Urteil zu Risikospielen DFL muss sich an Kosten für Polizeieinsätze beteiligen

Die Deutsche Fußball Liga muss sich an Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen in der Bundesliga beteiligen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Bremen entschieden. Die DFL kündigte an, in Revision zu gehen.
Polizei vor Bremer Fanblock

Polizei vor Bremer Fanblock

Foto: imago/Nordphoto

Das Oberverwaltungsgericht Bremen hat die Gebührenforderungen des Bundeslandes Bremen an die Deutsche Fußball Liga (DFL) grundsätzlich anerkannt. Der Verband muss sich an Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen der Bundesliga beteiligen. Die DFL kündigte an, in Revision zu gehen. Damit wird der Streit nun vor dem Bundesverwaltungsgericht weiterverhandelt.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Fußballspiele auch aufgrund der Sicherheitsleistungen der Polizei wirtschaftlich erfolgreich seien. Eine Kostenbeteiligung sei nicht allein deshalb auszuschließen, weil die Sicherheit Kernaufgabe des Staates sei.

Im Mai 2017 hatte das Verwaltungsgericht Bremen der DFL noch Recht gegeben, die gegen einen Gebührenbescheid durch die Hansestadt klagte. Bremen hatte in der Vergangenheit die Verantwortung für die Kosten abgelehnt und der DFL für die Einsätze Rechnungen zugeschickt. Das Land ging den Weg über die Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht - mit Erfolg.

Nordderby vor drei Jahren verhandelt

Konkret verhandelt wird vor Gericht ein Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am 19. April 2015. Es war im Rahmen des Spiels zu einer Massenschlägerei zwischen 50 bis 60 Hamburgern und 120 Bremern gekommen. Die Folge waren mehrere Verletzte und erhebliche Sachschäden. Laut Polizei waren 969 Beamte im Einsatz, die 9537 Arbeitsstunden geleistet haben. Bei einem normalen Bundesligaspiel sind etwa 200 bis 250 Polizisten vor Ort am Weserstadion.

Die Hansestadt hatte der Liga damals eine Rechnung für die Mehrkosten der Polizei geschickt. Das Gericht folgte zwar im Grundsatz der Bremer Auffassung, dass die DFL Veranstalter sei. Aber dem Veranstalter sei es nicht möglich, die zu erwartende Gebührenlast im Vorfeld hinreichend zu kalkulieren.

"Fußball ist nicht Verursacher von Gewalt"

Als nächste Instanz muss sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit dem Thema befassen. Der Verband erklärte, wegen des Urteils des Oberverwaltungsgerichts in Revision zu gehen.

"Die rechtliche Wertung des Oberverwaltungsgerichts ist aus Sicht der DFL bei allem Respekt unzutreffend", sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball. Seiner Auffassung nach sei es nicht nachvollziehbar, "dass der Fußball für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, die eine Kernaufgabe des Staates ist und der Allgemeinheit zugutekommt, verantwortlich sein soll." Der Fußball sei laut Rauball "nicht Verursacher von Gewalt".

Das nächste Risikospiel steht schon am Samstag an, wenn der Hamburger SV zu Gast bei Werder Bremen ist (18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

tip/dpa