Bundesliga am Sonntag Bayern baut Tabellenführung aus, Frankfurt siegt dank Kyrgiakos

Die Konkurrenz schwächelt, der FC Bayern gewinnt unbeirrt weiter: Gegen den 1. FC Nürnberg reichte dem Münchner Starensemble eine starke erste Hälfte. Ein griechischer Abwehrspieler sorgte mit seinem Doppelpack für den Frankfurter Heimsieg gegen Leverkusen.


Hamburg - Im Stile eines angehenden Meisters hat Bayern München seine Spitzenposition in der Bundesliga behauptet. Der deutsche Rekordmeister besiegte den bayerischen Rivalen 1. FC Nürnberg nach kurzen Anlaufproblemen 3:0 (2:0) und geht mit einem Polster von fünf Punkten auf den überraschend starken Aufsteiger Karlsruher SC in die Länderspielpause.

Seit Saisonbeginn haben die München nun zwölf Pflichtspiele bestritten - und keines verloren. Nürnberg hatte wie beinahe erwartet keine Chance: Der Pokalsieger liegt nach sechs Bundesliga-Spielen ohne Sieg auf dem vorletzten Platz der Tabelle. Im zweiten Sonntagsspiel siegte Eintracht Frankfurt dank eines Doppelpacks von Sotirios Kyrgiakos 2:1 (0:0) gegen den Bayer Levekusen.

In einem einseitigen Spiel lief für die Münchner spätestens nach einer halben Stunde alles wie geschmiert: Luca Toni (31./81.) und der überragende Zé Roberto (40.) erzielten die Treffer für einen in allen Belangen überlegenen FC Bayern.

"Wir hatten den Gegner von der ersten Minute an im Griff, waren sehr konzentriert und hatten viel Spielfreude", fasste Trainer Ottmar Hitzfeld zusammen und prognostizierte: "Wir schauen auf uns selbst. Wenn wir die Spiele gewinnen, die wir gewinnen müssen, dann werden wir auch deutscher Meister."

Der 1. FC Nürnberg, der sich am vergangenen Donnerstag wie die Münchner in die Gruppenphase des Uefa-Cups vorgespielt hatte, blieb weit unter seinen Möglichkeiten. Die Gäste waren in der Defensive bisweilen völlig überfordert, in der Offensive fanden sie praktisch nicht statt - mit Ausnahme von zwei allerdings hochkarätigen Chancen des eingewechselten Joshua Kennedy (48./75.) und einem Lattentreffer von Dominik Reinhardt (84.). Das Ergebnis im 176. bayerischen Derby war am Ende höchst schmeichelhaft für den Club.

Dennoch zeigte sich FCN-Trainer Hans Meyer versöhnlich: "Wir haben heute eine Lehrstunde erlebt. Die Bayern waren in allen Belangen überlegen und haben mit uns, wie man so sagt, Scherz gespielt. Aber nach einem Spiel wie heute bin ich viel weniger unzufrieden als nach anderen Spielen", so Meyer.

Vor allem die Kreise von Franck Ribéry konnte indes keiner stören: Der quirlige Franzose entzog sich jeder Deckung, glänzte durch technische Kabinettstückchen und legte mehrfach mustergültig auf. Ribéry verzückte mit seiner Gala die Zuschauer, die ihm stehend Beifall zollten. Seinen genialen Pass auf Bastian Schweinsteiger konnte der deutsche Nationalspieler freistehend allerdings nicht zur Führung nutzen (27.). Auch Martin Demichelis vergab (30.).

So war der "Türöffner" zum Sieg wieder einmal Luca Toni. Nach einem Freistoß von Hamit Altintop patzte Nürnbergs tschechischer Keeper Jaromir Blazek - und der Italiener staubte ab. Zum fünften Mal erzielte Toni in einem Bundesliga-Spiel die wichtige Führung. Noch vor der Pause legte der spielfreudige Rekordmeister nach: Zé Roberto nutzte im Zusammenspiel mit Schweinsteiger die großen Freiräume im Abwehrzentrum der Franken, die selbst vor der Pause nur eine halbe Chance hatten: Als Torhüter Michael Rensing eine Flanke nicht festhalten konnte, musste Lucio in letzte Sekunde vor Marek Mintal retten (6.).

Nach der Pause waren die Nürnberger nur noch um Schadensbegrenzung bemüht, während der FC Bayern das Schaulaufen fortsetzte. Der eingewechselte Nürnberger Joshua Kennedy vergab in der 75. Minute freistehend das 2:1 und damit die Chance, die einseitige Partie noch einmal etwas spannender zu machen. Danach machte Toni mit seinem achten Saisontor - das erste per Kopf - alles klar.

Müde Leverkusener verlieren in Frankfurt

Bayer Leverkusen hat drei Tage nach dem glücklichen Einzug in die Uefa-Cup-Gruppenphase in der Bundesliga einen weiteren Rückschlag einstecken müssen: Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe unterlag eine Woche nach dem 0:1 gegen Bayern München auch bei Eintracht Frankfurt 1:2 und hat die Spitzengruppe damit vorerst aus den Augen verloren.

Dagegen überflügelte die Eintracht dank der ersten beiden Saisontreffer von Kyrgiakos (54./79.) nach zuvor drei sieglosen Spielen die Leverkusener und hält mit nunmehr 15 Punkten Anschluss an die Uefa-Cup-Plätze. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte der Frankfurter Marco Russ mit einem Eigentor erzielt (72.).

"Wir waren am Ende der etwas Glücklichere, denn Leverkusen hat drei Tage nach dem schweren Auswärtsspiel im Europacup richtig Gas gegeben", sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel: "Aber die Mannschaft hat auch die Leidenschaft gezeigt, die sie in Cottbus hat vermissen lassen. Und am Ende ist sie dafür belohnt werden."

Aufgebrachter Skibbe kritisiert Schiedsrichter-Entscheidung

Der Leverkusener Trainer Michael Skibbe hatte im Schiedsrichter-Assistenten den Schuldigen für die Pleite gefunden: "Die Entscheidung des Linienrichters zum Freistoß vor dem 2:1 war der Hauptgrund für die Niederlage. Ich habe überhaupt kein Verständnis, wenn so ein hochklassiges Bundesliga-Spiel so beeinflusst wird", so Skibbe.

fpf/sid/dpa

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