BVB-Torrekord gegen Legia Die Alten Herren können es noch

Marco Reus trifft bei seinem Comeback dreifach. Doch er war nicht der einzige Routinier, der in dem ansonsten so jungen BVB-Team glänzen konnte. Alles Wichtige zum Torrekord in der Champions League.
BVB-Urgestein Nuri Sahin

BVB-Urgestein Nuri Sahin

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Ausgangslage: Thomas Tuchel sprach vor dem Spiel von "Spannung hochhalten". So wollte der BVB-Trainer die massive Rotation mit neun neuen Spielern nach dem 1:0-Sieg gegen den FC Bayern erklären. Stattdessen liegt der Fokus wohl eher auf dem nächsten Bundesliga-Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt, die Dortmunder stehen bereits im Achtelfinale der Champions League. Und Legia Warschau ist nur bedingt fähig, Angst und Schrecken zu verbreiten - der BVB hatte das Hinspiel 6:0 gewonnen. Allerdings ist bei Legia seitdem viel passiert. Trainer Jacek Magiera folgte auf Besnik Hasi und die Mannschaft gewann nach dem Wechsel fünf von sieben Ligaspielen.

Das Ergebnis: Der BVB siegte 8:4 und stellte einen Torrekord in der Champions League auf. Wobei die Frage erlaubt sein muss: War das überhaupt Champions League?

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Startaufstellungen
Dortmund: Weidenfeller - Rode, Ginter, Bartra, Passlack - Sahin - Pulisic, Kagawa, Castro, Dembélé - Reus.
Warschau: Cierzniak - Bereszynski, Czerwinski, Pazdan, Rzezniczak - Kucharczyk, Kopczynski, Guilherme, Odjidja-Ofoe - Radovic - Prijovic.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Comeback: Eigentlich sollte Marco Reus schon gegen die Bayern im Kader der Borussia stehen. Die Rückkehr verzögerte sich wegen leichten Problemen an der Ferse um drei weitere Tage und so mussten die BVB-Fans insgesamt 185 Tage auf den eigentlich größten Hoffnungsträger im Ensemble von Tuchel warten. Legia war, trotz des Aufschwungs in der heimischen Liga, der perfekte Aufbaugegner für Reus. Als Ersatz für Pierre-Emerick Aubameyang im Sturm eingesetzt, bereitete der 27-Jährige zwei Tore vor und traf zum 5:2, 6:2 und zum 8:4-Endstand.

Fotostrecke

Torrekord in der Champions League: Ein Dutzend Treffer gabs noch nie

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Erste Hälfte: Der BVB-Kader ist durchsetzt mit Spielern, die seit maximal drei Jahren in Schwarz-Gelb spielen. Es gibt einige Ausnahmen, aber neben Reus (Debüt 2012) lief es zuletzt auch für Shinji Kagawa (2010) und Nuri Sahin (2005) nur mäßig. Doch die Alten Herren der Dortmunder machten aus der ersten Halbzeit ein Spektakel. Kagawa drehte den frühen Rückstand mit einem Doppelpack innerhalb von Sekunden (17. Minute/18.). Sahin erhöhte wenig später nach Reus-Freistoß und unter gütiger Mithilfe von Torwart Radoslaw Cierzniak (20.). Und Reus legte neben dem Treffer zum 5:2 auch noch das vierte BVB-Tor durch Ousmane Dembélé auf (29.).

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

So wie einst Ronaldinho: Dass es zur Pause nicht 5:0 sondern 5:2 für den BVB stand, lag an der nachlässigen Defensive - und an Aleksandar Prijovic. Der Schweizer Stürmer erzielte beide Legia-Treffer (10./24.), der frühe Führungstreffer erinnerte an einen Großen des Weltfußballs. Ronaldinho hatte 2005 im Trikot des FC Barcelona beim FC Chelsea aus dem Stand mit dem Außenrist unhaltbar ins linke Eck getroffen. Prijovic schaffte eine Kopie - ob er damit wie Ronaldinho zu einem YouTube-Hit wird, ist allerdings ungewiss.

Warschau-Fans in Dortmund

Warschau-Fans in Dortmund

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Legias Fanproblem: Der Auswärtsblock sollte in Dortmund eigentlich leer bleiben. Eigentlich, denn es war klar, dass sich nicht alle Warschau-Fans an die Uefa-Sanktion wegen schwerer Krawalle in Madrid halten würden. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sollen sich auch viele gewaltbereite Anhänger auf dem Weg nach Deutschland gemacht haben. Tatsächlich tauchten einige hundert polnische Fans vor dem Stadion auf und wurden gemeinsam im leeren Block auf der Nordtribüne versammelt. Immerhin blieb es während des Spiels ruhig.

Zweite Hälfte: Das Torfestival ging unvermindert weiter. Neben Reus (52./90.+3) traf auf BVB-Seite noch Felix Passlack (81.), damit avancierte der Außenverteidiger zum jüngsten BVB-Torschützen in der Champions League. Die weiteren Treffer für Warschau erzielten Michal Kucharczyk (57.) und Nemanja Nikolic (83.). Vier Gegentore gegen diese Legia-Mannschaft wird Tuchel in seiner nächsten Sitzung aber sicher thematisieren.

Erkenntnis des Spiels: 24 Gegentore in fünf Spielen - Legia Warschau hat in der Champions League nichts zu suchen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.