Bündnis der Spitzenclubs Rummenigge wird ECA-Chef, Uefa zahlt 173 Millionen Euro

Die europäischen Fußball-Spitzenclubs haben die "European Club Association" gegründet. Sie wird von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geleitet und soll die vor kurzem aufgelöste G14 ersetzen. Die Uefa zeigte sich großzügig.


Nyon - Die Europäische Fußball-Union Uefa und 16 Clubs haben heute im Uefa-Hauptquartier in Nyon in der Schweiz die Neugründung beschlossen und den Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, zum ersten Vorsitzenden bestimmt.

Vorsitzender Rummenigge: "Auf dem richtigen Weg"
AP

Vorsitzender Rummenigge: "Auf dem richtigen Weg"

In der vorigen Woche hatten sich die Vereine, die Uefa und der Weltverband Fifa auf die neue Konstruktion verständigt und die Clubs daraufhin die Auflösung ihrer bisherigen Interessensvertretung G14 und das Ende mehrerer Prozesse gegen die Verbände angekündigt. In den Verfahren ging es neben anderen Streitpunkten um eine Entschädigung der Vereine, die Nationalspieler abstellen.

"Die Gerichtsverfahren werden eingestellt", sagte Rummenigge heute: "Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die vielen Missverständnisse und Klagen nun der Vergangenheit angehören." Die ECA, der insgesamt 103 Vereine aus den 53 Uefa-Mitgliedsländern angehören sollen, vertritt künftig die Interessen der Vereine gegenüber Fifa und Uefa.

Die beiden Verbände verkündeten, dass sie in den nächsten sechs Jahren insgesamt 173 Millionen Euro an jene Clubs auszahlen werden, die Spieler für Welt- und Europameisterschaften zur Verfügung stellen. Außerdem sollen bei Doppelspieltagen der Nationalmannschaften künftig die zweiten Spiele am Dienstag statt am Mittwoch stattfinden, damit die Profis mehr Regenerationszeit erhalten.

Uefa-Rangliste entscheidet

Die Fifa akzeptierte, dass die Vereine Spieler nur einmal pro Jahr für ein Testspiel außerhalb ihres Kontinents abstellen müssen. Die Uefa will bei künftigen EM-Qualifikationsrunden darauf achten, nur noch maximal sechs Mannschaften pro Gruppe spielen zu lassen, um die Gesamtzahl der Spiele zu reduzieren.

Uefa-Präsident Platini sagte: "Es war vollkommen undenkbar, dass Spieler nicht für ihr Nationalteam spielen dürften. Aber wir haben auch gesehen, dass es nur logisch ist, die Vereine, die diese Spieler abstellen, auch an den Einnahmen dieser Wettbewerbe zu beteiligen."

Die Gesamtzahl der Vereine, die die einzelnen Verbände in der ECA vertreten, richtet sich nach der Club-Rangliste der Uefa. Die drei besten Nationenwerden je fünf Clubs stellen, die nächsten drei noch vier. Die Nationen auf den Rängen sieben bis 15 sind mit je drei Vereinen vertreten, die auf den Rängen 16 bis 26 mit zwei. Die restlichen Verbände stellen jeweils einen Verein.

Unter den Gründungsmitgliedern der ECA ist der FC Bayern der einzige deutsche Vertreter neben Clubs wie Real Madrid, dem FC Barcelona, AC Mailand, Juventus Turin, Manchester United und dem FC Chelsea. Barcelonas Präsident Joan Laporta wird Rummenigges Stellvertreter in der ECA-Führung.

all/sid



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