Pokalsieg gegen Frankfurt Dortmund feiert das Viernale

Sie können also doch! Im vierten Anlauf gewinnt der BVB das Pokalfinale. Für Thomas Tuchel und Marco Reus ist es der erste Titel der Karriere - verlassen sie Dortmund jetzt? Alles Wichtige zum Spiel.

Pierre-Emerick Aubameyang
Getty Images

Pierre-Emerick Aubameyang


Die Ausgangslage: "Ein Titel wäre nach dieser Saison ein besonderer Schlusspunkt, den wir uns wünschen", hatte Thomas Tuchel vor dem Finale gesagt. Alles wie immer also, ähnliche Aussagen hatten Dortmunder Delegationen auch vor den verlorenen Endspielen 2014, 2015 und 2016 geäußert. Beim #Viernale sollte es endlich klappen mit dem vierten Pokalgewinn der Klubgeschichte, dem ersten nationalen Titel seit dem Double 2012. Für Gegner Eintracht Frankfurt ging es neben einem Startplatz in der Europa League 2017/2018 auch darum, erstmals seit 1988 wieder etwas anderes als einen Aufstieg zu feiern. Damit Lajos Détári endlich ein wenig Ruhe bekommt.

Das Ergebnis: 2:1 (1:1) für Dortmund. Détári bleibt bis auf weiteres der Hauptdarsteller der Frankfurter Sehnsuchtserzählungen, der BVB gewinnt im vierten Anlauf den DFB-Pokal. Hier geht es zum Spielbericht.

Fotostrecke

11  Bilder
BVB-Sieg im Pokalfinale: Vier gewinnt

Legierungserklärung: Katarina Witt brachte vor Spielbeginn den DFB-Pokal ins Olympiastadion. Anders: Die zweifache Goldgewinnerin (Sarajevo 1984 und Calgary 1988) trug die vergoldete Trophäe in einem goldenen Kleid durchs goldene Abendlicht Berlins. Subtil kann der DFB.

Katarina Witt mit DFB-Pokal
DPA

Katarina Witt mit DFB-Pokal

Die erste Hälfte: Begann mit der frühen Führung für den großen Favoriten. Nach einer starken Verlagerung auf die rechte Seite schickte Lukasz Piszczek Ousmane Dembélé halbrechts in den Strafraum, der dann Jesús Vallejo in höchstem Tempo austanzte und überlegt abschloss. Rechts angetäuscht, mit links über Lukás Hrádecky hinweg. Der BVB dominierte die Anfangsphase - nach diesem Traumtor in der achten Minute war alles bereitet für das befürchtete einseitige Endspiel. Eigentlich. Das schlechteste Team dieser Bundesliga-Rückrunde - drei Punkte weniger als Darmstadt - spielte nämlich urplötzlich den besseren Fußball: Timothy Chandler (20. Minute) und Ante Rebic (26.) verpassten noch knapp, Rebic traf kurz darauf zum Ausgleich (29.), Haris Seferovic nach überragendem Zusammenspiel mit Rebic nur den Außenpfosten (39.). Nach 45 Minuten war das 1:1 aus Sicht des BVB fast schon schmeichelhaft.

Ante Rebic erzielt das 1:1
DPA

Ante Rebic erzielt das 1:1

Atemlos durch die Halbzeitpause: Während die 74.322 Zuschauer noch nach Luft schnappten ob dieses unerwarteten Frankfurter Comebacks, sang Schlagersängerin Helene Fischer an der Seitenlinie ihr Lied - dazu auch noch ein anderes, das keiner kannte. Wahrscheinlich deshalb das gellende Pfeifkonzert im Olympiastadion.

Die zweite Hälfte: Machte es extrem einfach, den Matchwinner zu identifizieren. Pierre-Emerick Aubameyang traf nach 63 Minuten fast per Seitfallzieher, nach 85 Minuten den Außenpfosten. Und zwischendurch entschied er die Partie: SGE-Keeper Hrádecky hatte den eingewechselten Christian Pulisic gefoult, Pierre-Emerick Panenkameyang dann mit einem gefühlvollen Lupfer in die Tormitte den Siegtreffer erzielt. Eintracht Frankfurt erholte sich davon nicht mehr.

