Bulgariens Fußballer des Jahres Politiker schlägt Berbatow und verweigert Titel

In Bulgarien haben Fans ihre Kicker auf eine besondere Art und Weise abgestraft: Die Anhänger wählten aus Protest den Ministerpräsidenten zum Fußballer des Jahres. Der Amateurspieler will den Titel nicht, hat aber die Botschaft der Anhänger verstanden.

Ministerpräsident Borissow: "Der bulgarische Fußball benötigt Reformen"
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Ministerpräsident Borissow: "Der bulgarische Fußball benötigt Reformen"


Hamburg - Dimitar Berbatow ist derzeit der bekannteste Fußballer Bulgariens. Der Starstürmer spielt in der Premier League für den Spitzenclub Manchester United. Bei der Wahl zum Fußballer des Jahres in seinem Heimatland reichte es für den ehemaligen Leverkusener dennoch nur zu Platz zwei. Die Fans zeichneten stattdessen den Ministerpräsidenten Bojko Borissow mit dem Titel aus.

Der Amateurfußballer, der gelegentlich für den Drittligisten Witoscha Bistriza aufläuft, sprach von einem "Protestvotum". "Diese Abstimmung zeigt nicht, dass Borissow der beste Spieler ist, sondern dass der bulgarische Fußball Reformen und neue Methoden benötigt", sagte Borissow. Der 52-Jährige hatte bei der im Internet durchgeführten Wahl 44 Prozent der Stimmen erhalten - deutlich mehr als Berbatow (24 Prozent).

Der private Radiosender Darik erklärte das kuriose Wahlergebnis mit den schlechten Leistungen der Fußballer in den bulgarischen Clubs und der Nationalmannschaft. Bulgarien scheiterte mit Trainer Lothar Matthäus bei der EM-Qualifikation als Gruppenletzter hinter Wales, der Schweiz und Montenegro. England gewann die Gruppe mit deutlichem Abstand. Zudem schaffte kein bulgarischer Verein die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions oder Europa League.

"Ich schlage vor, dass die Organisatoren die Abstimmung annullieren oder dem besten Nachwuchsspieler den Titel geben", sagte Borissow diplomatisch.

mig/sid/dpa



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