Bremen - 1860 Löwenaufstand im Weserstadion

Mit dem ersten Saisonsieg hat 1860 München die leidigen Diskussionen um Trainer Werner Lorant fürs erste verstummen lassen. Werder Bremen präsentierte sich allerdings als äußerst braver Gastgeber.


Kein Durchkommen: Werders Neuzugang Ivan Klasnic (l.) kann sich nicht gegen Achim Pfuderer durchsetzen
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Kein Durchkommen: Werders Neuzugang Ivan Klasnic (l.) kann sich nicht gegen Achim Pfuderer durchsetzen

Bremen - Mit seinem ersten Saisonsieg hat der TSV 1860 München das Tabellenende verlassen und in der noch jungen Bundesliga-Saison Tritt gefasst. Die "Löwen" setzten sich mit ihrer bislang besten Saisonleistung beim SV Werder Bremen mit 3:1 (2:1) durch und ließen damit das Krisengerede an der Isar vorläufig verstummen.

Vor 25.705 Zuschauern im Weserstadion ging der Sieg der Gäste völlig in Ordnung. Nach exakt einer halben Stunde brachte der Bulgare Daniel Borimirov die Mannschaft von Trainer Werner Lorant in Führung, die weiteren Treffer für die Bajuwaren erzielten Paul Agostino in der 39. sowie Markus Schroth in der 59. Minute. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Platzherren hatte Andreas Herzog in der 34. Minute per Foulelfmeter gesorgt.

Starker Häßler


Die Gäste waren über die gesamte Spielzeit die ballsicherere und zweikampfstärkere Mannschaft. Besonders der zuletzt kritisierte Thomas Häßler führte im Mittelfeld der Löwen bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute bemerkenswert Regie. Die Bremer hingegen wirkten wie gelähmt, brachten kaum einen flüssigen Spielzug zustande und setzten viel zu oft auf das Zufallsprinzip. Es war bezeichnend für die schwache Form der Hanseaten, dass Trainer Thomas Schaaf die Bremer "Urgesteine" Dieter Eilts und Marco Bode schon in der Halbzeitpause auswechselte.

"Wir haben gut und diszipliniert gespielt. Ich bin sehr zufrieden, auch wenn wir das Spiel viel eher hätten entscheiden müssen", kommentierte Lorant den wichtigen Sieg. Die Gäste waren speziell in der zweiten Halbzeit derart überlegen, dass ihr Sieg auch nicht mehr in Gefahr geriet, nachdem Torschütze Agostino in der 67. Minute die Rote Karte sah, als er mit Bremens Kapitän Frank Baumann aneinander geraten war. Lorant war bereits vier Minuten zuvor auf die Tribüne geschickt worden, nachdem er mehrfach die "Coaching-Zone" verlassen hatte.

Hilflose Schlussoffensive


In einer eher hilflosen Schlussoffensive versuchten die Norddeutschen das Blatt noch einmal zu wenden, doch die Aktionen waren zu ungenau, zudem machte die Münchner Deckung zumeist einen sicheren Eindruck. Immerhin traf der eingewechselte Silva eine Minute vor Schluss per Kopfball die Latte des Münchner Tores.

Werder Bremen - 1860 München 1:3 (1:2)
0:1 Borimirow (30.)
1:1 Herzog (Foulelfmeter, 34.)
1:2 Agostino (39.)
1:3 Schroth (59.)
Bremen: Rost - Baumann, Verlaat, Banovic - Frings, Ernst (65. Borowski), Eilts (46. Lisztes), Bode (46. Silva) - Herzog - Klasnic, Ailton
München: Jentzsch - Hoffmann, Riseth, Pfuderer - Tapalovic, Borimirow, Häßler (63. Dheedene), Mykland, Weissenberger (65. Ipoua) - Agostino, Schroth
Schiedsrichter: Aust (Köln)
Zuschauer: 25.705
Rote Karten: Agostino nach einer Tätlichkeit (67.)
Gelbe Karten: Herzog (2), Ailton (4), Verlaat, Baumann, Frings (2) - Tapalovic (2), Schroth (2)



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