Dortmund gegen Bayern Der Lack ist ab

FC Bayern gegen Borussia Dortmund - das war früher mal ein Spitzenspiel. Aus und vorbei: Der BVB ist für die Münchner kein Gegner mehr. Alles Wichtige zur Partie.

Bayerns Boateng (l.), Dortmunds Reus: Ein Tor reicht zum Unterschied
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Bayerns Boateng (l.), Dortmunds Reus: Ein Tor reicht zum Unterschied


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Ausgangslage: Der Lack ist ab. Von Borussia Dortmund und damit vom Etikett "Spitzenspiel" für Duelle mit dem FC Bayern München. Weil aber auch am 27. Spieltag eine Bundesligapartie nun mal so heißen muss, probierte es der BVB noch einmal. Reicht es mit der Augenhöhe des Tabellenzehnten. wenigstens noch für 90 Minuten?

Das Ergebnis: 0:1 (0:1). Torschütze war der Ex-Dortmunder Robert Lewandowski (Kopfball in der 36. Minute, kein Jubel - #Respekt).

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Dortmund in der Einzelkritik: Alle harmlos außer Reus
Die erste Hälfte: Pressen, Sie müssen pressen. Der BVB mit einer ähnlichen Taktik wie bei der Niederkunft. Tief in der gegnerischen Hälfte attackierten die Spieler von Trainer Jürgen Klopp. München? Kurzzeitig gar mit weniger Ballbesitz als der Gegner, nach rund 15 Minuten aber wieder mit der üblichen Kontrolle. Einzige Chance vor der Bayern-Führung: Thomas Müller, der mit einem Heber scheiterte. Ansonsten war noch die Stadiondurchsage für einen Kfz-Halter aufregend.

Im Abseits: Dortmunds Offensivbemühungen scheiterten spätestens am Strafraum. Dann folgten schlechte Flanken (Marcel Schmelzer) oder Abseitsstellungen (Kevin Kampl) oder kümmerliche Schussversuche (Ilkay Gündogan, Pierre-Emerick Aubameyang).

Ordner im Münchner Strafraum: Bananen und Feuerzeuge weggeräumt
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Ordner im Münchner Strafraum: Bananen und Feuerzeuge weggeräumt

Die zweite Hälfte: Klatschend kam Klopp an den Spielfeldrand zurück. Aber abgesehen von einer Schein-Drangphase mit ein paar weiteren Flanken- und Schussversuchen gab es vom BVB bis zur 61. Minute nichts zu sehen. Dann traf Reus mit einem Schuss nur das Außennetz. Es war neben einem starken Reus-Freistoß, den Manuel Neuer parierte (88.), die beste Szene der Dortmunder.

Pfeifkonzert des Spiels: Gab es für den Ex-Dortmunder Mario Götze. Schon beim Aufwärmen hinter dem Bayerntor und vor der Dortmunder Südtribüne bewiesen BVB-Fans, dass sie das Bitten von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach anständigem Verhalten offenbar nicht gehört hatten. Bei Götzes Einwechslung dann erneut. Und bei jedem seiner Ballkontakte.

Defensiv-Dreier des Spiels: Ohne die verletzten Franck Ribéry, Arjen Robben und David Alaba, dafür mit Dreier-Abwehrkette sowie Xabi Alonso, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld startete Josep Guardiola in Dortmund. Sein Plan ging (erneut) auf.

Bayern-Profi Götze: In Dortmund 79 Minuten auf der Bank
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Bayern-Profi Götze: In Dortmund 79 Minuten auf der Bank

Knöchel des Spiels: Liebevoll bandagiert wurde Schweinsteiger nach seiner Auswechslung. Nach zwei Schlägen auf den Knöchel in der ersten Hälfte droht den Münchnern vor dem DFB-Pokalviertelfinale gegen Bayer Leverkusen der nächste Ausfall.

