Borussia Dortmund "Wie in schlimmsten Zeiten der Siebziger"

Auch nach der Bilanzpressekonferenz kommt der hoch verschuldete Bundesligist Borussia Dortmund nicht zur Ruhe. Grund ist jetzt ein angebliches Fax von Großaktionär Florian Homm. BVB-Präsident Niebaum spricht von Falschinformationen, die gezielt in Umlauf gebracht worden seien. Von wem weiß niemand.

Dortmund - "Hier wird versucht, mit gezielten Falschinformationen die Republik in Atem zu halten. Da sind Zerstörer am Werk wie in den schlimmsten Zeiten der siebziger Jahre", ereiferte sich Clubchef Niebaum in der heutigen Ausgabe der "Westfälischen Rundschau" über "bösartige und wilde Spekulationen" im Zusammenhang mit einer angeblichen Vereinbarung zwischen ihm und Großaktionär Florian Homm. Auf der Bilanzpressekonferenz der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am vergangenen Freitag hatte die BVB-Führungsspitze einen Rekordverlust von 67,7 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2003/2004 präsentiert.

Der 55 Jahre alte Jurist aus Dortmund, der den Verein seit 1986 als Präsident führt, und Homm bestritten energisch die Echtheit eines zweiseitigen Schreibens, das die "Bild"-Zeitung in Ausschnitten veröffentlichte. Die "Süddeutsche Zeitung" und der "kicker" hatten tags zuvor berichtet, dass sich Niebaum für die Zeichnung der neuen BVB-Aktien durch das Homm-Unternehmen "fm limited" im Rahmen der jüngsten Kapitalerhöhung in einer "Drei-Punkte-Erklärung" dazu verpflichtet habe, am Ende der Amtszeit 2006 seinen Dienst zu quittieren.

"Ich weiß nicht, was das für ein Papier sein soll. Da muss sich entweder einer einen üblen Scherz erlaubt haben, oder es ist eine glatte Fälschung", sagte Niebaum der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Da das Schreiben den Dortmundern nicht zur Verfügung steht, könne man zurzeit nichts unternehmen, sagte BVB-Pressesprecher Josef Schneck. Eine Anzeige bei der Kriminalpolizei oder andere rechtliche Schritte seien "im Moment nicht geplant".

Die Blätter, die gestern von der "Drei-Punkte-Erklärung" berichtet hatten, bleiben bei ihrer Darstellung. "Das von der "Bild"-Zeitung faksimilierte Papier ist mir seit der vorigen Woche bekannt. Bei der Berichterstattung im "kicker" habe ich mich nicht auf dieses Papier bezogen", erklärte Redakteur Thomas Hennecke. Auch die "Süddeutsche Zeitung" bestätigte, dass sie aus einem anderen Papier zitiert habe.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.