Dortmunds Erfolg im DFB-Pokal 18 Jahr, Isak da

Borussia Dortmund braucht Torjäger Aubameyang. Zumindest im Pokal gilt dieses Gesetz nicht mehr, Vertreter Alexander Isak spielte stark auf. In Magdeburg machten auch beide Fanlager auf sich aufmerksam.

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Matchwinner: Schon in der dritten Minute bot sich Alexander Isak die große Chance, ein Problem der Dortmunder zu minimalisieren: die Abhängigkeit von Pierre-Emerick Aubameyang. Doch der Stürmer scheiterte aus kurzer Distanz am Torwart. Aubameyang stand wegen muskulärer Probleme nicht im Kader, und so durfte der Schwede erstmals in einem Pflichtspiel für den BVB beginnen. Im Januar 2017 war Isak, angepriesen als "der neue Ibrahimovic" nach Dortmund gekommen. Die damit verbundene Erwartungshaltung konnte der 18-Jährige nicht erfüllen - bis zu diesem Pokalabend in Magdeburg. Isak legte ein Tor auf und krönte sein Startelf-Debüt mit einem Treffer.

Das Ergebnis: Der BVB gewann überraschend souverän 5:0 und feierte nach drei sieglosen Pflichtspielen wieder einen Erfolg.

Choreo in Magdeburg: "Ihr denkt, es ist vorbei. Doch die Spiele haben erst begonnen."
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Choreo in Magdeburg: "Ihr denkt, es ist vorbei. Doch die Spiele haben erst begonnen."

Neues aus den Fankurven: Es war ein stimmungsvoller Abend in Magdeburg - mit Schönheitsfehlern. Auf beiden Seiten gab es vor dem Anpfiff Fan-Choreografien, wobei die des FCM sowohl eindrucksvoll als auch martialisch wirkte. Die Auswärtsfans, aus Sicherheitsgründen von leeren Blocks umgeben, zündeten zu Beginn der zweiten Halbzeit eine große Pyro-Show. Im Gegenzug zeigten Magdeburger Anhänger erbeutete BVB-Banner.

So sah es im Dortmunder Fanblock zu Beginn der zweiten Halbzeit aus.
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So sah es im Dortmunder Fanblock zu Beginn der zweiten Halbzeit aus.

Erste Hälfte: Unmittelbar vor Isaks Großchance hatte Maximilian Philipp den Pfosten getroffen (3. Minute). Das war für lange Zeit die beste Gelegenheit des BVB, Andriy Yarmolenko scheiterte noch mit einem Schuss an Torhüter Alexander Brunst. Kurz vor der Pause fiel dann aber doch der Führungstreffer für die Gäste - und Isak war entscheidend beteiligt. Eine Flanke von Yarmolenko legte der Mittelstürmer mit dem Kopf ab, und der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Gonzalo Castro traf mit seiner ersten Ballberührung aus vier Metern.

Das Sahin-Problem: Dass es auch torlos in die Pause hätte gehen können, lag an der Fortsetzung der Dortmunder Schwäche im Spielaufbau, die die Mannschaft seit dem 2:1-Sieg in Augsburg befallen hat. Ein entscheidender Faktor: die fehlende Verbindung zwischen Innenverteidigung und den Mittelfeldspielern. Sechser Nuri Sahin, dem es an Dynamik und Schnelligkeit fehlt, wird von den Gegnern derzeit in Manndeckung genommen, für den FCM übernahm diese Aufgabe erfolgreich Marius Sowislo.

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Der Erdmann-Faktor: Torschütze Castro wurde so früh eingewechselt, weil Mahmoud Dahoud wegen Schwindelgefühlen raus musste (41.). Kurz zuvor war Richard Weil Dahoud ins Kreuz gesprungen. Möglicherweise ziert Dahoud bald ein Pullover aus der Dennis-Erdmann-Kollektion. Der Mittelfeldspieler des FCM hatte 2015 mit seinem Ex-Verein Dynamo Dresden im Pokal gegen den BVB gespielt und im Anschluss einen Pullover mit der Aufschrift "In der Kreisliga hätte man weiter gespielt" an den damals wegen eines Pferdekusses ausgewechselten Marco Reus geschickt. In einem Interview mit den "Ruhr Nachrichten" erneuerte Erdmann seine Häme am derzeit wegen eines Kreuzbandrisses pausierenden Reus: "Ich glaube, wer so viel Geld im Jahr verdient, der muss auch mal einen Pferdekuss aushalten können."

