Nach 1:3 gegen Köln Gladbacher Fans stürmen Vereinsgelände – drei Ordner verletzt

Rund um das rheinische Derby wurden nach Angaben der Polizei mehrere Strafanzeigen erstattet. Gladbacher Fans drangen auf das Vereinsgelände vor – einen versuchten Kabinensturm konnte die Polizei nicht bestätigen.
Am Boden: Gladbachs Spieler nach dem 1:3 im Derby gegen Köln (Symbolbild)

Am Boden: Gladbachs Spieler nach dem 1:3 im Derby gegen Köln (Symbolbild)

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IMAGO/Revierfoto

Fans von Borussia Mönchengladbach sind Polizeiangaben zufolge nach dem 1:3 im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln auf das Vereinsgelände am Borussia-Park vorgedrungen. Die Anhänger konnten an der Geschäftsstelle festgesetzt werden, wie die Polizei nach der Partie der Fußball-Bundesliga mitteilte. Zuvor hatten die Anhänger demnach gewaltsam ein Tor zum Vorplatz zwischen Hotel und Geschäftsstelle aufgedrückt.

Die Fans forderten der Polizei zufolge eine Aussprache mit Verantwortlichen des Vereins. Der Klub bestätigte die Angaben. Dadurch, dass mehrere Verantwortliche wie Vizepräsident Rainer Bonhof, Geschäftsführer Stephan Schippers und Sportdirektor Roland Virkus sowie die Spieler Yann Sommer, Tony Jantschke und Lars Stindl mit den Fans redeten, sei die Situation unter Kontrolle gewesen und anschließend schnell aufgelöst worden. Dennoch sagte auch Mediendirektor Markus Aretz: »Das ist ungewöhnlich für uns und lange nicht passiert«.

Auch Kölns Mannschaftsbus wurde beschädigt

Zu Medienberichten, wonach wütende Fans den Kabinentrakt stürmen wollten, konnte eine Polizeisprecherin am Sonntagmorgen keine Angaben machen. Auf Bildern war zu sehen, wie die Polizei vor der Treppe zum Kabinentrakt postiert war.

Nach Polizeiangaben verließen die Fans nach den Gesprächen wieder das Vereinsgelände. Drei Ordner der Borussia wurden laut Mitteilung verletzt. Der Kölner Mannschaftsbus wurde leicht beschädigt.

Insgesamt zog die Polizei ein zufriedenstellendes Fazit des Derbys. Die Anhänger beider Vereine hätten sich demnach rund um das Derby zu »allergrößten Teilen friedlich« verhalten. Präventivmaßnahmen wie angeordnete Bereichsbetretungsverbote sowie starke Polizeipräsenz hätten sich ausgezahlt.

Vor dem Spiel war es zu vereinzelten Flaschenwürfen von FC-Fans gekommen. Weitere insgesamt sieben Strafanzeigen wurden wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz aufgrund von Pyrotechnik gefertigt. Fußballanhänger hatten sie sowohl in der Vorspielphase als auch während des Spiels gezündet.

Strafanzeigen ergingen außerdem wegen Körperverletzungen (3), Beleidigung (1), Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (2) und Sachbeschädigungen (2) an Fahrzeugen. In einem der Fälle entstand eine leichte Sachbeschädigung am Kölner Mannschaftsbus. Die Ermittlungen dauern nach Polizeiangaben auch hier an.

ara/sid/dpa
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