Dortmunds Triumph in Wolfsburg Fünf Tore reichen auch

Der BVB feiert in Wolfsburg seinen nächsten Kantersieg. Ein Europameister ist in bestechender Form. Alles Wichtige zum Spiel.

Bongarts/Getty Images

Ausgangslage: Vor der Partie war Wolfsburg der einzige Klub ohne Gegentor - derart defensivstark präsentierte sich neben den Niedersachsen nur der 1. FC Köln. Das Spiel gegen Borussia Dortmund war daher die perfekte Bewährungsprobe für die neu formierte Wolfsburger Innenverteidigung, bestehend aus Jeffrey Bruma und Philipp Wollscheid. Der BVB hatte in den zwei Pflichtspielen zuvor jeweils 6:0 in der Champions League bei Legia Warschau und in der Bundesliga gegen Darmstadt 98 gewonnen. Thomas Tuchel entschied sich für die Startelf aus der Champions League, damit rotierten Lukasz Piszczek und Marc Bartra in der Defensive für Felix Passlack und Matthias Ginter zurück in die Aufstellung. Mario Götze und Pierre Emerick Aubameyang ersetzten Gonzalo Castro und Adrián Ramos in der Offensive.

Die Startaufstellungen:

VfL Wolfsburg: Casteels - Vieirinha, Bruma, Wollscheid, Rodríguez - Arnold, Gerhardt - Blaszczykowski, Draxler, Bruno Henrique - Gomez
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Bartra, Schmelzer - Weigl - Götze, Guerreiro - Pulisic, Dembélé - Aubameyang

Ergebnis: 5:1 (2:0) für Borussia Dortmund. Hier geht es zum Spielbericht.

Fehlalarm des Spiels: Ereignete sich bereits 75 Minuten vor dem Anpfiff der Partie. Die Zuschauer in der Wolfsburger Arena wurden durch einen "Räumungsalarm" dazu aufgefordert, das Stadion zu verlassen. Bereits nach wenigen Minuten beruhigte sich die Situation allerdings wieder, und alle Zuschauer, die sich auf dem Weg zu den Ausgängen befanden, konnten umdrehen und zu ihren Plätzen zurückkehren. Das Problem war ein "technischer Fehler", sagte ein VfL-Sprecher. Ein Glück!

Die erste Hälfte: Begann für den BVB so, wie das Spiel gegen Darmstadt endete: mit Toren. Bereits nach 189 Sekunden traf Raphaël Guerreiro zur Dortmunder Führung. Seinem Treffer war ein langer Ball von Marc Bartra vorausgegangen. Der Innenverteidiger musste wenige Minuten später aufgrund einer muskulären Verletzung im Adduktorenbereich ausgewechselt werden. Wolfsburg hätte durch Bruno Henrique ausgleichen können (8. Minute), doch Aubameyang machte es kurz darauf auf der anderen Seite entscheidend besser und erhöhte auf 2:0 (16.). Erst nachdem Ousmane Dembélé verpasste, das 3:0 zu erzielen (19.), kam Wolfsburg langsam ins Spiel. Julian Draxler (23.) und Mario Gomez (36.) vergaben die besten Chancen für den VfL.

Die zweite Hälfte: Startete mit einem Wolfsburger Sturmlauf. Zunächst zwang Draxler BVB-Keeper Roman Bürki zu einer Glanzparade, im Nachschuss schaffte Gomez es nicht, den Ball aus einem Meter Torentfernung über die Linie zu schießen (50.). Drei Minuten später passte der eingewechselte Paul Seguin auf den ebenfalls eingewechselten Daniel Didavi, der seinen vierten Treffer im vierten Spiel gegen Dortmund erzielte. Es schien, als könnte die Partie doch noch spannend werden. Allerdings erzielte Dortmund nach einer ansehnlichen Kombination über Götze, Guerreiro, Castro und den Torschützen Dembélé postwendend das 3:1 (58.) - wenn auch aus einer Abseitsposition. Weitere Treffer von Aubameyang (63.) und Piszczek (73.) machten den 5:1-Endstand perfekt.

Sorgenkind des Spiels: War ganz klar die Wolfsburger Abwehr. Etliche Stellungsfehler, falsche Abstände und unzählige verlorene Zweikämpfe: Das Innenverteidigerduo Bruma und Wollscheid bestand seine Bewährungsprobe nicht. Beim 1:0 hebelte Marc Bartra mit einem einfachen langen Ball die komplette Wolfsburger Abwehr aus. Zwischenzeitlich hätte sogar Bürki einen Treffer für Dembélé auflegen können, doch Koen Casteels parierte. Allerdings erwischten auch Wolfsburgs Außenverteidiger Vierinha und Ricardo Rodríguez einen miserablen Abend. Die Außenstürmer hatten ein leichtes Spiel.

Perfekte Woche: Hat Dortmunds Europameister Guerreiro hinter sich. Der portugiesische Nationalspieler absolvierte gegen Warschau sein erstes Spiel von Beginn an, dabei bereitete er vier Treffer vor und erzielte zwei Tore selbst. Guerreiro belebte das Spiel des BVB enorm und hatte sich innerhalb kürzester Zeit als wichtiger Faktor im Gesamtkonstrukt des Systems unter Tuchel herausgestellt. Die Standardsituationen des 22-Jährigen sind eine Waffe.

Fazit des Spiels: Der BVB spielt derzeit in seiner eigenen Liga. 17 Tore aus den letzten drei Pflichtspielen sprechen für sich. Wolfsburg hatte Anfang der zweiten Halbzeit 15 gute Minuten. Zu wenig, um in der Bundesliga ganz oben mitzuspielen. Und auch Wolfsburgs Abwehr wird nun wissen, wo sie steht.



insgesamt 48 Beiträge
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Immanuel Kraus 20.09.2016
1. Dortmund ist sehr stark derzeit...
… deswegen haben sie auch nur 1:0 in Leipzig verloren ;-)
lancerfoto 21.09.2016
2. Der Bayern Dusel lebt
Wie schon in den letzten zwei Jahren ist der angebliche Bayern-Dusel nach Dortmund gewandert. Wolfsburg gefiel mir mit seiner Einstellung deutlich besser, auch wenn ich neidlos anerkennen muss, dass einige Dortmunder Tore schön anzusehen waren. Auf die Dauer hat aber wohl Tuchels Spielweise wenig Siegpotential.
briancornway 21.09.2016
3. Nicht übel
Gegen einen engagierten Gegner mit vielversprechenden Spielern ist das schon ein hilfreicher Sieg. Ein 2:4 Auswärtssieg hätte es mit etwas weniger Glück werden können. Ob die Defensivleistung auch gegen andere Top10-Teams ausreicht, wird sich hoffentlich bestätigen. Ich glaube, Tuchel hat gerade richtig viel Spaß an der Arbeit, weil alles so gut funktioniert.
leja1900 21.09.2016
4. 100 millionen überlegenheit
wenigstens gab es drei spannende spiele in der konferenz. erst wollten wir, dass die bvb handballer mal rausgenommen werden. später hat sich durchgesetz, dass wir das bvb spiel zum pinkeln nutzen. diese gähn veranstaltungen in den letzten drei jahren bereits mit pep erlebt. warum kopiert das tuchel?
rudolfo.karl.von.wetterst 21.09.2016
5. Endlich
Endlich ist derBVB wieder in der Spur. Er ist die Mannschaft, die den attraktivsten Fussball in der BL spielt. Eine Augenweide
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