Zweite Hälfte: Der Tabellenzweite der Dritten Liga kam voller Ambitionen aus der Kabine und wurde von Isak kalt erwischt. Nach Vorarbeit von Philipp stand der Schwede frei vor Brunst und schob in bester Torjäger-Manier ein (47.). Damit war das Spiel entschieden, die Borussia gewann mit jeder Minute ihre Sicherheit zurück. Es war nur ein Pokalspiel. Es war nur der Einzug ins Achtelfinale. Vielleicht war die zweite Halbzeit mit drei weiteren Toren und einigen gelungenen Kombinationen aber genau das, was die Mannschaft von Trainer Peter Bosz gebraucht hat.

Comebacks des Spiels: Mit den Joker-Einsätzen von Raphaël Guerreiro und André Schürrle gab es noch zwei weitere gute Nachrichten für den zuletzt so gebeutelten BVB. Vor allem Guerreiro deutete schon wieder an, wie wichtig er mit seiner Spielintelligenz in den kommenden Wochen sein kann.

1. FC Magdeburg - Borussia Dortmund 0:5 (0:1)
0:1 Castro (42.)
0:2 Isak (47.)
0:3 Yarmolenko (74./Handelfmeter)
0:4 Bartra (79.)
0:5 Kagawa (90.)
Magdeburg: Brunst - Butzen, Schäfer, Hammann, Niemeyer - Weil (61. Rother) - Türpitz, Sowislo (67. T. Chahed), Erdmann (82. Handke), Lohkemper - Beck.
BVB: Bürki - Bartra, Sokratis, Zagadou, Schmelzer (62. Guerreiro) - Dahoud (41. Castro), Sahin, Kagawa - Yarmolenko, Isak (74. Schürrle), Philipp.
Schiedsrichter: Siebert
Gelbe Karten: - / Isak, Sokratis, Zagadou
Zuschauer: 23.102



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
gibmichdiekirsche 25.10.2017
1. Isak in Ruhe reifen lassen
Nun lasst den Jungen doch mal in Ruhe reifen. Der hat ein sehr gutes Spiel gemach, aber er darf und muss die Zeit haben, sich behutsam und in Ruhe weiter zu entwickeln. Er wurde weder als der nächste Ibrahimovic noch als der designierte Nachfolger von Auba verpflichtet. Der Junge darf Fehler machen und auch mal ein schwächeres Spiel hinlegen. Klar sind die Borussen froh, dass wir ihn als großes Offensivtalent haben. Ebenso wie Sancho, Larsen, Pulisic. Aber doch nun bitte nicht gleich das Wasser auf 150° hochkochen. Wenn man entscheidende Spieler des Pokalspiels namhaft machen will, dann sind neben Isak zuerst Bartra, Castro und Yarmolenko zu nennen.
fredderfarmer 25.10.2017
2. Super Stimmung
Genauso wie bei Schweinfurt-Frankfurt. So wünscht man sich das als neutraler Beobachter. Öde dagegen die halbleeren Ränge bei den anderen Spielen. Die Choreographie der Magdeburger vor Beginn des Spiels war schon Top. Da wirkte sogar die integrierte Blitzbomben-Pyro wie offiziell dazugehörig.
lancerfoto 25.10.2017
3. Gratulation an den BvB
Respektvolle Leistung und mit Isak wurde sogar ein neuer Stern geboren. Bestaunt von TSV 1911 Themar und beneidet von TSV Schwabhausen. Chapeau!
doppelnass 25.10.2017
4. Der neue Superstar.
Wie im Artikel schon richtig steht: Nach einem Tor gegen Magdeburg ist Isak nun wirklich der neue Ibrahimovic. Und Pyros sind toll und lobenswert. Weiter so, BVB. Weiter so, Ultras.
senta1958 25.10.2017
5.
Zitat von gibmichdiekirscheNun lasst den Jungen doch mal in Ruhe reifen. Der hat ein sehr gutes Spiel gemach, aber er darf und muss die Zeit haben, sich behutsam und in Ruhe weiter zu entwickeln. Er wurde weder als der nächste Ibrahimovic noch als der designierte Nachfolger von Auba verpflichtet. Der Junge darf Fehler machen und auch mal ein schwächeres Spiel hinlegen. Klar sind die Borussen froh, dass wir ihn als großes Offensivtalent haben. Ebenso wie Sancho, Larsen, Pulisic. Aber doch nun bitte nicht gleich das Wasser auf 150° hochkochen. Wenn man entscheidende Spieler des Pokalspiels namhaft machen will, dann sind neben Isak zuerst Bartra, Castro und Yarmolenko zu nennen.
In der Sache richtig. Nur bitte wer sind "die Borussen" und "wir"? Bei ähnlichen Beiträgen hatten Sie derlei Formulierung recht kritisch hinterfragt.
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