Brasilianischer Fußball Vorjahresmeister Fluminense bleibt nach Gerichtsurteil erstklassig

Vier Punkte Abzug für den Konkurrenten: Ein strittiges Urteil sorgt dafür, dass Fluminense, Brasiliens Fußball-Meister von 2012, nun doch nicht in die zweite Liga absteigen muss. Und Vasco da Gama verliert nach den schweren Fan-Krawallen gegen Atletico Paranaense seinen Hauptsponsor.

Fluminense-Spieler Wellington Silva: Mit Glück erstklassig geblieben
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Fluminense-Spieler Wellington Silva: Mit Glück erstklassig geblieben


Hamburg - Ein brasilianisches Sportgericht hat den Fußball-Meister von 2012, Fluminense, vor dem Abstieg in die zweite Liga bewahrt. Der Club darf in der höchsten Spielklasse bleiben, weil dem Rivalen Portuguesa São Paulo wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Akteurs vier Punkte nachträglich abgezogen wurden. Dadurch fiel Portuguesa in der Abschlusstabelle hinter Fluminense zurück.

Das Urteil des Obersten Sportgerichts Brasiliens wird im WM-Land heftig diskutiert, weil sich Portuguesa eigentlich bereits am vorletzten Spieltag vor dem Abstieg gerettet hatte und somit selbst bei einer Niederlage im letzten Spiel erstklassig geblieben wäre. Vier Punkte Abzug bedeuten jedoch den Gang in Liga zwei: Drei Zähler als Strafmaß sowie die Aberkennung des Punktes vom abschließenden Remis (0:0) gegen Grêmio Porto Alegre.

Portuguesa will gegen die Entscheidung Revision einlegen. Gegen Grêmio hatte der Club Mittelfeldspieler Héverton eingesetzt, obwohl dieser nur zwei Tage zuvor wegen einer Roten Karte zu zwei Spielen Sperre verurteilt worden war. Da wegen des Wochenendes nicht die Möglichkeit eines Einspruchs bestand sowie die schriftliche Urteilsverkündung erst am Montag eintraf, hielt sich Portuguesa nicht an das Urteil.

Vasco da Gama verliert Hauptsponsor nach Krawallen

Ein anderer brasilianischer Traditionsclub bleibt hingegen als Absteiger bestehen - und verliert nun auch noch seinen Hauptsponsor. Wegen "inakzeptabler Gewalttaten" will der japanische Automobilhersteller Nissan seine Zusammenarbeit mit Vasco da Gama beenden. Die Szenen seien "unvereinbar mit den Werten und Prinzipien" des Konzern, hieß es in einer Pressemitteilung.

Mehrere Hundert Fans hatten sich bei der Begegnung am 8. Dezember mit Anhängern von Atletico Paranaense Kämpfe geliefert, bei denen vier Menschen verletzt wurden. Vasco verlor die Partie 1:5 und musste zum zweiten Mal in den vergangenen fünf Jahren absteigen. Der Vierjahresvertrag mit Nissan war erst im Juli geschlossen worden.

ham/sid/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Stäffelesrutscher 17.12.2013
1.
Das geht ja zu wie im Tollhaus! Und da sollen Deutschland FIFA-Sanktionen gedroht haben wegen eines Phantomtors?
Trainspotter 17.12.2013
2.
Es ist mir einfach unbegreiflich, wie es immer wieder vorkommen kann, dass Teams gesperrte Spieler einsetzen. So was kann einem doch unmöglich aus Versehen passieren. In solchen Fällen sollte man mal anfangen in Richtung Manipulation zu ermitteln.
raber 17.12.2013
3. Brailianisches Sportgericht auch manipuliert?
Die Firmensprachen sind weder innovativ noch realistisch. Wenn Nissan argumentiert mit "inakzeptabler Gewalttaten" die "unvereinbar mit den Werten und Prinzipien" des Konzern" sind, dann könnte der 2. Teil genauso von jedwedem deutschen Konzern stammen. Die Situation mit dem Gerichtsurteil ist genauso lächerlich wie bei dem "Loch-Tor" der Bundesliga.
ecco1980 17.12.2013
4.
Zitat von TrainspotterEs ist mir einfach unbegreiflich, wie es immer wieder vorkommen kann, dass Teams gesperrte Spieler einsetzen. So was kann einem doch unmöglich aus Versehen passieren. In solchen Fällen sollte man mal anfangen in Richtung Manipulation zu ermitteln.
Haben Sie den Artikel gelesen? Der Verein hatte keine Chance zum Einspruch und noch keine Urteilsbegründung. Deshalb haben sie die Strafe als noch nicht rechtskräftig angesehen.
Veríssimo 17.12.2013
5. Fluminense
Fluminense ist hier in Brasilien unabsteigbar! Dazu kommt noch, dass zusammen mit Vasco dann zwei Vereine aus Rio abgestiegen wären. Die Cariocas sind aber soooo wichtig, dass das auf gar keinen Fall passieren darf. Nächstes Jahr wird Flu schon wieder Meister, dafür sorgt die CBF schon....
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