Bosse machen Druck Luft wird für Sammer immer dünner

Nach der schwachen Vorrunde gerät Dortmunds Trainer Matthias Sammer auch in den eigenen Reihen immer stärker in die Kritik. Die Vereinsführung wirft dem ehemaligen BVB-Profi vor, die Spieler mit seiner muffigen Art zu demotivieren. Sammer müsse souveräner agieren, fordert Präsident Gerd Niebaum.


Matthias "Motzki" Sammer: "Wer mich wirklich kennt, weiß, dass es anders ist"
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Matthias "Motzki" Sammer: "Wer mich wirklich kennt, weiß, dass es anders ist"

Marbella - "Matthias ist ein junger Trainer, der erstmals eine so schwere Phase erlebt", sagte Niebaum, "doch er muss sich bei seinen Auftritten nach den Spielen kontrollierter und abgeklärter verhalten. Er darf seinem Frust nicht derartig Luft verschaffen." Auch Dortmunds Manager Michael Meier hat an Sammers Arbeit etwas auszusetzen: "Ohne Freude am Job kannst du keinen Erfolg haben. Das ist eine Frage der Vermittlung."

Sammer wehrt sich gegen die Motzki-Vorwürfe. "Ich bin erfolgsorientiert", sagte der 36-Jährige im BVB-Trainingslager in Marbella der "Bild"-Zeitung, "wer mich wirklich kennt, weiß, dass es anders ist." Die Frage, ob er seine Mannschaft noch im Griff habe, stellt sich für Sammer nicht: "Nach den Schwierigkeiten, die wir hatten, wäre jede andere Mannschaft auseinander gebrochen. Borussia Dortmund ist es nicht."

Blamable sportliche Bilanz

In der Hinrunde der Fußball-Bundesliga hatte der Meister von 2002 und Dritte der vergangenen Spielzeit großes Verletzungspech - teilweise fehlten zwölf Akteure, darunter Leistungsträger wie die Nationalspieler Christoph Metzelder oder Torsten Frings. Derzeit ist Dortmund mit 26 Punkten lediglich Sechster und wäre nicht einmal im Uefa-Cup. Dabei ist die Borussia aufgrund des teuren Kaders darauf angewiesen, kommende Saison Champions League zu spielen. Der Abstand zum dritten Rang, der für die CL-Qualifikation reicht, beträgt bereits zehn Zähler.

Angst um seinen Job hat Sammer trotz der angespannten Lage - auch im Uefa-Cup und DFB-Pokal ist der Club bereits ausgeschieden - nicht. Auch seinen umstrittenen Führungsstil will er beibehalten. "Ich sehe mich als Teil des Ganzen, ich versuche alles zu geben, was ich habe", zeigte sich Sammer kämpferisch, "ich denke, dass es in den vergangenen Jahren ganz okay war, und gehe davon aus, dass es auch in Zukunft so sein wird."



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