Uiiiii, ein Abschied: "Mir macht das so was von Spaß", rief Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis Mitte der zweiten Halbzeit. Es war nicht ganz klar, ob er das Spiel meinte - oder seinen Job. Nach 23 Jahren beim Bezahlfernsehen verabschiedete sich TuT heute von seinem Publikum in gewohnter Bestform. Er glänzte als erfahrener Völkerkundler ("So kennen wir die Kroaten"), gewiefter Analytiker ("Das Spiel ist offen, in jeder Weise"), lieferte generationenverbindende Einordnungen ("Das hätte der Netzer nicht besser gespielt") und feinsinnige Instantlyrik ("Die Frankfurrrter spüüüren: Wir können die gelben Kanarienvögel schlagen, wir schnüren ihnen die Luft ab. Buchstäblich."). Der Dritte Stand verneigte sich ein letztes Mal vor dem Kommentatoren-Adel. Vielen Dank, Fritz!

Jubel in Berlin und Freiburg: Weil Pokalsieger Dortmund bereits für die Champions League qualifiziert ist, rückt Hertha BSC in die Gruppenphase, der SC Freiburg in die Qualifikationsrunde der Europa League auf. Glückwunsch.

Erkenntnis des Abends: "Kleinigkeiten entscheiden große Spiele", sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. "Das war nicht unser bestes Spiel, aber egal", lautete dagegen Tuchels Fazit. Diese beiden Statements ergeben in der Addition die perfekte Zusammenfassung des 74. Pokalfinales. Frankfurt hat sich teuer verkauft, Dortmund trotz einiger Wackler durch seine individuelle Klasse in den entscheidenden Szenen den Titel gewonnen.

Premieren/Abschiede: Wie auch Marco Reus feierte BVB-Trainer Tuchel seinen ersten Titel überhaupt im Seniorenbereich. War es gleichzeitig sein letzter in Dortmund? Und was hat Matchwinner Aubameyang vor? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Borussia nach dieser Umbruchsaison gleich die nächste Umbruchsaison ins Haus steht.



insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
KTRoadkill 28.05.2017
1. Überschrift
Alle waren voller Vorfreude auf das offene, spannende CL-Viertelfinale gegen Monaco ... Niemand hatte mit dem gerechnet, was kommen sollte. - So eine Saison mit einem Titel abzuschließen: Respekt! Und: Danke! - Jeder Borussen-Fan wünscht sich jetzt wohl, dass Watzke nicht den Niebaum macht und Sonnenkönigsphantasien erliegt. Mit Tuchel: 10% Chance, dass sie nächstes Jahr Deutscher Meister werden. Ohne Tuchel und Auba: 0% Chance. Ich hoffe, es gibt einen"Dortmunder Weg."
Attila2009 28.05.2017
2.
Das war nichts für schwache BVB -Nerven : Vorn hui, hinten pfui. Nicht unverdient aber doch auch mit viel Dusel. Die haben ja um den Ausgleich richtig gebettelt, aber doch umsonst. Im Zweikampfverhalten zu oft nur zweiter Sieger , weder clever noch robust genug.Die abgewehrten Bälle landeten meist beim Gegner. Der BVB hatte jeweils 15 starke Minuten wo er richtig Druck gemacht hat, ansonsten war es ein Hängen und Würgen : Frankfurt hat das auch richtig gut gemacht. Vielleicht sollte der BVB einen italienischen Trainer holen der ihnen zum mehr Selbstvertrauen, besseres Zweikampfverhalten und mehr System beibringt. Mit Tuchel wird das nichts mehr. Wenn Auba geht , dann wird das ganz schwer....
p.groemping 28.05.2017
3. Headline-Poesie
"Dortmund feiert das Viernale" - eine famos missratene Überschrift eines zügellosen Headline-Poeten. Nicht die erste entgleiste SPIEGEL-ONLINE- Überschrift.
oalos 28.05.2017
4. Rumenigge
Ich mach jetzt mal den Rumenigge: unvergessen -- nachdem der BVB im damaligen Endspiel gegen die Bayern so verpfiffen woden ist -- habe ich mir das heutige Finale nur heimlich auf dem Smartphone unter der Bettdecke angeschaut. Hab' ich geschwitzt.
zorroxyz 28.05.2017
5. Unverdient
Leider absolut unverdient, da Schiri und Moderator parteiisch waren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.