HSV-Sieg in Hannover Warten auf den Feierabend

Hannover 96 muss eigentlich jedes Spiel gewinnen, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Gegen Hamburg klappte das nicht so gut. Alles Wichtige zum Nord-Duell des 28. Spieltags.

Hannover-Spieler Schulz, Gülselam
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Hannover-Spieler Schulz, Gülselam

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Die Ausgangslage: Alles sah schon vor dem Nord-Duell gegen den HSV danach aus, als ginge es nach 14 Jahren Erstklassigkeit für Hannover 96 zurück in die zweite Liga. Mit 17 Punkten hat 96 schon zehn Punkte Rückstand auf den Tabellen-17. Frankfurt. Thomas Schaaf kündigte unter der Woche bereits an, im Falle des Abstiegs Platz zu machen für einen "Neuanfang". Unter dem Trainer gab es bisher in zehn Spielen neun Niederlagen.

Appell des Spiels: "Es geht doch darum, sich zu beweisen und zu behaupten", hatte Schaaf sich über das Verhalten seiner Profis in den vergangenen Spielen gewundert. Der Betreuerstab tue Woche für Woche "alles erdenklich Mögliche, um das Team optimal vorzubereiten. Was wir dann erleben, ist eine große Enttäuschung".

Das Ergebnis: 0:3 (0:0), hier gehts zum Spielbericht.

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Bundesliga: HSV schießt Hannover Richtung zweite Liga
Die erste Hälfte: Der HSV ist in dieser Saison bisher nicht durch sonderlich risikofreudigen Offensivfußball aufgefallen. Gegen die abgeschlagenen Hannoveraner hatte Bruno Labbadia frühes Pressing vorgegeben, seine Mannschaft führte den Auftrag aber ziemlich unbeholfen aus. Das Spiel machte der Gastgeber, angetrieben durch den gut aufgelegten Hiroshi Kiyotake. Die 96-Stürmer Adam Szalai und Hugo Almeida beschäftigten die HSV-Verteidigung, doch Keeper René Adler verhinderte mit seinen Paraden das Führungstor.

Fehlschuss des Spiels: Wir wissen nicht, was in der zwölften Minute in Ivo Ilicevic vorging. Für einen Aprilscherz war es a) einen Tag zu spät und b) nicht der richtige Moment: Der Kroate war frei vor dem leeren 96-Tor an den Ball gekommen, schoss aus der Drehung - aber aus rund fünf Metern in etwa ebenso viel zu hoch.

Die zweite Hälfte: Hannover war zunächst wieder das aktivere Team, erneut hatte Ilicevic eine gute Chance. Diesmal parierte Ron-Robert Zieler den Schuss ins lange Eck (60.). Es gab Eckball für den HSV, Cléber traf mit dem Kopf zum 1:0. In der 73. Minute hatte Ilicevic mal wieder eine große Chance - und diesmal nutzte er sie. Die gute Vorlage kam von Sven Schipplock, der auch das 3:0 durch Nicolai Müller vorbreitete (75.). Am Ende gab es gegen einen schwachen Gegner eine Klatsche im eigenen Stadion vor enttäuschten Fans.

Erleichterung des Spiels: Durch den Sieg hat der Hamburger SV nun 34 Punkte und damit sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Es sieht danach aus, als könnte der HSV seine Saison diesmal schon nach 34 Spieltagen beenden, ohne nervenaufreibende Relegation. Die Mannschaft hüpfte nach dem Sieg dementsprechend ausgelassen vor den rund 6000 mitgereisten Fans.

Das Restprogramm von Hannover: Hertha BSC (auswärts), Borussia Mönchengladbach (zu Hause), FC Ingolstadt (auswärts), FC Schalke 04 (zu Hause), 1899 Hoffenheim (zu Hause), Bayern München (auswärts).

Nomen est Omen: Zum ersten Mal in den Profikader von Hannover 96 hatte es ein 18 Jahre alter Mittelfeldspieler geschafft, der sich unter der Woche bei Testspielen empfohlen hatte. Gegen den HSV musste er noch auf der Bank warten, aber am kommenden Freitag bei Hertha BSC könnte er zu seinem Debüt kommen: Niklas Feierabend.



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Leserkwelle 03.04.2016
1. Ein erfolgreicher Unternehmer - Martin Kind -
muss nicht automatisch ebenso erfolgreich einen Verein führen können. Er glaubt es aber, schon seit Jahren. Hier liegt der Schlüssel zum Desaster dieses Vereins.
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