Dortmunds Sieg gegen Hoffenheim "Erschöpft und erleichtert"

Endlich ein Sieg! Borussia Dortmund hat dank des Erfolgs über Hoffenheim vorerst die Abstiegsränge verlassen. Trainer Jürgen Klopp wirkte befreit - und erklärte seinen überraschenden Torwartwechsel.

BVB-Trainer Klopp: "Wollte Frische und Spaß"
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BVB-Trainer Klopp: "Wollte Frische und Spaß"


Hamburg - Als der Pfiff ertönte, der das Spiel beendete, blieb Jürgen Klopp verblüffend ruhig. Statt den Sieg seines BVB gegen Hoffenheim im typisch-ausgelassenen Klopp-Gestus zu feiern, wandte er sich ab vom Spielfeld und hin zu seinen Mitarbeitern und Ersatzspielern. Klopp umarmte nacheinander jeden einzelnen.

Der 1:0 (1:0)-Erfolg der Borussia, der dem zuletzt schwer kriselnden Klub dazu verhalf, vorerst die Abstiegsränge zu verlassen, löste nach außen hin keine Euphorie aus bei Klopp. Zumindest schien der Coach einen gefassten Anschein erwecken zu wollen.

"Ich bin erschöpft und erleichtert", sagte Klopp nach dem Spiel. Dem Gefühl, dass die Krise nun vorbei sei, steuerte er ironisch entgegen: "Wir sind der verdiente Sieger, mehr ist aber auch nicht passiert. Jetzt haben wir 14 Punkte, das ist dramatisch besser als die elf Punkte." Die wichtigste Erkenntnis sei, so Klopp, "dass wir ein Tor schießen können und keins kriegen - und das sogar in einem Spiel."

Die Partie hatte noch gar nicht begonnen, da hatte es beim BVB bereits eine erste große Überraschung gegeben: Weltmeister und Stammtorwart Roman Weidenfeller saß nur auf der Bank. Klopp gab dem 26 Jahre alten Australier Mitchell Langerak den Vorzug vor Weidenfeller (34).

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Es sei ein "reines Bauchgefühl" gewesen, sagte Klopp vor dem Spiel bei Sky. Wer künftig Stammtorwart sein wird, ließ er offen. "Ich wollte die Frische und den Spaß von Mitch Langerak, der lange genug gewartet hat", so Klopp weiter: "Aber ich kenne Weidenfeller seit sechseinhalb Jahren. Er hält jedem Druck stand."

BVB-Manager Michael Zorc wollte sich vor allem beim Dortmunder Publikum für dessen Unterstützung bedanken: "Wir konnten mit dem Sieg etwas zurückgeben", sagte Zorc: "Vor dem Spiel war richtig Druck auf dem Kessel. Aber insgesamt war es ein verdienter Sieg und vor allem in der zweiten Halbzeit eine tolle Leistung."

Wie Klopp mahnte jedoch auch Zorc: "Wir haben zwei Heimspiele in Folge gewonnen, jetzt müssen wir auch auswärts mal was holen."

Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim 1:0 (1:0)
1:0 Gündogan (17.)
Dortmund: Langerak - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Kehl - Aubameyang (90.+2 Immobile), Gündogan (90.+1 Ginter), Mchitarjan - Ramos (83. Großkreutz)
Hoffenheim: Baumann - Beck, Süle, Bicakcic, Kim - Schwegler (78. Salihovic), Polanski - Volland, Rudy (78. Elyounoussi) - Schipplock (46. Modeste), Firmino
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 80.667 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Kehl, Ramos - Süle, Schwegler (2), Salihovic, Polanski (4)
Torschüsse: 19 / 6
Ballbesitz: 54 / 46 %

mon/dpa/sid



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Augustusrex 06.12.2014
1. Das Titelfoto
Das Foto ist wirklich gut gelungen. Da wirkt Klopp richtig sympathisch. Da kommt alles rüber: Demut, Freude und Dankbarkeit. Ehe jemand motzt: Das ist ernst gemeint.
neuronenuser 06.12.2014
2. Na dann mal ran Leute
Mats Hummels hat grosse Sicherheit gebracht. Langerack kriegt auch mal einen Abschlag auf den Kopf eines Mitspielers. Und schon wird ein Sieg daraus. Bin schon mal gespannt wie die üblichen Verdächtigen hier den Spielverlauf wieder umschreiben wollen und über fundamentale Themen wie Goetze, Lewandowski, Laufkilometer und Aehnliches schreiben. Viel Spass.
brotherandrew 06.12.2014
3. Sehe ich ...
Zitat von AugustusrexDas Foto ist wirklich gut gelungen. Da wirkt Klopp richtig sympathisch. Da kommt alles rüber: Demut, Freude und Dankbarkeit. Ehe jemand motzt: Das ist ernst gemeint.
..., auch so und freue mich für den BVB. Weiter so!
sylkeheimlich 06.12.2014
4.
Nun hat Hoppenheim seine Schuld (für die Schützenhilfe zum Verbleib in der 1.BL) beglichen. Naja, Dortmund hat schon verdient gewonnen. Immerhin hatten sie gefühlt tausend Chancen, ein Tor gemacht und ein Tor nicht bekommen. Letztlich sind die 3 Punkte verdient gewesen. Und die Bayern sind diesmal Schuld am Sieg, da sie ja Himmels an den BVB abgegeben haben und der das 1:0 gerettet hat. Das war wohl dann Schützenhilfe aus dem Süden, oder?:-)
aurichter 06.12.2014
5. Mehr als verdient gewonnen
ohne wenn und aber, denn Hoffenheim hat im Grunde offensiv gar nichts gebracht. Hier jetzt wieder etwas hinein zu fabulieren von wegen geschenkter Sieg etc der hat das Spiel nicht gesehen. Chancen Verwertung ist natürlich grottig. Der sechste Sinn von Himmels beim Freistoß - genial. Beeim Takling Subotic kann man streiten, je nach dem wo man mehr Sympathien hat. Alles im allen aber dennoch drei verdiente Punkte.
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