Umstrittener Werbepartner BVB-Fans protestieren mit Papppanzer gegen Rheinmetall
Der Papppanzer als Protestmittel
Foto: Leon Kuegeler / REUTERSEin Panzer aus Pappe, ein überdimensionaler Kopf von Chef Armin Papperger und viele kritische Plakate: Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund haben vor dem Ligaauftakt gegen Eintracht Frankfurt gegen den umstrittenen Werbedeal ihres Vereins mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall protestiert. »Wir finden, dass ein Rüstungskonzern kein Sponsor eines Fußballvereins sein sollte«, sagte Michael Schulze von Glaßer, Geschäftsführer Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, dem SID.
»Dortmund hat vor einigen Jahren einen Grundwertekodex verabschiedet, der sich gegen Gewalt positioniert. Panzer sind pure Gewalt«, so Schulze von Glaßer weiter: »Rheinmetall ist Panzerbauer. Und dieser will im Stadion die Leute dafür begeistern, dass Panzer und Waffen etwas Gutes sind. Und das finden wir nicht gut.«
Der Unmut der Fans über die Partnerschaft schwelt seit Monaten, kurz vor dem Champions-League-Finale gegen Real Madrid war der Deal bekannt geworden. Eine hohe einstellige Millionensumme soll Rheinmetall dem BVB bis 2027 jährlich zahlen. Doch das passt vielen Anhängern überhaupt nicht. »Wir hoffen natürlich, dass der Verein diesen Panzerdeal kippt«, sagte Schulze von Glaßer.
Angekündigter Protest zu Beginn der zweiten Hälfte
Vor der Zustimmung zu dem finanziell lukrativen Deal mit dem Waffenhersteller soll sich Dortmund Einschätzungen von verschiedensten Spitzenpolitikern eingeholt haben. Auch die internen Gremien und Fanvertreter seien befragt worden, ehe Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sein Okay gegeben habe, berichteten die »Ruhr Nachrichten«.
Neben dem Protest vor dem Stadion soll es auch im Rahmen der Begegnung gegen die SGE (18.30 Uhr/TV: Sky) weitere Aktionen geben. »Jeder einzelne Borusse und jeder Fanklub« ist per offenem Brief vom Bündnis Südtribüne aufgerufen, zu Beginn der zweiten Halbzeit »seinen Unmut über den Deal mit Rheinmetall ins Stadion zu tragen.« Den Brief haben 88 Fanklubs und Gruppen unterzeichnet.