Comeback des Spiels/der Saison: In der 69. Minute war es soweit. Thiago, spanischer Mittelfeldstar und bisher beim FC Bayern nahezu dauerverletzt, machte in Dortmund sein erstes Spiel seit mehr als einem Jahr. Erneut verletzt hat er sich nach ersten Erkenntnissen nicht.

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Bayern in der Einzelkritik: Ausgerechnet Lewandowski
Offensiv-Blues des Spiels: Reus, Aubameyang, Kampl (Borussia Dortmund). Ja, der Gegner hieß Bayern München. Aber nur zwei gute Torchancen im ganzen Spiel? Wer nach dem 0:3 in der Champions League gegen Juventus Turin noch einen Beweis für die Harmlosigkeit der (teuren) Dortmunder Offensive brauchte, voilà. In der Bundesliga haben Teams wie Mainz 05 mehr Treffer erzielt als der BVB.

Die Erkenntnis: Es war das vorläufige Ende eines Etikettenschwindels. Allen intensiven Zweikämpfen und den fünf Gelben Karten zum Trotz: Dortmund taugt (vorerst) nicht mehr zum Härtetest für den FC Bayern, der sich darauf beschränken konnte, den größten Fehler der Gastgeber zu nutzen.

Borussia Dortmund - Bayern München 0:1 (0:1)
0:1 Lewandowski (36.)
Dortmund: Weidenfeller - Sokratis, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Gündogan (79. Mchitarjan) - Blaszczykowski (67. Kagawa), Reus, Kampl (67. Ramos) - Aubameyang
München: Neuer - Benatia, Jerome Boateng, Dante - Alonso - Rafinha, Lahm (69. Thiago), Schweinsteiger (58. Rode), Bernat - Thomas Müller (79. Götze), Lewandowski
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 80.667 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Aubameyang (4), Schmelzer (4) - Schweinsteiger (3), Alonso (6), Rode (2)



insgesamt 132 Beiträge
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MrKnowItAll 04.04.2015
1. Stimmt schon
Ich als Bayernfan muss allerdings sagen, dass es teilweise im Strafraum schon etwas eng wurde. Allerdings hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass Bayern hier Punkte abgeben könnte. Die Luft ist beim BVB vorerst raus, was schade ist, da wir konstant starke Mannschaften in der BL brauchen. Da muss man auch nicht über Abgänge weinen, sondern sie adäquat ersetzen und die Neuen dann richtig einbinden. Irgendwie schafft das Klopp nicht mehr
fritzfrie 04.04.2015
2. Tendenziöser Journalismus....
schreibt "Der BVB ist für die Münchner kein Gegner mehr". Seriöser Journalismus würde schreiben: "Der BVB ist im Moment kein Gegner für die Münchener" Ein Beispiel von vielen.
vhn 04.04.2015
3. Keine Häme bitte...
... Ganz traurig, was in Dortmund abgeht. In der jetzigen Verfassung wird das auch nichts mehr mit Europa League. Dort ist einfach Flasche leer. Und wer soll die füllen?
sabomaster 04.04.2015
4. Diese analysiert ist falsch
Ich frage mich, ob der Schreiber dieses Artikels überhaupt das Spiel gesehen hat. Es war ein Spiel auf taktisch hohen Niveau. Theoretisch gesehen hätte es keinen Sieger geben dürfen. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Gar ein 0:0.. Lewandowski war halt kaltschnäuzig genug.. Und nicht zu vergessen, dass Dortmund auch noch ein Elfer verwehrt wurde. Es war ein spitzenspiel und ich hoffe, dass wir das noch einmal erleben dürfen im Pokal. Respekt an Bayern, wie sie jeden Angriff 30 Meter vorm Tor unterbunden konnten..
altefrau99 04.04.2015
5. Wie die Kaninchen ....
.....vor der Schlange. Kein Lack ist ab, Dortmund hatte zu viel Angst , warum? Guardiola zeigt wieder, was für ein guter Taktiker er ist, was man von Klopp nicht sagen kann. Beschämend, wie immer die Ruhrpottproleten. Denen gönne ich die Niederlage.
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