Gladbachs Pleite gegen Florenz Heckings erstes Veilchen

Mönchengladbach hatte unter dem neuen Coach Dieter Hecking noch nicht verloren. Diese Serie endete gegen Florenz. Von vergebenen Chancen, effizienten Gästen und falschen Farben - alles Wichtige zum Spiel.
Borussen-Trainer Dieter Hecking

Borussen-Trainer Dieter Hecking

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images

Ausgangslage: Dieter Hecking hatte dem Borussen-Anhang in seinen bisherigen fünf Partien an der Seitenlinie fast schon in Vergessenheit geratene Erfolgsgefühle beschert. Unter dem neuen Trainer war Mönchengladbach noch ungeschlagen, hatte dreimal auswärts (!) gewonnen und gleich viermal kein Gegentor kassiert. Im Sechzehntelfinale der Europa League gegen Florenz sollte nun endlich die sehnlich erwartete nächste Anwendung des großen Hecking-Wellness-Programms folgen: ein Europapokal-Heimerfolg.

Die Startaufstellungen:
Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer, Dahoud - Herrmann, Johnson - Hazard, Stindl
AC Florenz: Tatarusanu - Sánchez, Astori, Rodríguez - Tello, Vecino, Badelj, Olivera - Valero, Bernardeschi - Kalinic

Das Ergebnis: 0:1 (0:1). Schluss mit Wellness. Hier geht's zum Spielbericht.

Die erste Hälfte: Hatte zunächst reichlich Leerlauf, weil die Borussen in erster Linie auf Spielkontrolle aus waren. Erst nach etwa zehn Minuten wurden die Fohlen gefährlicher - und hatten auch ihre Möglichkeiten: Patrick Herrmann verpasste nach Doppelpass mit Thorgan Hazard (14. Minute). Herrmann bekam nach einer Aktion von Maximiliano Olivera nicht den berechtigten Foulelfmeter zugesprochen (16.). Stindl vergab gleich doppelt aus guten Positionen (40./41.), dazwischen hatte Fabian Johnson den Pfosten getroffen. Von den Gästen aus Florenz war im ersten Durchgang laaaange nichts zu sehen. Bis zur 44. Minute.

Der "Es kam, wie es kommen musste"-Moment: Der erste Schuss überhaupt, den die insgesamt biedere Fiorentina auf das Tor von Yann Sommer abgab, zappelte auch gleich im Netz. Der 23-jährige Federico Bernardeschi zeigte, weshalb er angeblich auf der Einkaufsliste diverser europäischer Topvereine stehen soll. Sein perfekt getretener Freistoß aus gut 25 Metern lachte den Spielverlauf im Borussia-Park schallend aus.

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Farbenlehre in Mönchengladbach

Farbenlehre in Mönchengladbach

Foto: Marius Becker/ dpa

Schwarz gegen Blassrot: Wenn Sie sich ein Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und AC Florenz vorstellen, sehen Sie da nicht auch ein Team in weißen Trikots - maximal noch mit schwarzen oder grünen Elementen abgesetzt - und ein anderes in einem komplett violetten Outfit vor Ihrem geistigen Auge? Tja, die Europa League ist eben nicht der Ort, an dem die Träume der Traditionalisten wahr werden. Das erklärende Stichwort heißt "Eventtrikot". Gegen die moderne Mode!

Die zweite Hälfte: Begann erneut schleppend, auch weil die Fiorentina-Spieler jetzt die Abstände in der Defensive etwas besser hielten. Gladbach mühte sich letztlich vergeblich: Johnson rechts vorbei (60.), Oscar Wendt links vorbei (68.), Hazard knapp drüber (82.). Der eingewechselte Josip Drmic setzte dann noch einen Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei (83.), Jannik Vestergaard einen weiteren in die Arme von Keeper Ciprian Tatarusanu (90.+1).

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Europa League: Erste Niederlage für Hecking

Foto: Martin Meissner/ AP

War's das schon für die Borussia? Nein. Auch wenn die Fiorentina im zweiten Durchgang bemerkenswert reif den knappen Vorsprung über die Zeit brachte, wirkte der Tabellenachte der Serie A keineswegs übermächtig. Sobald das Hecking-Team direkt und mit Tempo kombinieren konnte, schwammen auch die Italiener.

Erkenntnis des Spiels: "Es wird nicht im Hinspiel entschieden werden", hatte Dieter Hecking schon vor der Partie gesagt - und dürfte diese Botschaft vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) mehrfach wiederholen. Zumal sein Team heute vieles richtig machte, durch ein starkes Flügelspiel zumindest phasenweise die Räume in der nicht immer optimal sortierten Viola-Defensive öffnete. Die kommende Trainingswoche dürfte den Schwerpunkt Torabschluss haben. Und: Auswärtsstark sind die neuen Fohlen ja noch immer.

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