"Es ist eine Schande" Schwedens Isak in Rumänien offenbar rassistisch beleidigt

Schwedens Fußballer waren in Rumänien auf dem Weg in Richtung EM-Qualifikation, als Stürmer Alexander Isak offenbar rassistisch angegangen wurde. Dann flog auch noch ein Golfball.

Alexander Isak (M.) wurde offenbar rassistisch beleidigt
ROBERT GHEMENT/EPA-EFE/REX

Alexander Isak (M.) wurde offenbar rassistisch beleidigt


Rumäniens Fans waren schon bei den Heimspielen gegen Spanien und Malta mit rassistischem Verhalten aufgefallen - am Freitagabend haben sie nun in der EM-Qualifikation offenbar auch Schwedens Stürmer Alexander Isak beleidigt. Er habe nach seiner Einwechslung in der 78. Minute rassistische Schimpfwörter gehört und den Schiedsrichter gefragt, ob er sie auch vernommen habe, so Isak im schwedischen Radio: "Er hatte aber nichts gehört."

Das Spiel ging zunächst weiter, wurde aber in der Schlussphase unterbrochen. Im Fernsehen war zu sehen gewesen, wie ein Golfball aus den Zuschauerrängen in Isaks Richtung geworfen wurde, als er gerade mit dem Ball an der Torauslinie entlang dribbelte. Schiedsrichter Daniele Orsato stoppte die Begegnung daraufhin kurzzeitig. Nach einer Stadiondurchsage wurde die Partie fortgesetzt, Schweden gewann 2:0 und qualifizierte sich für die Europameisterschaft 2020.

"Wir sind darauf vorbereitet"

Isak hatte dem Schiedsrichter nach eigener Aussage gesagt, er solle das Spiel nicht unterbrechen. "Ich denke, man sollte sich von solchen - Entschuldigung - Idioten nicht auf diese Weise beeinflussen lassen", sagte der 20-Jährige: "Es tut weh, es ist eine Schande, aber wir sind darauf vorbereitet."

Leipzigs Emil Forsberg kritisierte das Verhalten auf den Rängen. "Das nimmt einem all das Schöne am Fußball. Es ist schwer, froh zu sein, wenn so etwas passiert", sagte er dem Fernsehsender SVT. Rassismus habe hier und anderswo nichts zu suchen. Stürmer Marcus Berg sagte: "Das ist unglaublich traurig, unverständlich und unentschuldbar."

Rumänische Fans waren bereits im September gegen Spanien (1:2) und Malta (1:0) mit rassistischem Verhalten und einem Platzsturm aufgefallen. In der EM-Qualifikation war es zuvor auch in anderen Spielen zu rassistischen Ausfällen gekommen. So waren zum Beispiel Spieler von Englands Nationalmannschaft bei der Partie in Bulgarien beleidigt worden.

ptz/dpa/rtr



insgesamt 9 Beiträge
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christine.rudi 16.11.2019
1. Fußball ist ein Proletensport; ... es gibt so viele andere Sportarten
Aber nein, die Politk und Medien (!) müssen immer den Fußball hervorheben und (finaziell) privilegieren. Das ist wie mit den Verkehrsmitteln; das Auto wird immer privilegiert und von anderen Verkeehrsmitteln werden die Gelder abgezogen. Was für ein korruptes Land dieses Deutschland geworden. ... Und dabei nutzt es gar nichts, mit den Proleten zu kuscheln, denn die sind inzwsichen zur AfD abgewandert. Wacht endlich auf ihr Politiker- und Journalisten-Schlafmützen und laßt Euch auch nicht von den Geld-Nazi- Geklungel bestechen.
koelnerhaichen 16.11.2019
2. Rassismus
Rassismus ist immer Rassismus. Da gehören auch "die" Rumänen geschützt, auch wenn es schwer fällt! Aber ja, ist schon in erster Linie ein Fußballproblem!
aurichter 16.11.2019
3. @#1
Was suchen Sie denn hier, wenn es nach Ihrer Meinung genug andere Sportarten gibt, denen man folgen müsste? Scheinbar eine fürchterliche Abneigung zum "Proletensport", aber hier dennoch einen Kommentar einschleudern. Immer sehr belustigend, wenn man dazu einen negativen Senf liest, Sie sollten beim Golf oder sonstigem privilegierten Sport bleiben.
silenced 16.11.2019
4. ...
Das sind halt kulturelle Besonderheiten, was regt man sich darüber auf? Einfach akzeptieren und gut. Man hebt doch sonst immer alles kulturell besondere so hervor!
herb70 16.11.2019
5. Nein, Fußball ist kein Proletensport
und nein, Rassismus ist keine kulturelle Besonderheit. Zu Punkt 1: Ich würde eine Wette eingehen, dass prozentual weniger Fußballfans Rassisten sind als Deutsche AfD wählen. Auch im Fußball gibt es schwarze Schafe, es gibt ganz sicher Klubs, bei denen Rassismus ein größeres Problem ist als bei anderen Klubs und es gibt ganz sicher Nationen, bei denen Fans mehr auffallen als bei anderen. Zu Punkt 2: Eine Verharmlosung sondergleichen...Rassismus gehört ganz klar stärker bestraft. Wenn eine Nation oder ein Klub extrem auffällig ist, dann muss es auch Konsequenzen haben, die richtig weh tun - Ausschluß der Zuschauer, Punktabzug bis hin zu Sperren der Nationalmannschaften. Es gibt wohl kaum eine Sportart, in der die Integration von Spielern aus anderen Nationen besser funktioniert als im Fußball.
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