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Kölner Protest gegen BVB-Sieg Drei Punkte mit Fragezeichen

Pierre-Emerick Aubameyang beendet seinen Köln-Fluch, zwei Dortmunder Zugänge brillieren, und die FC-Krise geht weiter. Nach dem Spiel wurde aber vor allem über eine Schiedsrichterentscheidung debattiert.

Der Präzedenzfall: Es läuft die Nachspielzeit der ersten Hälfte. Dortmunds Sokratis geht im Kölner Strafraum in ein Luftduell mit Dominique Heintz, dieser stört FC-Keeper Timo Horn so sehr, dass er den Ball fallen lässt und Sokratis schiebt ein. Schiedsrichter Patrick Ittrich pfeift Offensivfoul, gibt Freistoß für Köln und berät sich anschließend mit Videoassistent Felix Brych. Dann revidiert der Unparteiische die Entscheidung, nimmt den Pfiff zurück und gibt Tor für Dortmund. Und plötzlich gibt es einen Präzedenzfall, mit dem sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die deutschen Sportgerichte auseinandersetzen müssen. Aber der Reihe nach.

Das Ergebnis: Dortmund besiegt Köln 5:0 (2:0). Hier geht's zur Meldung.

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BVB-Sieg gegen Köln: Dortmund wie im Rausch

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images

Die erste Hälfte: Ähnelte phasenweise Dortmunds torlosem Remis in Freiburg. Enge Räume, wenig Tempo, viel Ballbesitz BVB. Es gab einen wichtigen Unterschied: Diesmal konnte sich Dortmund sehr viel Geduld und Ruhe erlauben. Denn schon nach zwei Minuten stand es durch die Kombination zweier Zugänge 1:0. Maximilian Philipp köpfte nach Andrij Jarmolenkos Flanke ein. Unmittelbar vor der Pause erhöhte Sokratis - mithilfe des Videobeweises.

Der falsche Beweis: "Ein Pfiff unterbricht das Spiel!" So heißt es im DFB-Regelwerk. Bei "irrtümlichem Pfiff" gibt es Schiedsrichterball, heißt es weiter. Als Ittrich auf Foul gegen Sokratis entschied, war der Ball noch Zentimeter vor der Linie, also im Spiel. Dass es nach dem Videobeweis Tor für Dortmund und keinen Schiedsrichterball gab, war also falsch. Ohnehin lag bei dem leichten Schubser von Sokratis gegen Heintz und der Entscheidung auf Foul keine "klare Fehlentscheidung" vor, die nötig ist, damit der Videobeweis angewandt werden darf.

Peter Stöger und Jörg Schmadtke mit Schiedsrichter Patrick Ittrich

Peter Stöger und Jörg Schmadtke mit Schiedsrichter Patrick Ittrich

Foto: Martin Meissner/ AP

Und nun? Jörg Schmadtke kündigte bereits an: "Wir werden Protest gegen dieses Spiel einlegen." Der FC-Manager hofft auf eine "Neuansetzung". Der DFB wird sich damit auseinandersetzen müssen, ob ein falsch angewandter Videobeweis eine Tatsachenentscheidung ist oder nicht. BVB-Manager Hans-Joachim Watzke warf den Kölnern deshalb vor, "schlechte Verlierer" zu sein.

Die zweite Hälfte: Dortmund dominierte weiter und erzielte auch das dritte Tor in Folge eines Videobeweises. Diesmal war alles korrekt, Ittrich hatte ein Handspiel von Lukas Klünter nicht gesehen, sich anschließend aber korrigieren lassen. Pierre-Emerick Aubameyang verwandelte den fälligen Strafstoß und legte knapp eineinhalb Minuten später nach. Philipp setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt, Kölns Defensivarbeit war in dieser zweiten Hälfte phasenweise nicht bundesligatauglich.

Kölns Absturz: Die Leher Turnerschaft ist Tabellensiebter der Bremen-Liga. Und es ist der einzige Klub, der in dieser Saison in einem Pflichtspiel gegen den 1. FC Köln verloren hat. Das war in der ersten Runde des DFB-Pokals. In der Bundesliga gab es nun im vierten Spiel die vierte Niederlage. Der Start verlief historisch schlecht.

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Aubameyangs Köln-Fluch: Gegen 16 der 17 aktuellen Bundesligakonkurrenten hatte Pierre-Emerick Aubameyang vor dem Anpfiff ein Tor erzielt. Einzig der 1. FC Köln fehlte in der Sammlung des Angreifers. Jetzt nicht mehr.

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Erkenntnis des Spiels: Starker Auftritt des BVB, nächster herber Rückschlag für Köln. Beide Teams setzen ihre Trends fort - nur in gegensätzliche Richtungen. Nun wird es zunächst allerdings spannend, wie der DFB mit seinem Präzedenzfall zum Videobeweis umgehen wird.

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