Mutmaßliche Vergewaltigung Brasilianerin bekräftigt in TV-Interview Vorwurf gegen Neymar

Brasiliens Fußballstar Neymar steht unter Verdacht, eine Frau in Paris vergewaltigt zu haben. Nun hat das mutmaßliche Opfer seine Vorwürfe konkretisiert. Aber der Fall bleibt undurchsichtig.

Neymar vor dem Testspiel Brasiliens gegen Katar am Mittwoch
Andre Penner / AP

Neymar vor dem Testspiel Brasiliens gegen Katar am Mittwoch


Die Brasilianerin, die Fußballstar Neymar eine Vergewaltigung vorwirft, ist in die Öffentlichkeit gegangen und hat ihre Vorwürfe gegen den Stürmer bekräftigt. Sie sei Opfer einer "Aggression zusammen mit einer Vergewaltigung" geworden, sagte Najila Trindade Mendes de Souza in einem Interview mit dem brasilianischen Sender SBT. Der brasilianische Nationalspieler habe sie bei einem Treffen in Paris geschlagen und zum Sex gezwungen.

Die junge Frau, deren Identität zunächst unbekannt war, hatte Neymar, der für den französischen Meister Paris Saint-Germain spielt, nach eigenen Angaben über das Online-Netzwerk Instagram kennengelernt. Sie sei dann nach Paris gereist, weil sie Sex mit dem weltberühmten Fußballer haben wollte, sagte sie auf SBT. Neymar habe Flug und Hotel bezahlt.

Bei ihrem ersten Treffen sei er aber "aggressiv" gewesen, "ganz anders als der Typ, den ich in den (Internet-)Nachrichten kennengelernt hatte", sagte Trindade Mendes. Sie habe sich trotzdem entschlossen, nicht wegzugehen. "Wir haben angefangen uns zu streicheln, uns zu küssen, bis dahin war alles gut." Dann habe Neymar angefangen sie zu schlagen. Sie habe ihn gebeten, aufzuhören, er habe sich entschuldigt.

Neymar sagt die Südamerika-Meisterschaft wegen Verletzung ab

Dann habe sie den Fußballer gefragt, ob er Kondome bei sich habe. Als dieser verneint habe, habe sie ihm gesagt, dass sie nicht miteinander schlafen würden. Er habe sie dann aber umgedreht, sei in sie eingedrungen und habe sie dabei geschlagen. Alles sei "sehr schnell" passiert.

Auszüge des Interviews wurden nur eine Stunde vor einem Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und Katar (2:0) in Brasília ausgestrahlt. Neymar wurde dabei nach nur 20 Minuten verletzt ausgewechselt. Der brasilianische Fußball-Verband (CBF) gab nun gekannt, dass Neymar eine Bänderverletzung im rechten Fuß erlitten habe und nicht rechtzeitig fit für die am 14. Juni beginnende Südamerika-Meisterschaft werde.

Beim Test gegen Katar musste Neymar (M.) nach 20 Minuten verletzt ausgewechselt werden
Eraldo Peres / AP

Beim Test gegen Katar musste Neymar (M.) nach 20 Minuten verletzt ausgewechselt werden

Der Fußballer hat die Vorwürfe der Frau in einem auf Instagram veröffentlichten Video zurückgewiesen und von einer "Falle" gesprochen, in die er gelockt worden sei. Neymars Vater erklärte, sein Sohn sei das Opfer eines Erpressungsversuchs. Weil er den Chat-Verlauf zwischen ihm und der Frau sowie private Fotos bei Instagram veröffentlichte, wurde Neymar wegen Verletzung der Privatsphäre von der Polizei vorgeladen und muss kommende Woche eine Aussage machen.

Der Fall ist weiter undurchsichtig. Die spanische Sportzeitung "Mundo Deportivo" berichtet, dass das mutmaßliche Opfer Neymars finanzielle Probleme haben und einen Tag vor der Anzeige Neymars zur Zahlung von Mietschulden von einem Gericht verurteilt worden sein soll.

Die Vorwürfe haben den brasilianischen Fußball wenige Tage vor der Südamerika-Meisterschaft erschüttert. Als Erster aus der Führungsspitze des brasilianischen Fußballs hatte CBF-Vizepräsident Francisco Novelletto Neymar nahegelegt, auf das Turnier zu verzichten. "Er hat psychologisch gar nicht die Voraussetzungen, eine Copa America anzugehen, sich einem Heer von Journalisten auszusetzen", sagte der ranghohe Verbandsfunktionär dem TV-Sender SBT. Man ist sich allerdings nicht einig in der Verbandsspitze. Am Mittwoch stellte CBF-Boss Rogerio Caboclo klar, dass sein Vize nicht für die gesamte Organisation spreche. Schon am Dienstag hatte Caboclo erklärt: "Es gibt keine Chance, dass er nicht an der Copa América teilnimmt."

Mit der Verletzung Neymars hat sich das nun erledigt.

mey/sid



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.