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11. November 2018, 14:24 Uhr

BVB-Sieg über die Bayern

Nicht aufzuhalten

Aus Dortmund berichtet

Borussia Dortmund eilt von Erfolg zu Erfolg - auch der FC Bayern kann die Favre-Elf nicht stoppen. Jetzt schon von der Meisterschaft zu sprechen ist allerdings noch verboten.

Unter die schlecht gelaunten Männer in den roten Trikots mischte sich auch einer im schwarz-gelben. Er raunzte den Mann mit dem weißen Leibchen an, auf dem zu lesen war, dass er für eine ordnungsgemäße Überwachung der Dopingkontrolle zuständig sei. "Das ist schon das fünfte Mal", klagte Thomas Delaney. Los-Pech ist es, das den Dänen erwischt hat, der deshalb eine kleine Party verpasste. Aus der Kabine von Borussia Dortmund wummerte nämlich noch lautere Musik als sonst.

Bevor Delaney nach links abbog, ging Michael Zorc nach rechts. Der Sportdirektor des BVB sprach von einem letztlich noch verdienten 3:2-Sieg wegen der Mehrzahl an Chancen, auch wenn der FC Bayern vor allem in der ersten Hälfte sehr stark und überlegen gewesen sei.

"Sieben Punkte vorn heißt?", lautete dann die Frage an Zorc, der sich schon auf den Weg machte, als er die Zahl hörte und sagte: "Sieben Punkte vorn."

Axel Witsel riet ebenfalls, beim offiziellen Sprachgebrauch zu bleiben, dass eine erneute Qualifikation für die Champions League das Saisonziel sei: "Wir müssen jetzt nichts ändern, nur weil wir die Bayern geschlagen haben." Marco Reus sagte, es bringe "nullkommanull", nun über die Meisterschaft zu sprechen.

Der BVB wähnt sich weiter in einem Prozess. Trainer Lucien Favre ist dabei in der komfortablen Situation, nach jedem Spiel belegen zu können, dass es noch "vieles zu korrigieren" gebe. Gegen die Bayern machte auch er einen groben Fehler, indem er Julian Weigl aufstellte. "Manchmal ist da so. Ich kann es nicht erklären", gab er eine schlechte Idee zu, die in der ersten Hälfte wesentlich dazu beitrug, dass der FC Bayern im Mittelfeld dominierte.

Favre korrigierte mit der Einwechslung von Mahmoud Dahoud, die sich als goldrichtig erwies. So wurde der BVB im Zentrum des Feldes spielstärker, dynamischer, mutiger. Nach der Pause gelang schnell der Ausgleich, dem jedoch wenig später das zweite Münchner Tor durch Robert Lewandowski folgte.

Auch gegen RB Leipzig, die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen hatten die Dortmunder in dieser Saison schon zurückgelegen, Sie sind aber weiterhin ohne Niederlage in der Bundesliga. "Das ist Borussia Dortmund. Wir wissen einfach, dass wir das Ding drehen können", sagte Jacob Bruun Larsen.

Witsel ist der Boss

Axel Witsel, der mit Dahoud an der Seite wieder zum resoluten Boss des Mittelfeldes beim BVB wurde, führte es darauf zurück, dass "wir physisch sehr stark" seien. Eine mögliche Erklärung durfte dabei durchaus als kleiner Seitenhieb gegen den FC Bayern gewertet werden: "Vielleicht sind wir so stark, weil wir jüngere Spieler haben."

Witsel ist 29 Jahre alt, genau wie Reus, der in einer der besten Phasen seiner Karriere ist. Zwei Tore gelangen ihm gegen den FC Bayern, zwei weitere sehr gute Chancen vergab der Kapitän, der in dieser Saison schon auf acht Treffer und sechs Vorlagen kommt. Unter Favre, seinem Förderer aus gemeinsamen Gladbacher Zeiten, zeigt Reus auf seiner Lieblingsposition im zentralen offensiven Mittelfeld gute bis sehr gute Leistungen in Serie.

"Wenn Marco Reus gesund bleibt, …", ist ein Halbsatz, den Michael Zorc vielleicht nach dem nächsten Spiel beim 1. FSV Mainz 05 vollenden wird.

Eine weitere Dopingkontrolle bei Thomas Delaney ist wahrscheinlicher, als dass das Wort "Meister" in irgendeiner Art vorkommt.

Borussia Dortmund - Bayern München 3:2 (0:1)
0:1 Lewandowski (26.)
1:1 Reus (Foulelfmeter, 49.)
1:2 Lewandowski (52.)
2:2 Reus (67.)
3:2 Alcácer (73.)
Dortmund: Hitz - Piszczek, Akanji, Zagadou, Hakimi - Weigl (46. Dahoud), Witsel - Sancho, Reus, Bruun Larsen (82. Delaney) - Götze (59. Alcácer)
Bayern: Neuer - Kimmich, Boateng, Hummels (65. Süle), Alaba - Martínez, Goretzka - Gnabry (74. Sanches), Müller (82. Wagner), Ribéry - Lewandowski
Zuschauer: 81.360 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Gelbe Karten: Akanji, Hitz, Weigl / Ribéry, Süle, Wagner

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