Europa League Vereinsmitarbeiter in Polizeigewahrsam - Gladbacher Ärger in Rom

Wie schon in Istanbul kam es bei der Gladbacher Europa-League-Partie in Rom zu Konflikten mit den Sicherheitsdiensten. Mehrere Personen kamen in Gewahrsam, der Klub spricht von "überzogener Härte".
Gladbacher Fans in Rom

Gladbacher Fans in Rom

Foto: Marius Becker/DPA

Nach dem Europa-League-Spiel von Borussia Mönchengladbach bei der AS Rom hat es Probleme beim Auslass der deutschen Fans aus dem Olympiastadion gegeben. Nach Angaben der Gladbacher wurden nach der Partie, in der Lars Stindl mit einem unberechtigten Elfmeter in der Nachspielzeit für das 1:1 gesorgt hatte, einige Anhänger und ein Mitarbeiter des Vereins in Polizeigewahrsam genommen und an der Abreise aus Rom gehindert. Sie sollten noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Klub geht davon aus, dass der Mitarbeiter die Stadt noch am selben Tag verlassen kann.

Die italienische Polizei bestätigte die Festnahme von drei deutschen Fans. Zwei von ihnen hätten nach dem Spiel einen Stadion-Offiziellen angegriffen und ihn mit Fahnenstangen, Fußtritten und Fausthieben attackiert. Ein weiterer habe Gegenstände auf die Polizei geworfen. Wie lange die drei in Arrest bleiben würden, war am Freitagnachmittag zunächst nicht klar.

Außer gegen die drei Festgenommenen wurden noch gegen drei weitere deutsche Fans Stadionverbote von fünf Jahren Dauer verhängt. Bei zwei von ihnen seien bei der Einlasskontrolle Feuerwerkskörper und eine Sturmhaube gefunden worden. Ein weiterer sei an der Attacke auf den Steward beteiligt gewesen, schrieb die Polizei.

Gladbach kritisierte das Vorgehen der Polizei. "Nach unseren Erkenntnissen und zu unserem Bedauern sind der italienische Ordnungsdienst und die Polizei mit für deutsche Verhältnisse überzogener Härte vorgegangen. Warum dies so war, können wir im Moment nur mutmaßen", sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers.

Bereits in Istanbul Probleme mit der Polizei

Zuvor hatten die rund 7000 Fans bis eine Stunde nach Spielende im Gästeblock ausharren müssen, ehe sie den Bereich verlassen durften. Nach Angaben der Fanhilfe Mönchengladbach sollen danach nur jeweils 200 Fans aus dem Stadion gelassen worden sein. Dies habe dazu geführt, dass einige Fans mehr als drei Stunden ohne Verpflegung im Regen ausharren mussten.

Die Vereinsführung hatte versucht, über die Uefa Einfluss auf das Vorgehen der italienischen Sicherheitsdienste zu nehmen. Die Mannschaft konnte schließlich erst weit nach Mitternacht die Rückreise antreten.

Schon beim Auswärtsspiel in Istanbul hatte es Probleme mit den türkischen Sicherheitskräften gegeben, weil Fahnen der Gladbach-Fans konfisziert und Borussen-Anhänger des Stadions verwiesen worden waren.

mfu/dpa