Bremer Urgestein Frings beendet im Sommer seine Karriere

Schluss, aus, vorbei: Die laufende Saison wird für den Bremer Kapitän Torsten Frings die letzte sein. Der frühere Nationalspieler wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Werder nicht verlängern und seine Karriere beenden.

dapd

Hamburg - "Ich werde 35 Jahre. Ich möchte nicht mehr, es reicht", sagte Torsten Frings der "Kreiszeitung Syke". Der Kapitän von Werder Bremen hat auch bereits Trainer Thomas Schaaf und Clubchef Klaus Allofs über seinen Entschluss informiert, den im Sommer auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen.

Zwar schränkte Frings ein: "Wir werden noch ein Gespräch führen, daher steht meine Entscheidung noch nicht zu 100 Prozent fest", sagte aber auch: "Die Tendenz geht ganz deutlich in die Richtung, dass ich aufhöre." Noch Ende 2010 hatte Frings dem "Weserkurier" gesagt: "Ich habe schon noch Lust, Fußball zu spielen, aber es muss auch passen."

Ursprünglich hatte er eine nochmalige Vertragsverlängerung um ein Jahr im Auge gehabt. Offenbar trug aber auch der schlechte Saisonverlauf der abstiegsbedrohten Bremer zu einem Umdenken bei. "Ich habe lange, sehr lange überlegt", sagte Frings, der seine Entscheidung bereits nach dem 1:3 Ende Januar gegen Bayern München getroffen hatte.

Weiterbeschäftigung bei Werder nach der Karriere möglich

Was Frings ab Juli macht, ist noch unklar. Engagements bei anderen Bundesliga-Clubs oder in den USA schloss der Mittelfeldspieler aus. Möglich ist eine Weiterbeschäftigung bei Werder. Allofs hatte zuletzt immer wieder betont, Frings einbinden zu wollen.

Insgesamt 392 Mal lief der Mittelfeldspieler in der Bundesliga für Werder (1997 bis 2002 und seit 2005), Borussia Dortmund (2002 bis 2004) und Bayern München (2005) auf. Mit den Bayern gewann er 2005 die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal, den er 1999 und 2009 auch mit Werder holte.

In der Nationalmannschaft bestritt Frings 79 Partien. An der WM 2010 in Südafrika nahm er nicht mehr teil. Bundestrainer Joachim Löw hatte Frings bereits Anfang 2010 mitgeteilt, nicht mehr mit ihm zu planen.

ach/ham/dpa

insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
obi wan 27.02.2011
1. Gegen jede Art von Titeln und Orden!
Frings ist für mich das deutsche Gegenstück zu Beckham - wie dieser der am meisten überschätzte Fussballer des abgelaufenen Jahrzehnts. Wäre ich Werder Bremen Fan, würde ich mir wünschen, er hätte schon letzte Saison aufgehört, bei den Leistungen bislang. Wie viele Laufduelle hat er diese Saison gewonnen?
westfalenacker 27.02.2011
2. Überfällig
Die Entscheidung, nicht mehr mit Thorsten Frings zu planen, war überfällig und kommt leider ein Jahr zu spät. Die Mannschaft spielt erstens schwach und erfolglos und ist zweitens weitgehend inhomogen und teilweise zerstritten. In beiden Punkten hängt vieles mit Thorsten Frings zusammen. Aber jede Krise hat auch was Gutes, um Haaresbreite hätte Klaus Allofs im Herbst mit Thorsten Frings verlängert. Zum Glück ist uns das erspart geblieben. Ich freue mich auf den Neuanfang, hoffentlich in der ersten Liga.
Pepito_Sbazzagutti 27.02.2011
3. ....
"Frings verlässt im Sommer die Bundesliga" Wem wäre das schon aufgefallen, wenn SpOn nicht diesen Beitrag veröffentlicht hätte?
Zizou02 27.02.2011
4. Neuaufbau
Der Abgang von Frings ist hoffentlich nur der erste Schritt in Sachen Neuaufbau bei Werder. Angesichts fehlender Einnahmen aus einem internationalem Wettbewerb muss man (hochbezahlte) Zöpfe abschneiden. Ein weiterer Kandidat für einen Abgang ist mMn Claudio Pizarro. Stattdessen sollte man sich nach talentierten Spielern umschauen, auch aus den eigenen Reihen (Trinks, Kroos). Das Beispiel Dortmund zeigt, dass ein solcher Umbruch erfolgreich verlaufen kann, aber auch Zeit in Anspruch nimmt. Man kann nicht erwarten, dass man in der kommenden Saison wieder unter den ersten 6 mitspielt.
jaar41 27.02.2011
5. Frings verläßt die Bundesliga
Endlich!
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