Bundesliga-Abstiegskampf Ach, Köln

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Köln steckt nach der Derby-Pleite gegen Leverkusen im Abstiegskampf - mal wieder. Da half auch das überraschende Comeback von Lukas Podolski nicht.

Frustrierter Köln-Angreifer Podolski (l.): "Wir sind mittendrin im Abstieg"
dapd

Frustrierter Köln-Angreifer Podolski (l.): "Wir sind mittendrin im Abstieg"

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Hamburg - Es war ein toller Tag für die Kölner Fans, damals im September. Die FC-Profis feierten im Leverkusener Stadion, am meisten Lukas Podolski, der mit zwei Toren und einer Torvorlage fast im Alleingang für den triumphalen 4:1-Sieg im Rheinderby gesorgt hatte.

Als das Rückspiel gegen Bayer am gestrigen Samstag abgepfiffen wurde, gab es auch einen Matchwinner, doch dieser hieß nicht Lukas Podolski, sondern Lars Bender. Mit seinen zwei Toren sorgte der Mittelfeldspieler für den 2:0 (1:0)-Sieg der Leverkusener, die sich nun auf den Europa-League-Plätzen festgesetzt haben. Für Köln sieht die Lage hingegen düster aus.

Nur noch vier Punkte trennen Lukas Podolski und Co. vom Relegationsplatz, der Club hat sechs der vergangenen sieben Spiele verloren, deshalb ist es auch kein Wunder, wenn Köln-Trainer Stale Solbakken sagt: "Das ist Abstiegskampf." Und Torhüter Michael Rensing pflichtet ihm bei: "Der Trend spricht für sich."

In jedem Jahr dasselbe Bild

Auch Podolski fand klare Worte: "Wir kennen das aus den vergangenen Jahren, es hat sich nicht viel verändert: Wir sind mittendrin im Abstieg", sagte der Angreifer. Und in der Tat, der Kampf um den Klassenerhalt ist kein neues Metier des 1. FC Köln: In der vergangenen Saison stand Köln am 23. Spieltag auf dem 13. Platz, in der davorliegenden auf Rang 14.

Eine Trainerdiskussion soll es trotz der Entwicklung nicht geben: "Es kann nicht am Trainer liegen. Er wurde geholt, um etwas aufzubauen, da sollte man ihm Zeit lassen", sagte Podolski nach dem Spiel. Auch Solbakken selbst ist sich sicher: "Köln hat den richtigen Trainer."

Dass Podolski gegen Leverkusen in der Startelf stand, war überraschend. Ursprünglich drohte er wegen eines Teilanriss des Haltebandes im Sprunggelenk des linken Fußes noch länger auszufallen. "Der Fuß ist okay, sonst hätte ich nicht gespielt. Ich wollte im Derby spielen, das war mir wichtig." Der Angreifer stand dann auch gleich zweimal im Mittelpunkt: In der 6. Minute scheiterte er aus kurzer Distanz, in der 33. wurde er von Bayer-Torhüter Bernd Leno umgerannt - eine kritische Situation. "Der Schiedsrichter hatte nicht den Mut, Elfmeter zu geben", sagte Köln-Coach Solbakken später.

Nur Freiburg hat mehr Gegentore als Köln

Frustriert zeigte sich auch Kölns Torhüter Rensing, allerdings aus einem anderen Grund. Der Keeper kassierte die Saison-Gegentore 44 und 45, mehr hat sich nur Schlusslicht Freiburg eingefangen (51): "Es macht keinen Spaß mehr. Wir laufen nur hinterher, gehen nicht drauf, lassen den Gegner einfach spielen."

Besser gelaunt war naturgemäß Leverkusens Trainer Robin Dutt. Für den Derbysieger kann es bei sieben Punkten Rückstand auf den Dritten Schalke zwar eigentlich nur noch um den Erhalt des Europa-League-Platzes gehen, doch gegen den FC stand für den gebürtigen Kölner Dutt etwas anderes im Mittelpunkt: "Vielleicht konnten wir heute die Fans zurückgewinnen, die wir nach der Niederlage im Hinspiel verloren haben", sagte er. Auch Matchwinner Bender war bester Stimmung. "Als Mittelfeldspieler schießt man eher selten Tore, darum ist der Sieg natürlich doppelt schön für mich."

Auf Köln warten nun schwere Wochen, und die derzeitige Verletzenmisere macht es nicht leichter. Gegen Leverkusen hatte Solbakken auf Kapitän Pedro Geromel (Wadenprobleme), Ammar Jemal (Faserriss im Oberschenke), Kevin Pezzoni (Nasenbeinbruch), Henrique Sereno (Adduktorenprobleme) und Miso Brecko (fünfte Gelbe Karte) verzichten müssen.

In der kommenden Woche werden dann auch noch Sascha Riether (fünfte Gelbe) und Milivoje Novakovic fehlen, der mit Hüftproblemen ausgewechselt wurde. "Ich weiß nicht, wie viele Spieler ich haben werde", sagte Solbakken frustriert.

1. FC Köln - Bayer Leverkusen 0:2 (0:1)
0:1 Lars Bender (16.)
0:2 Lars Bender (51.)
Köln: Rensing - Andrezinho, McKenna, Lanig, Eichner (88. Ishak) - Riether, Jajalo (75. Weiser) - Roshi, Clemens - Novakovic (46. Tese), Podolski
Leverkusen: Leno - Corluka, Schwaab, Toprak, Kadlec - Lars Bender, Reinartz - Castro (82. Rolfes), Renato Augusto, Schürrle (85. Bellarabi) - Kießling
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 46.500
Gelbe Karten: Riether (5)

Mit Material von sid und dpa

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Fritze_1955 26.02.2012
1.
Zitat von sysopdapdUnd jährlich grüßt das Murmeltier: Köln steckt nach der Derby-Pleite gegen Leverkusen im Abstiegskampf - mal wieder. Da half auch das überraschende Comeback von Lukas Podolski nicht. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,817634,00.html
Trainer wurden gewechselt, das Präsidium auch. Vielleicht sollte man die Mannschaft auch mal austauschen....
Bee1976 26.02.2012
2. Unsicher
Zitat von Fritze_1955Trainer wurden gewechselt, das Präsidium auch. Vielleicht sollte man die Mannschaft auch mal austauschen....
Liegt es wirklich an der Mannschaft ? Ich stimme Ihnen zu, das Team macht keinen wirklich gut zusammengestellten Eindruck. Aber was den Verein wirklich lähmt sind die Querelen in der Führungsetage meiner Meinung nach. Hier muss Köln eigentlich drangehen, der Disput zwischen Finke und solbakken kostet viel Kraft. Also entweder Finke weg, oder finke als Trainer/Manager installieren.
segeln10 26.02.2012
3. Überraschendes Comback?
Zitat von sysopdapdUnd jährlich grüßt das Murmeltier: Köln steckt nach der Derby-Pleite gegen Leverkusen im Abstiegskampf - mal wieder. Da half auch das überraschende Comeback von Lukas Podolski nicht. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,817634,00.html
Nur einem Laien ist das Comback von L.P. überraschend gekommen. Es ist doch üblich,Verletzungen übertrieben darzustellen aus taktischen Gründen. L.P.hatte keinen Riss sondern eine Zerrung der Bänder. Ein Riss heilt erst nach 5-6-Wochen aus,eine Zerrung jedoch früher.
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