Dortmunds Sieg gegen Gladbach Wieder auf Kurs

Der BVB ist durch einen Sieg gegen Gladbach auf Platz drei gesprungen - auch dank eines besonderen Jokers. Gladbach strauchelt weiter und zeigt erneut zwei große Schwächen. Alles Wichtige zum Spiel.
Irgendwo unter der Jubeltraube: Raphael Guerreiro

Irgendwo unter der Jubeltraube: Raphael Guerreiro

Foto: Guido Kirchner/ dpa

Die Ausgangslage: Man müsse "einen Mittelweg finden", sagte Thomas Tuchel über den Umgang mit der Mannschaft eineinhalb Wochen nach dem Anschlag auf das Dortmunder Team. Ein wenig Abstand ist gewonnen, ein mutmaßlicher Täter ist gefasst. Sportlich gab es die Chance, durch einen Sieg im Borussia-Duell an Hoffenheim vorbei auf Platz drei zu springen. Für Gladbach ging es darum, wieder an die Europapokalplätze heranzurücken.

Das Ergebnis: 3:2 (1:1) für den BVB, der dadurch vier Spieltage vor Schluss den direkten Champions-League-Platz erobert. Hier geht es zum Spielbericht, hier zur Tabelle.

Die Startaufstellungen:
Gladbach: Sommer - Elvedi, Christensen, Vestergaard, Wendt - Dahoud, Strobl - Traoré, Hofmann - Hahn, Stindl
Dortmund: Bürki - Bender, Ginter, Schmelzer - Durm, Sahin, Castro, Guerreiro - Pulisic, Reus, Dembélé

Die erste Hälfte: War zunächst extrem einseitig. Gladbach kam mit dem Tempo der Dortmunder Offensivreihe zu Beginn überhaupt nicht zurecht. Es folgte die Führung durch einen Foulelfmeter von Marco Reus. Danach parierte Yann Sommer glänzend gegen Ousmane Dembélé, Tobias Strobl rettete gegen Reus. Die neu formierte Dortmunder Defensive stand sehr sicher, die Gastgeber waren offensiv kaum zu sehen - bis der eingewechselte Mikel Merino sich einen schlimmen Fehlpass leistete und Lars Stindl den Ausgleich erzielte.

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Bundesliga: Nummer 10 für Stindl, Nummer 27 für Aubameyang

Foto: Guido Kirchner/ dpa

Die zweite Hälfte: Ein (zweites) Eigentor brachte die Gladbacher Führung. Marcel Schmelzer lenkte eine Hereingabe von Oscar Wendt ins eigene Tor ab. Gladbach wurde in der Folge stärker, aber Pierre-Emerick Aubameyang sorgte kurz nach seiner Einwechslung (57.) für das 2:2 (59.). Danach retteten die Torhüter ihre Teams: Gladbachs Sommer parierte gut gegen Christan Pulisic (62.), Dortmunds Roman Bürki gegen Patrick Herrmann (77.). Raphaël Guerreiro traf in der Schlussphase erst den Innenpfosten und dann per Kopf ins Tor.

Pechvogel: Monatelang hatte er gefehlt, zuletzt zeigte er gegen Monaco und Frankfurt starke Leistungen, jetzt musste Nuri Sahin wegen einer Knöchelverletzung wieder früh vom Feld. Es besteht der Verdacht auf einen Außenbandriss.

Nuri Sahin

Nuri Sahin

Foto: Maja Hitij/ Bongarts/Getty Images

Junges Jubiläum: Auch wenn Fußball-Profis immer früher einsteigen - so manch ein Spieler gibt mit 18 Jahren erst sein Debüt. Christian Pulisic hat in diesem Alter nun bereits 50 Pflichtspiele für den BVB absolviert. Gegen Gladbach zeigte er eine starke Leistung und überzeugte vor allem wieder mit seinem Tempo.

Vorstellungsspiel: Mo Dahoud wechselt im Sommer von der einen Borussia zur anderen. Im direkten Duell hatte er die Chance, seinem neuen Arbeitgeber schon mal zeigen, was er mit nach Dortmund bringen würde. Der Deutsche verschuldete allerdings erst den Elfmeter vor der Gäste-Führung und machte danach ein eher unauffälliges Spiel. Nach 64 Minuten wurde er unter Pfiffen des Gladbacher Publikums ausgewechselt.

Schnellstarter: Zum ersten Mal kam der zu Beginn geschonte Aubameyang in dieser Bundesliga-Saison als Joker auf den Platz. Danach brauchte er nur 108 Sekunden, um einen Treffer zu erzielen. Natürlich kam die Vorarbeit von seinem Lieblingsmitspieler:

Gladbacher Schwäche I: Seit Dieter Hecking im Amt ist, hat der Trainer die Defensive seines Teams stabilisiert. Zuletzt war die Borussia aber wieder extrem anfällig. In den vergangenen drei Spielen kassierte Gladbach zehn Gegentore. Zuvor war es bei insgesamt 17 Pflichtspielen unter Hecking nicht mal eins pro Partie (0,94).

Gladbacher Schwäche II: Im vergangenen Jahr gehörte die Borussia als Tabellenvierter zu den Top-Teams. In diesem Jahr ist der Klub weit weg von der Spitzengruppe und gegen das Quartett (Bayern, Leipzig, Hoffenheim, Dortmund) sehr erfolglos. In den acht Duellen gegen diese vier Mannschaften holte Gladbach in der ganzen Spielzeit zwei Punkte - einzig Freiburg schaffte weniger.

Fazit des Spiels: Dortmund ist wieder auf Kurs, liegt auf einem direkten Champions-League-Platz - und schafft durch den Erfolg vielleicht auch den nächsten Schritt zurück in die Normalität. "Wir haben heute gezeigt, dass wir wieder da sind", sagte BVB-Torwart Bürki. Am Mittwoch geht es zum Pokal-Halbfinale nach München. Gladbach hat weiter große Probleme, bleibt im Tabellen-Mittelfeld, kann aber am Dienstag gegen Frankfurt ebenfalls den Einzug ins Pokalfinale schaffen (beide Spiele ab 20.45 Uhr im High-Liveticker bei SPIEGEL ONLINE). Vielleicht bekommen die Fohlen in Berlin ja noch die Chance, sich beim BVB zu revanchieren.

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