein, sagte ein hochrangiger Beamter aus Nordrhein-Westfalen. Ermittelt werde daher in alle Richtungen.
  • So sind auch die Motive für die Tat bisher völlig unklar.
  • Auch zu möglichen Tätern gibt es noch keinerlei öffentliche Erkenntnisse.

  • Wie die Detonationen ausgelöst wurden, konnte noch nicht ermittelt werden.

Die Polizei bittet darum, Gerüchte und Spekulationen zu unterlassen, um eine schnellstmögliche Aufklärung des Angriffs zu garantieren.

aev/mon



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