Nach Beleidigungen im Belgrad-Derby Brasilien-Profi verlässt weinend den Platz

90 Minuten lang wurde Partizan-Belgrad-Profi Everton Luiz von den gegnerischen Fans rassistisch beleidigt - der Schiedsrichter musste sogar das Spiel unterbrechen. Nach Abpfiff konnte Luiz die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Partizan-Profi Everton Luiz
AFP

Partizan-Profi Everton Luiz


Das Belgrader Derby zwischen Rad und Partizan (0:1) ist von einem Rassismus-Skandal überschattet worden. Wie der serbische Sender B92 berichtete, verließ Partizans brasilianischer Fußballprofi Everton Luiz nach Abpfiff unter Tränen das Feld, weil er während der Partie fortwährend mit Affenlauten von den Rängen verunglimpft worden war.

Als Rad-Anhänger gegen Ende des Spiels zudem ein an Luiz gerichtetes beleidigendes Banner ausrollten, wurde das Spiel zwischenzeitlich unterbrochen. Nach dem Abpfiff gestikulierte Luiz zunächst aufgebracht in Richtung der Heim-Fans. Als dann die Situation zu eskalieren drohte, schritten Polizeikräfte ein.

"Ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, nachdem ich 90 Minuten lang rassistische Beleidigungen von den Tribünen ertragen musste", sagte Luiz anschließend und kritisierte auch seine Gegenspieler: "Ich war aber noch mehr geschockt von den Spielern, die das Verhalten unterstützt haben, anstatt die Situation zu beruhigen." Partizan-Trainer Marko Nikolic erklärte: "Es ist eine Rückkehr in die Realität des serbischen Fußballs."

Die Anhänger des FK Rad sind in Serbien für ihre rechtsextreme Gesinnung berüchtigt.

aha/sid



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